{"id":369,"date":"2013-12-20T08:44:58","date_gmt":"2013-12-20T08:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/zu-weihnachten-besonders-bedroht-html\/"},"modified":"2022-12-06T15:33:33","modified_gmt":"2022-12-06T15:33:33","slug":"zu-weihnachten-besonders-bedroht-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/zu-weihnachten-besonders-bedroht-html\/","title":{"rendered":"Zu Weihnachten besonders bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Christen sind zu Weihnachten besonders bedroht. Kommende Woche feiern wir Weihnachten \u2013 und das nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Weltkirche. \u00dcber die Situation und Br\u00e4uche von Christen auf anderen Kontinenten sprach Eva-Maria Vogel mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Hilfswerks &#8222;Kirche in Not&#8220; Deutschland, Karin Maria Fenbert. <br \/>&#8212; <br \/><strong>Frau Fenbert, wie wird in der Weltkirche Weihnachten gefeiert?<\/strong> <\/p>\n<p>Die Vielfalt der Br\u00e4uche ist bemerkenswert. In Russland gibt es beispielsweise ein &#8222;Heiliges Mahl&#8220; am Heiligen Abend. Dabei verspeist man nicht weniger als zw\u00f6lf Gerichte, eines f\u00fcr jeden Apostel Jesu. Die Mexikaner beginnen ihre Weihnachtsfeiern schon am 15. Dezember mit der symbolischen Suche Maria und Josefs nach einer Herberge. Bei dieser &#8222;Herbergssuche&#8220; geht es feuchtfr\u00f6hlich zu und es gibt &#8222;Ponche&#8220;, eine Art Bowle. An Weihnachten selbst wird um Mitternacht das Jesuskind in die Krippe gelegt, als Zeichen der Geburt. Erst danach werden die Geschenke ge\u00f6ffnet. Das typische Weihnachtsgeb\u00e4ck in \u00c4thiopien \u2013 ein Land, in dem \u00fcber die H\u00e4lfte der Bewohner Christen sind \u2013 sind Brotfladen, sogenannte &#8222;Injeras&#8220;. Hungern muss deswegen aber niemand \u2013 die Fladen werden zu \u00fcppigen Fleischgerichten gereicht. In westlich gepr\u00e4gten Kulturen \u00e4hneln sich die Br\u00e4uche dagegen sehr. Allerdings fehlen ab und zu die &#8222;Rohstoffe&#8220; f\u00fcr die europ\u00e4ische Art des Feierns: In Australien beispielsweise werden Adventskr\u00e4nze aus den sogenannten &#8222;Wattle Trees&#8220; gemacht \u2013 das sind jene B\u00e4ume, die f\u00fcr die Bumerangherstellung ben\u00f6tigt werden. <\/p>\n<p><strong>In Indien laden Christen mancherorts Muslime und Hindus zur Weihnachtsmette ein \u2013 ein Angebot, was gro\u00dfen Anklang findet. Ist das auch in anderen L\u00e4ndern verbreitet?<\/strong> <\/p>\n<p>Es ist weltweit eine gute nachbarschaftliche Sitte, dass man sich gegenseitig zu den gro\u00dfen Festen einl\u00e4dt, soweit das mit dem jeweiligen Glauben vereinbar ist. Im Nahen Osten und Afrika ist es \u00fcblich, dass die Christen Muslime zur Feier des Oster- und Weihnachtsfestes einladen und im Gegenzug auch das Fastenbrechen am Ende des Monats Ramadan besuchen. Wie diese Geste angenommen wird, ist ein gutes Ma\u00df f\u00fcr die interreligi\u00f6sen Beziehungen in einem Land. Wenn man schon nicht gemeinsam betet, so kann man doch gemeinsam feiern und sich so menschlich n\u00e4her kommen. Gerade in L\u00e4ndern mit B\u00fcrgerkriegsgefahr ist das unsch\u00e4tzbar wertvoll. <\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df ist das Interesse an Weihnachten in den ehemaligen Ostblockstaaten, die atheistisch gepr\u00e4gt waren?<\/strong> <\/p>\n<p>In Russland hat das Weihnachtsfest den Kommunismus als Institution nur \u00fcberleben k\u00f6nnen, weil man es auf den Jahreswechsel gelegt hat. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion bem\u00fcht sich die Kirche, das Fest wieder im alten Glanz zu feiern. Der Zulauf ist dabei gro\u00df, denn die Menschen sehnen sich nach religi\u00f6sem Erleben, nach Symbolik und Mystik. Allerdings gleitet diese Sehnsucht auch oft in Kitsch und Aberglauben ab. Viele nutzen Weihnachten auch nur, um dem neuen Materialismus zu fr\u00f6nen, aber ich denke, da sind die Russen nicht besser oder schlechter als wir im Westen: Wer kennt schon noch den Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann? <\/p>\n<p><strong>Ist das Fest der N\u00e4chstenliebe eine Chance f\u00fcr Christen und Nicht- Christen, mehr aufeinander zuzugehen und das Fest miteinander zu feiern?<\/strong> <\/p>\n<p>Theoretisch ja. In der Praxis muss man leider sagen, dass christliche Gemeinden weltweit besonders in der Weihnachtszeit durch den Hass Andersgl\u00e4ubiger bedroht sind. In L\u00e4ndern mit starken islamistischen Str\u00f6mungen wie im Irak, in Nigeria oder Pakistan, oder dort, wo gesellschaftliche Vorbehalte gegen die christliche Lehre herrschen, wie zum Beispiel in einigen Teilen Indiens, nutzen Fanatiker die Feiern der Weihnacht, um die verhassten Christen anzugreifen und empfindlich zu treffen. Es vergeht fast kein Jahr, in dem wir nicht Anschlagsmeldungen rund um Weihnachten verbreiten m\u00fcssen. Und auch im Westen nehmen \u2013 teilweise auch handgreifliche \u2013 St\u00f6rungen der Weihnachtsfeierlichkeiten zu. Die T\u00e4ter sind oftmals radikale Atheisten. Es f\u00e4llt auf, dass gerade jene, die Toleranz am lautesten einfordern, sie am st\u00e4rksten mit den F\u00fc\u00dfen treten. <\/p>\n<p><strong>Meistens werden Geschenke mit Weihnachten verbunden. Jetzt hat gerade Papst Franziskus dem Konsum den Kampf angesagt. Welche Geschenke sollte man w\u00e4hlen, um trotzdem den Lieben Freude zu bereiten?<\/strong> <\/p>\n<p>Ein Geschenk nach dem Herzen des Papstes ist wohl garantiert eines, das die Gemeinschaft und die Liebe zueinander vertieft. Dabei ist das Preisschild zweitrangig, und der Kreativit\u00e4t sind keine Grenzen gesetzt. In vielen L\u00e4ndern werden einfach kleine symbolische Geschenke der Zuneigung gemacht \u2013 das &#8222;Hauptgeschenk&#8220; ist die Gemeinschaft, die Gnade, zusammen feiern und fr\u00f6hlich sein zu d\u00fcrfen. Was wir bei &#8222;Kirche in Not&#8220; immer gerne anbieten, sind &#8222;Mess-Stipendien&#8220;. F\u00fcr f\u00fcnf Euro k\u00f6nnen Sie irgendwo auf der Welt eine heilige Messe in den Anliegen des Beschenkten feiern lassen. Das Geld bekommt ein Priester in armen L\u00e4ndern, den Segen bekommt Tante Erna, die Dankbarkeit bekommen Sie \u2013 so ist jedem gedient. <\/p>\n<p><strong>Zur Weihnachtszeit rufen Sie vermehrt zu Spenden auf. Welche Projekte liegen Ihnen weltweit besonders am Herzen?<\/strong> <\/p>\n<p>Als pastorales Hilfswerk haben f\u00fcr uns langfristige Projekte den Vorrang, die den Menschen vor Ort die M\u00f6glichkeit geben, sich wieder selbst zu helfen. Es ist verst\u00e4ndlich, dass die Spendenbereitschaft f\u00fcr akut gef\u00e4hrdete Menschen wie zurzeit auf den Philippinen oder in Syrien besonders hoch ist. Mindestens genauso wichtig ist es aber, den Menschen in Afrika und im Mittleren Osten eine Heimat im Glauben zu geben. In vielen L\u00e4ndern der Erde ersetzt die Kirche das soziale Netz, sind die Priester die einzige verl\u00e4ssliche Autorit\u00e4t auf hunderten Quadratkilometern. Diese Tatsache vergessen wir in Europa gerne. Wir leben in einem funktionierenden Staat, doch in der Dritten Welt h\u00e4lt oft nur noch die Kirche die Gesellschaften aufrecht. Diese Institution fl\u00e4chendeckend zu st\u00fctzen, ist viel wichtiger als akute Nothilfe. Deshalb bitten wir: Helfen Sie der Kirche in Not \u2013 \u00fcberall, wo sie Hilfe braucht.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christen sind zu Weihnachten besonders bedroht. Kommende Woche feiern wir Weihnachten \u2013 und das nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Weltkirche. \u00dcber die Situation und Br\u00e4uche von Christen auf anderen Kontinenten sprach Eva-Maria Vogel mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Hilfswerks &#8222;Kirche in Not&#8220; Deutschland, Karin Maria Fenbert. &#8212; Frau Fenbert, wie wird in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":368,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[4,48],"class_list":["post-369","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-christenverfolgung","tag-religionsfreiheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3742,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions\/3742"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/368"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}