{"id":2603,"date":"2022-11-22T13:04:14","date_gmt":"2022-11-22T13:04:14","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/priester-mali-vermutlich-entfuehrt-html\/"},"modified":"2023-02-01T11:30:26","modified_gmt":"2023-02-01T10:30:26","slug":"priester-mali-vermutlich-entfuehrt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/priester-mali-vermutlich-entfuehrt-html\/","title":{"rendered":"Priester in Mali vermutlich entf\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>Das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) schlie\u00dft sich der Best\u00fcrzung und Trauer \u00fcber das Verschwinden und die wahrscheinliche Entf\u00fchrung des Missionars Hans-Joachim Lohre in Bamako, der Hauptstadt von Mali, an, wo er seit mehr als drei\u00dfig Jahren t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>Der aus Deutschland stammende Priester verschwand am Sonntag, den 20. November, nachdem er in der Stadt in einem Kloster von Ordensschwestern die heilige Messe gefeiert hatte, best\u00e4tigte ein Mitglied der Kongregation der Afrikamissionare, auch bekannt als Wei\u00dfe V\u00e4ter, gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT.<\/p>\n<p>Nach den Aussagen der gleichen Quelle gibt es keine weiteren Informationen oder Details \u00fcber sein Verschwinden, aber alles deutet auf eine Entf\u00fchrung hin. Das Auto des Missionars wurde verlassen aufgefunden und das Kreuz, das er trug, lag auf dem Boden. \u00dcber die Entf\u00fchrer und ihre Motive sei noch nichts bekannt, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>&#8222;Wir bitten alle unsere Wohlt\u00e4ter und Freunde um Gebete f\u00fcr die baldige Freilassung von Pater Ha-Jo, wie er von allen liebevoll genannt wird. Ein Friedensstifter inmitten von Gewalt und Terrorismus. Unser Hilfswerk hat seine Mission in den letzten Jahren unterst\u00fctzt, jetzt braucht er unsere Gebete und unsere Solidarit\u00e4t. Wir versichern seine geistliche Familie, die Afrikamissionare, und die Familie von Hans-Joachim Lohre in Deutschland unserer Unterst\u00fctzung. Z\u00e4hlen Sie auf unsere Gebete\u201c, sagt Thomas Heine-Geldern, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Pr\u00e4sident von KIRCHE IN NOT.<\/p>\n<p>\u201eNeben dem Gebet ruft KIRCHE IN NOT die internationale Gemeinschaft dazu auf, alles zu tun, um das von den Dschihadisten verschuldete Drama zu stoppen, unter dem die Bev\u00f6lkerung der Sahelzone leidet, nicht nur in Mali, sondern auch in den Nachbarl\u00e4ndern. Es ist eine Trag\u00f6die, eine offene Wunde in dieser Welt\u201c, so Heine-Geldern.<\/p>\n<p>Pater Ha-Jo ist ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT und hat an mehreren Veranstaltungen von KIRCHE IN NOT teilgenommen. Bei einem Besuch des Missionars in der Schweiz vor nicht einmal sechs Monaten berichtete er den Wohlt\u00e4tern von KIRCHE IN NOT \u00fcber die Situation in Mali. \u201eSie kommen in Gruppen mit ihren Motorr\u00e4dern und die D\u00f6rfer m\u00fcssen ein Abkommen mit den Dschihadisten unterzeichnen. Es wird den Menschen verboten, die Glocke zu l\u00e4uten, Alkohol zu trinken und die Frauen m\u00fcssen den Schleier tragen.<\/p>\n<p>KIRCHE IN NOT hat wiederholt die Situation der Christen in dem Land angeprangert, in dem in Zentralmali die mit Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM) verbundene Dschihadistengruppe Katiba Macina operiert. Die Gruppe verf\u00fcgt auch \u00fcber eine Einsatzzentrale in der Hauptstadt Bamako.<\/p>\n<p>Der Missionar war sich der t\u00e4glichen Gefahr bewusst, der er bei seiner Arbeit ausgesetzt war: \u201eMan wei\u00df nicht, wann und wo es einen treffen kann; als Europ\u00e4er und Wei\u00dfer stellen wir eine leichte Zielscheibe dar, und man hat uns gesagt, dass die Dschihadisten uns beobachten.\u201c In mehreren Interviews mit KIRCHE IN NOT erkl\u00e4rte er jedoch, warum ihn die drohende Gefahr nicht davon abhielt, im Land zu bleiben: \u201eDie Frage \u201aWer bin ich f\u00fcr dich?\u2018 gibt unserem Leben einen Sinn, und wir sehen, dass es nicht darauf ankommt, lange oder kurz zu leben, viel oder wenig zu tun, sondern dass das, was man tut, einen Sinn hat, um die Welt zu verbessern.\u201c<\/p>\n<p>Pater Ha-Jo war sich der Bedeutung seiner Mission bewusst, die darin bestand, den christlich-muslimischen Dialog durch die Ausbildung von Laien und Ordensleuten in islamischen Studien zu f\u00f6rdern. \u201eZurzeit gibt es in Mali starke fundamentalistische Str\u00f6mungen, aber die gro\u00dfe Mehrheit will einfach nur in Frieden leben. Deshalb ist es wichtig, dass wir gute Beziehungen zu den Muslimen in unserer Umgebung pflegen. Wir vermitteln den Christen eine gr\u00fcndliche Kenntnis des Islam. Wenn sie dann in ihre Gemeinde zur\u00fcckkehren, k\u00f6nnen sie Br\u00fccken bauen und Kontakte zu den umliegenden Moscheen kn\u00fcpfen\u201c, erkl\u00e4rte er gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT bei seinem letzten Besuch in der internationalen Zentrale in Deutschland.<\/p>\n<p>KIRCHE IN NOT hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 70 Projekte in Mali unterst\u00fctzt, darunter f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre ein Schulungs- und Sensibilisierungsprogramm f\u00fcr Evangelisierungsbeauftragte, das vom Institut f\u00fcr islamisch-christliche Bildung (IFIC) in Zusammenarbeit mit Pater Hans-Joachim Lohre organisierte Begegnungstage umfasst. (Bild: TUBS\/wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) schlie\u00dft sich der Best\u00fcrzung und Trauer \u00fcber das Verschwinden und die wahrscheinliche Entf\u00fchrung des Missionars Hans-Joachim Lohre in Bamako, der Hauptstadt von Mali, an, wo er seit mehr als drei\u00dfig Jahren t\u00e4tig ist. Der aus Deutschland stammende Priester verschwand am Sonntag, den 20. 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