{"id":393,"date":"2014-01-17T10:24:09","date_gmt":"2014-01-17T10:24:09","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/todesdrohungen-sms-html\/"},"modified":"2022-12-06T15:33:33","modified_gmt":"2022-12-06T15:33:33","slug":"todesdrohungen-sms-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/todesdrohungen-sms-html\/","title":{"rendered":"Todesdrohungen per SMS"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ich rede hier nicht \u00fcber meine Religion, nicht mit den Sch\u00fclern und auch nicht mit meinen Kollegen, denn das ist gef\u00e4hrlich. Ich will niemanden provozieren.&#8220; Raja* und ihre Familie sind aus Mosul in die kurdische Autonomiezone im Norden des Iraks geflohen. Zur\u00fcck nach Mosul will sie nicht. &#8222;Dort hat man uns Drohbriefe in den Briefkasten gesteckt und Todesdrohungen per SMS geschickt. Und auch Christen ermordet. Als meine Mutter und mein Bruder wegen beh\u00f6rdlicher Angelegenheiten f\u00fcr zwei Tage nach Mosul mussten, w\u00e4ren sie fast durch eine Autobombe get\u00f6tet worden.&#8220; Im Norden ist es f\u00fcr Christen zwar sicherer, wachsam m\u00fcssen sie aber dennoch sein. Wie die meisten Fl\u00fcchtlinge aus dem Irak spricht Raja nur Arabisch. Dennoch hat die Zwanzigj\u00e4hrige eine Anstellung als Lehrerin gefunden.<\/p>\n<div>\n<p>Seit fr\u00fchester Kindheit kennt sie die Aufrufe der Mullahs, die Christen zu t\u00f6ten. Die Furcht sitzt tief. Kleinigkeiten gen\u00fcgen, um Gewalt auszul\u00f6sen. &#8222;Als es nun an der Universit\u00e4t hie\u00df, Frauen sollten Schleier tragen, habe ich das gemacht. Einige Studentinnen taten dies nicht. Ihnen wurde S\u00e4ure ins Gesicht geschleudert.&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Glaubensvorbild<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Raja ist froh, wenn sie den Gottesdienst besuchen kann, auch wenn der Weg dorthin gef\u00e4hrlich ist. Nur nicht auffallen, sagt Raja. &#8222;Christinnen im Irak werden oft bel\u00e4stigt und auch angegriffen. Ich habe das mehrmals erlebt, auch im Taxi. So gern w\u00fcrde ich mich etwas freier bewegen k\u00f6nnen. Wenigstens in der Gemeinde herrscht Freiheit. Viele Glaubensgeschwister aus Mosul sind jetzt hier im Norden.&#8220; Zusammen gedenken sie ihres Pfarrers, der kurz vor ihrer Flucht aus Mosul entf\u00fchrt wurde. Seine verst\u00fcmmelte Leiche fand man sp\u00e4ter auf der Stra\u00dfe. &#8222;Sie waren so grausam, weil er Jesus nicht verleugnen wollte. Ich weinte sehr viel und fragte mich, ob ich wie er bereit w\u00e4re, f\u00fcr meinen Glauben zu sterben. Zuerst dachte ich, dass ich einfach sagen w\u00fcrde, dass ich zum Islam konvertiert sei; in meinem Herzen w\u00fcrde ich ja Christin bleiben. Aber das mutige Vorbild unseres Pfarrers hat alles ver\u00e4ndert. Ich werde niemals meinen Glauben an Jesus verleugnen. Der Schmerz dauert nur ein paar Minuten, aber dann bin ich f\u00fcr alle Ewigkeit bei meinem Erl\u00f6ser.&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>*Name aus Sicherheitsgr\u00fcnden ge\u00e4ndert<br \/>(Quelle: Open Doors)<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich rede hier nicht \u00fcber meine Religion, nicht mit den Sch\u00fclern und auch nicht mit meinen Kollegen, denn das ist gef\u00e4hrlich. Ich will niemanden provozieren.&#8220; Raja* und ihre Familie sind aus Mosul in die kurdische Autonomiezone im Norden des Iraks geflohen. 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