{"id":4343,"date":"2023-02-28T10:07:16","date_gmt":"2023-02-28T09:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4343"},"modified":"2023-02-28T10:07:16","modified_gmt":"2023-02-28T09:07:16","slug":"entfuehrungen-werden-akuter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/entfuehrungen-werden-akuter\/","title":{"rendered":"\u201eEntf\u00fchrungen christlicher M\u00e4dchen wird Tag f\u00fcr Tag akuter\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Laut dem Leiter der Katholischen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, nehmen die Entf\u00fchrungen und Zwangskonversionen von jungen Frauen aus christlichen Minderheiten immer mehr zu. \u201eDas Problem wird Tag f\u00fcr Tag akuter\u201c, sagte der Priester im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN).<\/p>\n<p>Betroffen seien vor allem Angeh\u00f6rige der christlichen und hinduistische Minderheiten in den Provinzen Sindh und Punjab. Es gebe zwar Gesetze gegen Kinderehen und Zwangsverheiratung, aber diese w\u00fcrden nicht umgesetzt: \u201eEin Grund daf\u00fcr ist, dass all das nur Christen und Hindus passiert. Der Druck geht von der Gesellschaft in Pakistan und der muslimischen Seite aus. Sie setzen die Familien und die M\u00e4dchen unter Druck.\u201c Ohne Gerichtsprozess sei es unm\u00f6glich, die Frauen aus den H\u00e4nden radikal-muslimischer Entf\u00fchrer freizubekommen, doch dies verschlinge viel Zeit und Geld. \u201eSogar die Anw\u00e4lte haben Angst, sich mit solchen F\u00e4llen zu befassen, die Richter ebenfalls.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kleine, aber einflussreiche Gruppe radikaler Muslime<\/strong><\/p>\n<p>Yousaf betonte, dass es sich bei den radikalen Muslimen in Pakistan um eine kleine, aber einflussreiche Minderheit handle: \u201eIch habe viele muslimische Freunde, aber sie sind die schweigende Mehrheit. Das ist das Problem.\u201c Auch die westliche \u00d6ffentlichkeit sei gefordert, die Menschenrechtslage in Pakistan immer wieder anzusprechen und eine bessere Gesetzespraxis anzumahnen.<\/p>\n<p>Das gelte auch im Hinblick auf die Blasphemiegesetze, die jede Verunglimpfung des Islam und des Propheten Mohammed unter Strafe stellt. Dies w\u00fcrde oft dazu verwendet, um pers\u00f6nliche Rechnungen zu begleichen: \u201eEs geht oft um einen pers\u00f6nlichen Streit oder um Landkonflikte\u201c, erkl\u00e4rte Yousaf. Doch dann w\u00fcrden involvierte Christen der Blasphemie beschuldigt und Muslime aus den betroffenen und weiteren Ortschaften zusammengetrommelt: \u201eSie kommen und pl\u00fcndern die H\u00e4user. Sie stecken die Kirche in Brand.\u201c Es gehe nicht in erster Linie um eine \u00c4nderung oder Abschaffung der Blasphemiegesetze, \u201esondern darum, den Missbrauch der Vorschriften zu stoppen\u201c, betonte der Priester.<\/p>\n<p><strong>Viele Vorurteile gegen Christen<\/strong><\/p>\n<p>Christen, die unter zwei Prozent der pakistanischen Bev\u00f6lkerung ausmachen, h\u00e4tten mit vielen Vorurteilen zu k\u00e4mpfen: \u201eViele denken, wir k\u00f6nnten in k\u00fcrzester Zeit ein Visum f\u00fcr Auslandsreisen bekommen, aber das stimmt nicht. Sie sagen, wir geh\u00f6ren zu Europa, weil wir Christen sind. Aber wir sind Pakistaner und lieben dieses Land.\u201c Hinsichtlich der Religionsfreiheit gebe es kaum Fortschritte in Pakistan.<\/p>\n<p>Umso wichtiger sei die Unterst\u00fctzung durch Organisationen wie \u201eKirche in Not\u201c, die seit Jahren eng mit Emmanuel Yousaf und der Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden zusammenarbeitet. Die Kommission k\u00f6nne so f\u00fcr Familien, deren M\u00e4dchen entf\u00fchrt wurden, die Gerichtskosten \u00fcbernehmen oder Aufkl\u00e4rungsarbeit \u00fcber Menschenrechtsverletzungen betreiben, sagte der Priester: \u201eIch bin ,Kirche in Not\u2019 dankbar. Sie sind eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung f\u00fcr uns. Denn wenn wir vor Gericht gehen m\u00fcssen, ist das sehr teuer. Aber wir werden weiter f\u00fcr diese armen M\u00e4dchen k\u00e4mpfen.\u201c Dabei gesch\u00e4hen immer wieder auch \u201ekleine Wunder\u201c, f\u00fcr die es sich lohne weiterzumachen.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht, der dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen im Sommer 2023 vorgelegt wurde, sind f\u00fcr 2021 mindestens 78 F\u00e4lle belegt, bei denen junge Frauen in Pakistan entf\u00fchrt, zur Konversion zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet wurden. Autor der Studie ist das Zentrum f\u00fcr soziale Gerechtigkeit (CJS) in Lahore. Das CJS spricht au\u00dferdem von mindestens 84 dokumentierten F\u00e4llen f\u00fcr 2021, in denen Pakistaner wegen Blasphemie gerichtlich belangt wurden. Beobachter nehmen an, dass die tats\u00e4chlichen Zahlen h\u00f6her sein d\u00fcrften, da viele Taten nicht bei der Polizei gemeldet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut dem Leiter der Katholischen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, nehmen die Entf\u00fchrungen und Zwangskonversionen von jungen Frauen aus christlichen Minderheiten immer mehr zu. \u201eDas Problem wird Tag f\u00fcr Tag akuter\u201c, sagte der Priester im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). 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