{"id":4116,"date":"2022-12-19T10:45:28","date_gmt":"2022-12-19T09:45:28","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/geflohene-christen-lebensgefahr-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:15:37","modified_gmt":"2023-02-16T14:15:37","slug":"geflohene-christen-lebensgefahr-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/geflohene-christen-lebensgefahr-html\/","title":{"rendered":"Geflohene Christen in Lebensgefahr"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir wissen, was du vorhast, und wenn du nicht zum Gebet kommst, werden wir daf\u00fcr sorgen, dass deine Leiche und die deiner ganzen Familie dort hingeworfen werden\u201c, sagten die M\u00e4nner. Die Worte trafen Jamal* wie ein Hammer. Er wusste: Als afghanischer Fl\u00fcchtling hatte er in diesem Land keine Rechte, und sein Glaube an Jesus war obendrein f\u00fcr viele Muslime Grund genug, ihn sofort zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p><strong>\u201eHier haben wir zwei Christen get\u00f6tet \u2013 willst du auch dort liegen?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als ein Jahr nach dem Fall von Kabul sind Tausende gefl\u00fcchteter Afghanen in den Nachbarl\u00e4ndern auf sich allein gestellt. Unter ihnen sind auch einige Christen wie Jamal, f\u00fcr die der nahende Winter nur eine von vielen Herausforderungen ist. Als eine Kontaktperson ihn traf, hatte er vor lauter Angst und Sorge seit Tagen nichts mehr gegessen. Seine Erlebnisse geben Einblick die Situation vieler Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Im letzten Monat war Jamal unterwegs zu seiner Schwester, um ihr eine Decke zu bringen. Sie lebt in einem anderen Teil des Fl\u00fcchtlingslagers, doch auf dem Weg zu ihr wurde er von einer Gruppe von M\u00e4nnern aufgehalten. Sie zogen ihn zur Seite in eine Gasse und drohten ihm: \u201eHier haben wir vor zwei Jahren zwei Christen get\u00f6tet. Wir k\u00f6nnen dir die genaue Stelle zeigen, an der wir ihre Leichen verrotten lie\u00dfen. Willst du auch dort liegen?\u201c<\/p>\n<p>Jamal sagte gegen\u00fcber lokalen Kontaktpersonen, dass es sich bei den M\u00e4nnern um einheimische Ordnungsh\u00fcter handelt. Sie sind selbst auch Fl\u00fcchtlinge, arbeiten aber f\u00fcr die Regierung des Gastlandes. \u201eSie informieren die Beh\u00f6rden \u00fcber Menschen, die in irgendeiner Weise verd\u00e4chtig sind\u201c, erkl\u00e4rt der Kontakt. \u201eJeder hier kennt die Geschichte der beiden Christen, die an diesem Ort get\u00f6tet wurden, und Jamal und die anderen Christen wissen, dass dies keine leeren Drohungen sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Familien bleiben ohne M\u00e4nner zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Jahrzehntelange Konflikte, politische Instabilit\u00e4t, wirtschaftliche Probleme und die \u00dcbernahme des Landes durch die Taliban im vergangenen Jahr haben mindestens 2,6 Millionen Afghanen zur Flucht ins Ausland gezwungen. Nach Angaben des UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerks sind allein in Iran und in Pakistan etwa 2,2 Millionen gefl\u00fcchtete Afghanen registriert.<\/p>\n<p>Neben den Bedrohungen in den Fl\u00fcchtlingslagern ist eine weitere gro\u00dfe Angst der afghanischen Fl\u00fcchtlinge, von der Polizei aufgegriffen und in ihr Heimatland zur\u00fcckgeschickt zu werden. Einige von ihnen berichteten, dass immer mehr M\u00e4nner abgeschoben werden, sodass Familien ohne Ehem\u00e4nner und V\u00e4ter zur\u00fcckbleiben. \u201eDie abgeschobenen Fl\u00fcchtlinge hatten nicht einmal die M\u00f6glichkeit, die Ma\u00dfnahmen der Beh\u00f6rden vor Gericht anzufechten\u201c, schildert ein lokaler Kontaktmann einen solchen Vorfall. Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass die Fl\u00fcchtlingsfamilien Angst haben, aus dem Haus zu gehen, was ihre Chancen beeintr\u00e4chtigt, Arbeit zu finden, um Geld f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ihrer Familien zu verdienen.<\/p>\n<p>Ein Fl\u00fcchtling berichtete, dass zwei seiner Nachbarn am Vortag festgenommen und \u00fcber die Grenze nach Afghanistan geschickt worden seien. \u201eAus welchem Grund sie so schnell abgeschoben wurden, wei\u00df niemand\u201c, sagte der Kontaktmann. \u201eDie beiden arbeiteten in Gesch\u00e4ften, Caf\u00e9s und Restaurants in kleinen St\u00e4dten. Fast alle diese Stellen sind jetzt geschlossen worden\u201c, sagte er. Eine R\u00fcckkehr nach Afghanistan stellt ein hohes Risiko dar, insbesondere f\u00fcr Christen. Die meisten von ihnen sind vom Islam konvertiert, worauf laut den Taliban die Todesstrafe steht. (Quelle: Open Doors)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir wissen, was du vorhast, und wenn du nicht zum Gebet kommst, werden wir daf\u00fcr sorgen, dass deine Leiche und die deiner ganzen Familie dort hingeworfen werden\u201c, sagten die M\u00e4nner. Die Worte trafen Jamal* wie ein Hammer. 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