{"id":2597,"date":"2022-11-14T07:58:17","date_gmt":"2022-11-14T07:58:17","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/christen-zunehmend-ziel-von-angriffen-html\/"},"modified":"2023-02-01T11:31:55","modified_gmt":"2023-02-01T10:31:55","slug":"christen-zunehmend-ziel-von-angriffen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christen-zunehmend-ziel-von-angriffen-html\/","title":{"rendered":"Christen zunehmend Ziel von Angriffen"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der j\u00fcngste Staatstreich in Burkina Faso viele offene Fragen zur Strategie des Milit\u00e4rs hinterlasse, n\u00e4hmen die Dschihadisten zunehmend Christen ins Visier. Das berichtete Pater Alain Tougma dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). Tougma ist Oberer der afrikanischen Provinz der Ordensgemeinschaft \u201eFr\u00e8res Missionaires des Campagnes\u201c (Missionsbr\u00fcder in den l\u00e4ndlichen Gebieten).<\/p>\n<p>\u201eDer Terrorismus gewinnt immer mehr an Boden\u201c, berichtete der Ordensmann. Internationale Beobachter gingen Ende Juni davon aus, dass sich 40 Prozent der Landesfl\u00e4che Burkina Fasos in der Hand von Terroristen bef\u00e4nden. \u201eHeute sind es bestimmt noch mehr\u201c, sagte Pater Alain. Im ganzen Land g\u00e4be es mehr als 1,7 Millionen Binnenvertriebene. Auch seine Gemeinschaft sei vor einigen Monaten von Milizen aus der Stadt Pama im S\u00fcdosten des Landes verjagt worden. \u201eSie haben uns ein Ultimatum von zehn Tagen gesetzt, um die Stadt zu verlassen. Und da die Terroristen es besonders auf die Priester und Ordensschwestern abgesehen haben, forderte unser Bischof uns auf, zu gehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kreuze bewusst zerst\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p>Die Terroristen h\u00e4tten auch in anderen Landesteilen christliche Einrichtungen niedergebrannt. \u201eManchmal brennen sie nicht nur ein kirchliches Geb\u00e4ude nieder, sondern achten auch darauf die Kreuze zu zerst\u00f6ren\u201c, sagte Pater Alain. Dies zeige ihren Willen, den christlichen Glauben auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p>Dem Ordensmann zufolge h\u00e4tten Dschihadisten in der Umgebung von Pama christliche Dorfbewohner zum Besuch der Moschee gezwungen. Auch h\u00e4tten sie die islamische Kleiderordnung durchgesetzt. In einigen Ortschaften seien noch katholische Gottesdienste erlaubt. Sie f\u00e4nden aber unter Aufsicht der Dschihadisten statt.<\/p>\n<p>Als besonders schwerwiegend bezeichnete es Pater Alain, dass viele Schulen wegen der anhaltenden Gefahr geschlossen sind. Viele Felder blieben unbestellt, weil die Besitzer fliehen mussten oder get\u00f6tet worden seien. \u201eWir h\u00f6ren die Rufe so vieler unserer Gemeindemitglieder: ,Kommt und helft uns, gebt uns zu essen\u2019. Doch wir k\u00f6nnen nicht allen Anfragen nachkommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Radiosender als einzige Kontaktm\u00f6glichkeit<\/strong><\/p>\n<p>In der chaotischen Situation sei das Radio oft die einzige M\u00f6glichkeit, um mit den vertriebenen Menschen und denjenigen, die sich noch in den eroberten Gebieten befinden, in Kontakt zu treten, betonte Pater Alain. \u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt unter anderem in Burkina Faso die Arbeit der kirchlichen Radiosender. \u201e\u00dcber das Radio machen wir der Bev\u00f6lkerung Mut. Die Menschen z\u00e4hlen auf unsere Unterst\u00fctzung\u201c, sagte der Ordensmann.<\/p>\n<p>In Burkina Faso hatte es nur acht Monate nach dem letzten Staatstreich Ende September einen erneuten Milit\u00e4rputsch gegeben. An der Staatsspitze steht nun Hauptmann Ibrahim Traor\u00e9. W\u00e4hrend sich mit dem ersten Umsturz noch gewisse Hoffnungen im Kampf gegen den Terror verbunden h\u00e4tten, sei die Bev\u00f6lkerung jetzt skeptisch, teilten lokale Ansprechpartner von \u201eKirche in Not\u201c mit.<\/p>\n<p>Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Truppen heimgesucht; sie rekrutieren sich aus der einheimischen Bev\u00f6lkerung und aus dem Ausland. Dem Bericht \u201eReligionsfreiheit weltweit 2021\u201c von \u201eKirche in Not\u201c zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.<\/p>\n<p>Ziel in Burkina Faso und anderen Staaten Subsahara-Afrikas ist es, ein transnationales Kalifat aufzubauen. W\u00e4hrend sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bev\u00f6lkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bev\u00f6lkerung Burkina Fasos ausmachen. (Bild: TUBS\/wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der j\u00fcngste Staatstreich in Burkina Faso viele offene Fragen zur Strategie des Milit\u00e4rs hinterlasse, n\u00e4hmen die Dschihadisten zunehmend Christen ins Visier. Das berichtete Pater Alain Tougma dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). 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