{"id":4124,"date":"2022-12-20T00:00:00","date_gmt":"2022-12-19T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/mehr-entfuehrungen-und-zwangsehen-html\/"},"modified":"2023-02-01T11:21:44","modified_gmt":"2023-02-01T10:21:44","slug":"mehr-entfuehrungen-und-zwangsehen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/mehr-entfuehrungen-und-zwangsehen-html\/","title":{"rendered":"Mehr Entf\u00fchrungen und Zwangsehen"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der in Pakistan entf\u00fchrten und zwangsverheirateten Frauen hat 2021 weiter zugenommen. Das berichtet das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c. Mehr als drei\u00dfig Organisationen \u2013 darunter auch die Nationale Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden der (katholischen) Pakistanischen Bischofskonferenz (Lahore) \u2013 h\u00e4tten deshalb einen Appell an die pakistanische Regierung gerichtet. Sie fordern, diese Vorf\u00e4lle einheitlich zu dokumentieren und dem Parlament vorzulegen. Das \u201eZentrum f\u00fcr Soziale Gerechtigkeit\u201c (Center For Social Justice\/CJS) in Lahore habe dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen bereits im Sommer einen entsprechenden Bericht vorgelegt. Daraus gehe hervor, dass f\u00fcr 2021 mindestens 78 F\u00e4lle belegt seien, bei denen junge Frauen entf\u00fchrt, zur Konversion zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet worden seien \u2013 eine Steigerung um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. F\u00fcr 2022 l\u00e4gen bisher noch keine Zahlen vor. Betroffen seien jedoch vor allem junge christliche oder hinduistische Frauen. Beobachter n\u00e4hmen an, dass die tats\u00e4chliche Zahl der Entf\u00fchrungen weit h\u00f6her sein d\u00fcrfte, da viele Taten nicht bei der Polizei gemeldet w\u00fcrden. Der Direktor der Nationalen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden der (katholischen) Pakistanischen Bischofskonferenz (Lahore), Emmanuel Yousaf, schilderte gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c die gegenw\u00e4rtige Situation: \u201eEs gibt Gesetze, um gegen die T\u00e4ter vorzugehen, aber sie werden zu wenig umgesetzt. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass diese Gewalt ausschlie\u00dflich christliche oder hinduistische Frauen und M\u00e4dchen betrifft. Der Druck geht stark von der Gesellschaft in Pakistan und der muslimischen Seite aus. Sie setzen die Familien und die M\u00e4dchen unter Druck, und deshalb bleiben solche Taten oft unentdeckt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Einer von vielen F\u00e4llen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c dokumentiert in einer Pressemitteilung einen der zahlreichen Entf\u00fchrungsf\u00e4lle: So sei die 14-j\u00e4hrige Christin Mehwish Bibi aus Sheikhupura in der Provinz Punjab im Nordosten Pakistans am 4. August 2021 verschleppt worden. Um ihre Familie zu unterst\u00fctzen, habe die Jugendliche als Kinderm\u00e4dchen gearbeitet. Ein muslimischer Nachbar habe ihr angeboten, sie mit dem Auto an ihre Arbeitsstelle mitzunehmen. Ein Getr\u00e4nk, das er ihr gereicht habe, sei jedoch mit starken Beruhigungsmitteln versetzt gewesen. Ihr Entf\u00fchrer habe sie dann in die 140 Kilometer entfernte Stadt Sargodha gebracht und dort in einem Lieferwagen gefangen gehalten, wie Bibi berichtete: \u201eIch habe mich gegen ihn gewehrt, aber er hat mir immer etwas ins Essen getan, und geschlagen hat er mich auch\u201c, so die junge Christin. Eine Woche sp\u00e4ter habe ihr Entf\u00fchrer den Beh\u00f6rden Dokumente vorgelegt, die belegen sollten, dass Bibi zum Islam konvertiert sei und ihn geheiratet habe. Nachdem ihre Eltern vom Aufenthalt und der Zwangsheirat ihrer Tochter erfahren hatten, h\u00e4tten sie sich an die Einrichtung \u201eChristians\u2018 True Spirit\u201c gewandt, die sich f\u00fcr entf\u00fchrte christliche M\u00e4dchen einsetzt. Diese habe bei Gericht die Aufl\u00f6sung der Ehe beantragt und Recht bekommen. \u201eKirche in Not\u201c berichtet in diesem Zusammenhang, dass die Beh\u00f6rden und Gerichte in Pakistan nach Angaben lokaler Gespr\u00e4chspartner mittlerweile sensibler f\u00fcr F\u00e4lle von Zwangsverheiratungen und -konversionen geworden seien. Doch oft z\u00f6gen sich entsprechende Verfahren \u00fcber Monate hin, w\u00e4hrend das Martyrium der jungen Frauen weitergehe.<\/p>\n<p><strong>Erstmal in Sicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Seit rund einem Jahr lebe Bibi in einer Unterkunft von \u201eChristians\u2018 True Spirit\u201c in Lahore, in der sieben weitere Frauen Zuflucht gefunden h\u00e4tten. Eine Zeit lang habe sie Angst vor jedem fremden Mann versp\u00fcrt: \u201eIch geriet in Panik, wenn Elektriker oder Klempner in unsere Unterkunft kamen, um etwas zu reparieren.\u201c Ihr Zustand habe sich inzwischen aber etwas gebessert und sie \u00fcberlege aktuell, ob sie eine Ausbildung als Schneiderin oder K\u00f6chin beginnen solle. Zu ihrer Familie k\u00f6nne sie aktuell noch nicht zur\u00fcckkehren. Denn oft w\u00fcrden die Entf\u00fchrungsopfer und ihre Angeh\u00f6rigen weiter bedroht oder sozial ausgegrenzt. Die Psychologin Aghania Rafaqat betreut Bibi und ihre Leidensgenossinnen. Sie berichtet gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c: \u201eManche meiner Klientinnen sind aggressiv und bekommen Weinkr\u00e4mpfe. Sie erleben tiefe Traurigkeit und haben gro\u00dfe Angst vor der Zukunft. Die Albtr\u00e4ume f\u00fchren nicht selten zu schweren psychischen St\u00f6rungen.\u201c Von den \u00fcber 222 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 96 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und 1,3 Prozent Hindus. (Quelle: IDEA, Bild: TUBS\/wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der in Pakistan entf\u00fchrten und zwangsverheirateten Frauen hat 2021 weiter zugenommen. Das berichtet das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c. Mehr als drei\u00dfig Organisationen \u2013 darunter auch die Nationale Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden der (katholischen) Pakistanischen Bischofskonferenz (Lahore) \u2013 h\u00e4tten deshalb einen Appell an die pakistanische Regierung gerichtet. 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