{"id":4436,"date":"2023-04-28T09:17:21","date_gmt":"2023-04-28T07:17:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4436"},"modified":"2023-04-28T09:18:02","modified_gmt":"2023-04-28T07:18:02","slug":"seelsorge-unter-lebensgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/seelsorge-unter-lebensgefahr\/","title":{"rendered":"Seelsorge unter Lebensgefahr"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zahlreiche kirchliche Mitarbeiter von Terroristen ermordet<\/h2>\n\n\n<p>In Burkina Faso gehe trotz des Terrors die pastorale und karitative Arbeit weiter, wenn auch unter Lebensgefahr. Das berichtete der Priester Wenceslao Belem bei einer Veranstaltung des weltweiten katholischen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c (ACN) in Madrid: \u201eBevor wir zu pastoralen Eins\u00e4tzen aufbrechen, beten wir intensiv und empfangen die Sakramente f\u00fcr den Fall, dass wir nicht mehr zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p>Da fast die H\u00e4lfte der Landesfl\u00e4che Burkina Fasos in der Hand von Terroristen sei, gebe es kein regul\u00e4res kirchliches Leben mehr. Viele Pfarren und kirchliche Schulen seien aus Sicherheitsgr\u00fcnden geschlossen, es f\u00e4nden dort keine \u00f6ffentlichen Gottesdienste statt: \u201eDie Gl\u00e4ubigen verfolgen die heilige Messe \u00fcber das Radio, weil es zu gef\u00e4hrlich ist, die Pfarrkirche zu besuchen\u201c, berichtete Belem.<\/p>\n<p>Die Terror-Einheiten h\u00e4tten die Stra\u00dfen vermint, so dass weder Milit\u00e4r noch Hilfe von au\u00dfen in die eroberten Gebiete vordringen k\u00f6nnten, sagte der Priester: \u201eSo k\u00f6nnen sie die Bev\u00f6lkerung weiter isolieren und dem Hunger aussetzen.\u201c<\/p>\n<h3>Enormer Mut, um dennoch bei den Leidenden zu sein<\/h3>\n<p>Viele kirchliche Mitarbeiter bewiesen enormen Mut und Einfallsreichtum, um dennoch f\u00fcr die notleidenden Menschen da zu sein, berichtete der Priester: \u201eKatholische Krankenschwestern verkleiden sich als muslimische Frauen, um in den von Dschihadisten besetzten Gebieten Leben zu retten und Kranke zu versorgen. Sie sind ein ermutigendes Beispiel f\u00fcr uns alle.\u201c<\/p>\n<p>Belem erinnerte an zahlreiche get\u00f6tete kirchliche Mitarbeiter wie den Priester Jacques Yaro Zerbo, der am 2. Januar 2023 ermordet wurde, als er auf dem Weg zu einer Beerdigung war. \u201eEr sollte mit einem Gemeindemitglied reisen, entschied sich aber im letzten Moment, allein zu fahren. Auf dem Weg wurde er von Terroristen angehalten. Sie brachten ihn bis auf wenige Meter an die Dorfkapelle heran und erschossen ihn.\u201c Die Kirche in Burkina Faso sei zu einer \u201eKeimzelle der M\u00e4rtyrer\u201c geworden.<\/p>\n<h3>Frauen besonders gef\u00e4hrdet<\/h3>\n<p>Der Priester wies darauf hin, dass seit 2015 \u00fcber 2000 Schulen geschlossen oder von den Terroristen in Koranschulen umgewandelt worden seien. Die Extremisten wollten ihre \u00dcberzeugungen auch den Muslimen aufzwingen, die ihnen ablehnend gegen\u00fcberstehen. \u201eSie wollen Frauen zwingen Vollverschleierung zu tragen, unabh\u00e4ngig von ihrer Religion. Viele christliche M\u00e4dchen m\u00fcssen einen Schleier tragen, um nicht verleumdet, geschlagen oder entf\u00fchrt zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Trotz der verzweifelten Situation sei er zuversichtlich, \u201edass das B\u00f6se nicht das letzte Wort hat\u201c, betonte Belem. Er dankte \u201eKirche in Not\u201c, das Lebensmittel f\u00fcr Binnenfl\u00fcchtlinge finanziert, die Priesterausbildung und das kirchliche Leben f\u00f6rdert und den Dialog gem\u00e4\u00dfigter religi\u00f6ser Kr\u00e4fte unterst\u00fctzt. \u201eWir sind eine verfolgte Kirche, aber dank Ihnen sind wir nicht vergessen.\u201c<\/p>\n<h3>Hauptregion des Dschihadismus in Afrika<\/h3>\n<p>Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Truppen heimgesucht; sie rekrutieren sich aus der einheimischen Bev\u00f6lkerung und aus dem benachbarten Ausland. Das Land ist zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Seit etwa vier Jahren kommt es lokalen Beobachtern zufolge vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bev\u00f6lkerung Burkina Fasos ausmachen.<\/p>\n<p>Ende September vergangenen Jahres hatte Hauptmann Ibrahima Traor\u00e9 die Macht an sich gerissen; es war der zweite Putsch innerhalb eines Jahres. Traor\u00e9 f\u00fchrt das Land als \u00dcbergangspr\u00e4sident; 2024 soll ein neues Staatsoberhaupt gew\u00e4hlt werden. Ansprechpartner von \u201eKirche in Not\u201c berichten, dass viele Bewohner sich anfangs ein entschiedeneres Vorgehen der Milit\u00e4rregierung gegen den Terror erhofft h\u00e4tten. Dies habe sich jedoch nicht erf\u00fcllt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche kirchliche Mitarbeiter von Terroristen ermordet In Burkina Faso gehe trotz des Terrors die pastorale und karitative Arbeit weiter, wenn auch unter Lebensgefahr. 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