{"id":4299,"date":"2023-02-22T13:40:15","date_gmt":"2023-02-22T12:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4299"},"modified":"2023-02-22T13:40:54","modified_gmt":"2023-02-22T12:40:54","slug":"haftstrafe-fuer-bischof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/haftstrafe-fuer-bischof\/","title":{"rendered":"26-j\u00e4hrige Haftstrafe f\u00fcr Bischof Rolando \u00c1lvarez"},"content":{"rendered":"<p><em>Das p\u00e4pstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) ruft zum Gebet f\u00fcr die Kirche in Nicaragua und f\u00fcr den am 10. Februar verurteilten nicaraguanischen Bischof auf.<\/em><\/p>\n<p>Vereint mit Papst Franziskus, der sich am 12. Februar nach dem Angelusgebet traurig und besorgt zeigte, bittet KIRCHE IN NOT darum, die schreckliche Situation nicht aus den Augen zu verlieren, in der sich Rolando \u00c1lvarez, Bischof von Matagalpa und Apostolischer Administrator der Di\u00f6zese Estel\u00ed, befindet. KIRCHE IN NOT bittet um Gebet f\u00fcr ihn und f\u00fcr alle, die in Nicaragua leiden.<\/p>\n<p>Laut verschiedener Medien nimmt die Regierung nun Priester, die Bischof Rolando Alvarez in ihren Gottesdiensten erw\u00e4hnen, mit der Begr\u00fcndung fest, dies sei \u201eeine verbotene T\u00e4tigkeit\u201c. Mindestens zwei Priester wurden Berichten zufolge in Madriz beziehungsweise Nueva Segovia verhaftet, weil sie den Bischof in ihren Sonntagsgottesdiensten erw\u00e4hnten oder f\u00fcr ihn beteten.<\/p>\n<p>Angesichts des Versuchs, die Gebete des nicaraguanischen Volkes zum Schweigen zu bringen, bittet KIRCHE IN NOT seine Wohlt\u00e4ter in aller Welt, ihre Gebete f\u00fcr die nicaraguanische Kirche zu verst\u00e4rken, damit sie sich in den aktuellen Schwierigkeiten nicht alleingelassen wei\u00df und weiterhin das Evangelium verk\u00fcnden und die Menschen, insbesondere die Schw\u00e4chsten und \u00c4rmsten, begleiten kann.<\/p>\n<p><strong>Wegen Landesverrat verurteilt<\/strong><\/p>\n<p>Das Urteil gegen Bischof Rolando \u00c1lvarez erging einen Tag, nachdem er sich geweigert hatte, zusammen mit mehr als 200 politischen Gefangenen, darunter mehrere Priester und Seminaristen, das Land zu verlassen. Sie wurden der \u201eVerschw\u00f6rung\u201c beschuldigt und in die Vereinigten Staaten abgeschoben. Zu den Ausgewiesenen geh\u00f6rten die Priester Oscar Benavides, Ramiro Tijerino, Sadiel Eugarrios, Jos\u00e9 D\u00edaz und Benito Mart\u00ednez sowie der Diakon Ra\u00fal Veja. Ebenfalls abgeschoben wurden die Seminaristen Melkin Centeno und Darvin Leyva sowie die beiden Verantwortlichen f\u00fcr soziale Kommunikation der Di\u00f6zese Matagalpa, Manuel Obando und Wilberto Astola. Sie alle befanden sich im Gef\u00e4ngnis wegen \u201eVersto\u00dfes gegen die Unabh\u00e4ngigkeit, die Souver\u00e4nit\u00e4t und die Selbstbestimmung des Volkes\u201c sowie wegen Anstiftung zu \u201eGewalt, Terrorismus und wirtschaftlicher Destabilisierung\u201c.<\/p>\n<p>Der Bischof von Matagalpa stand seit den fr\u00fchen Morgenstunden des 19. August 2022 unter Hausarrest. Sein Name befand sich zwar auf der Liste der Personen, die abgeschoben werden sollten. Er weigerte sich jedoch, das Flugzeug zu besteigen. Der f\u00fcr Mittwoch, den 15. Februar, angesetzte Prozess wurde deswegen vorgezogen, wobei der Richter eine Freiheitsstrafe von 26 Jahren verh\u00e4ngte. Demnach w\u00fcrde Bischof Alvarez bis 2049 im Gef\u00e4ngnis bleiben. Der Richter erkl\u00e4rte ihn zum \u201eLandesverr\u00e4ter\u201c und der \u201eVerschw\u00f6rung zur Untergrabung der nationalen Integrit\u00e4t und der Verbreitung falscher Nachrichten durch Informations- und Kommunikationstechnologien zum Schaden des Staates und der nicaraguanischen Gesellschaft\u201c f\u00fcr schuldig.<\/p>\n<p><strong>Ein Versuch, die Kirche zum Schweigen zu bringen<\/strong><\/p>\n<p>Im August 2022 beklagte KIRCHE IN NOT die Lage der Katholiken in Nicaragua. Regina Lynch, internationale Projektleiterin bei KIRCHE IN NOT, sagte: \u201e Wir erleben gerade einen Prozess, der die Kirche in Nicaragua zum Schweigen bringen will.\u201c<\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4rte weiter: \u201eNicaragua wird weiterhin von der Krise ersch\u00fcttert, die vor mehr als f\u00fcnf Jahren ausbrach. Die Lage in dem mittelamerikanischen Land ist kritisch, die Polarisierung gro\u00df und die Konfrontation stark. Wir glauben, dass das Gebet in dieser Zeit wichtiger ist als je zuvor.\u201c<\/p>\n<p>KIRCHE IN NOT ist best\u00fcrzt \u00fcber die bei dem Hilfswerk regelm\u00e4\u00dfig eingehenden Berichte \u00fcber Priester, denen die R\u00fcckkehr ins Land verweigert wird, \u00fcber Visabeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ordensleute, die Kontrolle und \u00dcberwachung der Bewegungen von Priestern und Bisch\u00f6fen, das Abh\u00f6ren von Predigten sowie \u00fcber das Verbot von Prozessionen und religi\u00f6sen Feiern.<\/p>\n<p>In einer Situation gro\u00dfer politischer und sozialer Unsicherheit hat das Engagement der Kirche in ihrer Rolle als Friedensvermittlerin und F\u00f6rderin der Vers\u00f6hnung im Land dazu gef\u00fchrt, dass Gl\u00e4ubige und Priester Opfer von Repressionen, falschen Anschuldigungen, ungerechtfertigten Verhaftungen und Gef\u00e4ngnisstrafen geworden sind.<\/p>\n<p><strong>Hunderte von Angriffen gegen die Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Im November 2022 erschien der j\u00fcngste Bericht der Rechtsanw\u00e4ltin und Forscherin Martha Patricia Molina \u201eNicaragua: eine verfolgte Kirche? (2018-2022)\u201c. Dem Bericht zufolge wurden im Zeitraum zwischen April 2018 und Oktober 2022 insgesamt 396 Angriffe auf die katholische Kirche in diesem mittelamerikanischen Land ver\u00fcbt.<\/p>\n<p>Unter den fast 400 dokumentierten Vorf\u00e4llen sind Sch\u00e4ndungen, Raub\u00fcberf\u00e4lle, Drohungen und Hassreden zu finden. In diesem Zeitraum waren mehrere Bisch\u00f6fe, Priester, Ordensschwestern und Laien Ziel von Repressalien seitens der Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Die drastische Ma\u00dfnahme der nicaraguanischen Regierung gegen Bischof Alvarez ist ein weiterer Schritt in der Spirale der Konfrontation gegen die Kirche und ihre Mitglieder. Der Apostolische Nuntius, Waldemar Stanislaw Sommertag, war bereits im M\u00e4rz 2022 des Landes verwiesen worden. Ebenso wurde die Ausreise der Missionarinnen der N\u00e4chstenliebe, der von der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta gegr\u00fcndeten Kongregation, sowie anderer Ordensleute und Priester erzwungen. Au\u00dferdem schloss die Regierung den Fernsehsender der Bischofskonferenz und katholische Radiosender und verstaatlichte die katholische Universit\u00e4t von Tr\u00f3pico Seco, die zur Di\u00f6zese Estel\u00ed geh\u00f6rte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das p\u00e4pstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) ruft zum Gebet f\u00fcr die Kirche in Nicaragua und f\u00fcr den am 10. Februar verurteilten nicaraguanischen Bischof auf. Vereint mit Papst Franziskus, der sich am 12. 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