{"id":4353,"date":"2023-03-02T09:26:02","date_gmt":"2023-03-02T08:26:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4353"},"modified":"2023-03-02T09:26:19","modified_gmt":"2023-03-02T08:26:19","slug":"nigeria-versagen-der-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/nigeria-versagen-der-politik\/","title":{"rendered":"&#8222;Das ist ein Versagen der Politik&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Weihbischof John Bogna Bakeni aus Maiduguri sieht Nigeria im Umfeld der Pr\u00e4sidentschaftswahlen \u201enoch nie so geteilt wie jetzt \u2013 entlang religi\u00f6ser, ethnischer und regionaler Grenzen. Das ist ein Versagen der Politik, die es vers\u00e4umt hat, Menschen zusammenzubringen.\u201c Im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN) betonte der Weihbischof, dass die internationale Gemeinschaft in der aktuellen Katastrophenlage helfen k\u00f6nne, \u201edass Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit eingehalten werden. Die Weltgemeinschaft kann Druck auf unsere Regierung aus\u00fcben, damit sie all das wahrnimmt.\u201c Nigeria sei \u201ein gewisser Weise ein Entwicklungsland, dem beim Regieren geholfen werden muss\u201c.<\/p>\n<p>Bakeni ist seit Sommer 2022 Weihbischof in der Di\u00f6zese Maiduguri im Nordosten Nigerias. Die Region im Bundesstaat Borno gilt als Ursprungsregion der Terrorgruppe \u201eBoko Haram\u201c. Mittlerweile sei es dort etwas sicherer geworden, aber es handle sich nach wie vor um einen \u201eGuerillakrieg. Besonders in den D\u00f6rfern ist die Lage noch angespannt, weil die Boko-Haram-Einheiten in den Busch und die W\u00e4lder zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden konnten.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eChristen unterdr\u00fcckt, verfolgt, diskriminiert und ausgeschlossen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Muslime und Christen, die in der Region einen Anteil von etwa 20 Prozent der Bev\u00f6lkerung ausmachen, lebten \u201eSeite an Seite zusammen. Wir gehen auf denselben Markt, ins selbe Krankenhaus. Es gibt einen Dialog des Lebens.\u201c Dennoch werde besonders in Nordnigeria von Regierungsseite versucht, \u201eChristen zu unterdr\u00fccken, zu verfolgen, zu diskriminieren und vom politischen und gesellschaftlichen Leben auszuschlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rte der Weihbischof. Es sei jedoch ebenso falsch, in den Medien und der \u00d6ffentlichkeit vereinfachend von \u201eZusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Christen und Muslimen\u201c in Nigeria zu sprechen. Die Konflikte h\u00e4tten zwar eine religi\u00f6se Dimension, aber es spielten auch politische, ethnische und weitere Faktoren eine Rolle.<\/p>\n<p>Das gelte auch im Konflikt zwischen Bauern und Hirten in weiten Teilen Nigerias. Durch die klimatischen Ver\u00e4nderungen f\u00e4nden die Hirten immer weniger Weideland: \u201eAlso mussten sie ins Hinterland ziehen, und das schafft zwangsl\u00e4ufig Konflikte\u201c, sagte Weihbischof Bakeni. Neben dem Landkonflikt gebe es jedoch auch hierbei \u201eeine Islamisierungsagenda. Dessen muss sich die internationale Gemeinschaft bewusst sein. Manchmal wollen es die Verantwortlichen nicht h\u00f6ren. Aber f\u00fcr uns, die wir in dieser Realit\u00e4t leben, ist das alles sehr klar.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kritik an islamistischen Koranschulen<\/strong><\/p>\n<p>Als besonders problematisch bezeichnete Bakeni das traditionelle islamische Bildungssystem \u201eAlmajiri\u201c. Dabei handelt es sich um \u201ewandernde\u201c Koranschulen, f\u00fcr die \u201ekleine Kinder schon im sehr zarten Alter ihre Elternh\u00e4user verlassen. Sie werden rein auf islamistischer Grundlage ausgebildet.\u201c Diese jungen Menschen w\u00fcrden zu einer leichten Beute von \u201eBoko Haram\u201c und anderen radikalen Str\u00f6mungen. \u201eSie werden sogar von Politikern w\u00e4hrend der Wahlkampf-Kampagnen benutzt\u201c, berichtete Bakeni. Den staatlichen und kirchlichen Schulen komme deshalb eine wichtige Bedeutung zu, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>In dieser schwierigen Situation seien f\u00fcr die katholischen Christen Nordnigerias Gebet, Anbetung und Gemeindeleben essenziell, betonte der Weihbischof. \u201eWir brauchen den spirituellen R\u00fcckhalt. Wir haben bisher so viel erlitten. Aber all das hat uns angespornt, unser Leben aus dem Glauben zu st\u00e4rken. Ich danke allen Wohlt\u00e4tern von ,Kirche in Not\u2019, die uns dabei unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Bola Tinubu neuer Pr\u00e4sident Nigerias<\/strong><\/p>\n<p>Nach den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Nigeria hat die Wahlkommission Bola Tinubu von der Regierungspartei All Progressives Congress (APC) zum Sieger erkl\u00e4rt. Fast 90 Millionen Wahlberechtigte waren am 25. Februar aufgerufen, den Nachfolger von Pr\u00e4sident Muhammadu Buhari zu w\u00e4hlen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Der Urnengang war Medienberichten zufolge gr\u00f6\u00dftenteils friedlich verlaufen. Viele Wahllokale hatten jedoch mit organisatorischen Problemen zu k\u00e4mpfen, was die Bekanntgabe der Wahlergebnisse verz\u00f6gerte. Beobachter erwarten im Nachgang weitere Auseinandersetzungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihbischof John Bogna Bakeni aus Maiduguri sieht Nigeria im Umfeld der Pr\u00e4sidentschaftswahlen \u201enoch nie so geteilt wie jetzt \u2013 entlang religi\u00f6ser, ethnischer und regionaler Grenzen. 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