{"id":4383,"date":"2023-03-20T10:41:00","date_gmt":"2023-03-20T09:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4383"},"modified":"2023-03-20T10:43:48","modified_gmt":"2023-03-20T09:43:48","slug":"nigeria-meinen-peinigern-vergeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/nigeria-meinen-peinigern-vergeben\/","title":{"rendered":"Nigeria: \u201eIch habe meinen Peinigern vergeben\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Papst Franziskus empfing zwei Boko-Haram-Opfer<\/h2>\n\n\n<p>Am 8. M\u00e4rz, dem Weltfrauentag, hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz die beiden nigerianischen Christinnen Maryamu Joseph (19) und Janada Marcus (22) begr\u00fc\u00dft. Beide hatten durch die Terroreinheit Boko Haram schwere Misshandlungen erfahren. Sie waren auf Einladung des italienischen B\u00fcros von KIRCHE IN NOT nach Rom gekommen. Fotos zeigen, wie Papst Franziskus mit den beiden Frauen spricht und sie segnet.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurden die Christinnen von Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Parolin, der italienischen Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni und von Au\u00dfenminister Antonio Tajani empfangen.<\/p>\n<p>Eine der beiden Frauen, Janada Marcus, hat mit KIRCHE IN NOT \u00fcber ihr Leid gesprochen.<\/p>\n<p><strong>KIRCHE IN NOT: Janada, Sie und Ihre Familien waren bereits zweimal vor Boko Haram geflohen, als sie sich in Maiduguri in Nordnigeria niederlie\u00dfen. Was geschah dann?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Maryamu Joseph<\/strong>: Mein Vater hatte ein St\u00fcck Land in der N\u00e4he von Maiduguri gekauft und wir waren froh, dass der Albtraum der Flucht vorbei war. Aber dann kam der 20. Oktober 2018 \u2013 der Tag, an dem die Sonne aus unserem Leben verschwand.<\/p>\n<p><strong>Was passierte?<\/strong><\/p>\n<p>Wir waren gerade bei der Arbeit auf unserem Bauernhof und sangen Lieder. Pl\u00f6tzlich waren wir von M\u00e4nnern von Boko Haram umzingelt. Sie richteten eine Machete auf meinen Vater. Sie sagten ihm, sie w\u00fcrden uns freilassen, wenn er mit mir Sex h\u00e4tte. W\u00e4hrend die Machete auf die Stirn meines Vaters zielte, sah er mich und meine Mutter an. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehen. Ich sch\u00e4mte mich f\u00fcr das, was die M\u00e4nner vorgeschlagen hatten.<\/p>\n<p><strong>Wie reagierte Ihr Vater?<\/strong><\/p>\n<p>Er senkte den Kopf und antwortete: \u201eIch kann nicht mit meiner eigenen Tochter schlafen. Lieber sterbe ich, als so eine Gr\u00e4ueltat zu begehen.\u201c Da nahm einer der M\u00e4nner die Machete und enthauptete meinen Vater. Ich flehte Gott an, auch mein Leben zu nehmen. Ich war schon eine lebendige Tote.<\/p>\n<p><strong>Sie haben diesen Angriff \u00fcberlebt. Aber das war noch nicht das Ende des Schreckens \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter, im November 2020, war ich auf dem Weg zu einer Beh\u00f6rde, als ich erneut von Boko-Haram-K\u00e4mpfern \u00fcberfallen wurde. Sie verschleppten mich und folterten mich, sechs Tage lang. Es kam mir wie sechs Jahre vor. Ich kann nicht beschreiben, was ich erlebt habe. Dann lie\u00dfen sie mich frei. Ich ging zur\u00fcck zu meiner Mutter. Sie brachte mich dann ins Traumazentrum der katholischen Di\u00f6zese Maiduguri.<\/p>\n<p><strong>Wie war es im Traumzentrum?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wurde erstmal zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Es folgte ein halbes Jahr mit intensiven Therapiegespr\u00e4chen und geistlicher Betreuung. Ich habe gelernt, meine Vergangenheit zu verarbeiten \u2013 die Kunst, heil zu werden, indem ich meinen Schmerz loslasse. Mein Glaube ist st\u00e4rker geworden. Inzwischen bin ich wieder auf den Beinen und habe mich jetzt in einer weiterf\u00fchrenden Schule eingeschrieben.<\/p>\n<p><strong>Sie sagen, Ihr Glaube sei st\u00e4rker geworden. Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p>\n<p>Meine schrecklichen Erfahrungen haben mich erst von Gott weggef\u00fchrt. Ich fragte: Wo war Gott, als mein Vater get\u00f6tet wurde? Wo war er, als ich Folter und Qualen durchleben musste? Nach meinem Heilungsprozess wei\u00df ich, dass Gott auch im Leid da ist. Boko Haram hat mir so Schlimmes angetan. Ich kann selbst nicht glauben, dass ich das sage: Aber ich haben meinen Peinigern vergeben und bete f\u00fcr die Erl\u00f6sung ihrer Seelen.<\/p>\n<p>Das Traumazentrum der Di\u00f6zese Maiduguri wurde mit Hilfe von KIRCHE IN NOT gebaut. Dort k\u00f6nnen bis zu 40 traumatisierte Frauen und M\u00e4dchen psychologisch und seelsorgerisch betreut werden.<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<p>Auf das Schicksal entf\u00fchrter und missbrauchter Frauen und M\u00e4dchen in Nigeria, Pakistan, \u00c4gypten, Irak und andernorts macht eine Fallstudie von KIRCHE IN NOT mit dem Titel \u201eH\u00f6rt Ihre Schreie\u201c aufmerksam.\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/shop\/bericht-hoert-ihre-schreie\/\">Sie kann hier bei uns bestellt werden.<\/a><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\">Unterst\u00fctzen<\/span> Sie die Arbeit der Kirche in Nigeria und ihren Einsatz f\u00fcr die Betroffenen von Gewalt und Terror mit Ihrer Spende \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\"><span style=\"color: #ff0000;\">online \u2026 hier\u00a0<\/span><\/a><\/em><em>oder auf folgendes Konto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/>Verwendungszweck: Nigeria<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Franziskus empfing zwei Boko-Haram-Opfer Am 8. 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