{"id":4458,"date":"2023-05-16T09:06:09","date_gmt":"2023-05-16T07:06:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4458"},"modified":"2023-05-16T10:00:06","modified_gmt":"2023-05-16T08:00:06","slug":"40-gottesdienstbesucher-entfuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/40-gottesdienstbesucher-entfuehrt\/","title":{"rendered":"40 Gottesdienstbesucher entf\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>Am 7. Mai, kam es im nigerianischen Bundesstaat Kaduna zu einem gewaltsamen Angriff auf einen Gottesdienst. Dabei wurden zun\u00e4chst 40 Besucher entf\u00fchrt, von denen ein Gro\u00dfteil sp\u00e4ter entkommen konnte. Ein Christ wurde get\u00f6tet, ein weiterer verletzt. Fast zeitgleich endete f\u00fcr zwei der \u201eChibok-M\u00e4dchen\u201c ihre langj\u00e4hrige Zeit in der Gewalt von Boko Haram.<\/p>\n<h3><strong>Bislang keine L\u00f6segeldforderungen<\/strong><\/h3>\n<p>Der Angriff am Sonntag galt der \u201eBege Baptist Church\u201c im Dorf Madala, Bezirk Chikun. Ein Augenzeuge, selbst Mitglied der Gemeinde, berichtete: \u201eDie militanten Fulani kamen in gro\u00dfer Zahl und konnten ungehindert agieren, weil sie automatische Waffen trugen.\u201c Die Angreifer zwangen 40 Menschen, mit ihnen zu kommen, darunter auch Kinder. Kurz darauf gelang jedoch 24 Personen die Flucht. Aktuell befinden sich noch 16 Gottesdienstbesucher in der Gewalt ihrer Entf\u00fchrer: 4 Frauen, 4 M\u00e4nner und 8 Kinder.<\/p>\n<p>John Hayab, Vertreter der Christlichen Vereinigung von Nigeria (CAN) f\u00fcr den Bundesstaat Kaduna, teilte mit: \u201eWir haben von [den Bewaffneten] noch keine L\u00f6segeldforderung oder irgendetwas anderes bez\u00fcglich der Entf\u00fchrten geh\u00f6rt. Wir beten, dass die Entf\u00fchrer gn\u00e4dig sind und die Menschen zu ihren Familien zur\u00fcckkehren lassen.\u201c<\/p>\n<p>Vor allem im Nordwesten Nigerias kommt es oft vor, dass K\u00e4mpfer aus dem Volk der Fulani Familien \u00fcberfallen, Personen entf\u00fchren und dann L\u00f6segeld verlangen. Sie greifen sowohl christliche als auch gem\u00e4\u00dfigt muslimische Gemeinschaften an. Die Christen sind allerdings ihr bevorzugtes Ziel. Die Angriffe l\u00f6sen bei vielen Traumata aus und wirken l\u00e4hmend auf die Betroffenen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entf\u00fchrten in der Regel emotionalen, physischen und sexuellen Missbrauch erleiden. Ihre Familien bem\u00fchen sich unterdessen verzweifelt, die hohen L\u00f6segeldforderungen zu erf\u00fcllen; viele verarmen dabei. Derartige Angriffe schw\u00e4chen die Kirche sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht erheblich.<\/p>\n<h3><strong>50 Christen in den vergangenen zwei Monaten get\u00f6tet<\/strong><\/h3>\n<p>S\u00e4kulare Nachrichtenquellen bezeichnen die Angreifer im konkreten Fall oft nur sehr allgemein als \u201eBanditen\u201c, doch einige der zur\u00fcckgekehrten Entf\u00fchrten best\u00e4tigten, dass die Bewaffneten Fulbe sprachen und die \u00e4u\u00dferlichen Merkmale von Mitgliedern des Fulani-Volkes aufwiesen.<\/p>\n<p>Kontakte vor Ort berichten, dass der Attacke vom Sonntag bereits eine Reihe von Angriffen durch militante Fulani in der Region vorausgegangen sind. In den letzten zwei Monaten wurden mindestens 50 Christen get\u00f6tet. Zudem gibt es Berichte, nach denen zahlreiche H\u00e4user und Kirchen in dem \u00fcberwiegend von Christen bewohnten Gebiet im S\u00fcden Kadunas niedergebrannt wurden.<\/p>\n<h3><strong>Nach neun Jahren zur\u00fcck in Freiheit<\/strong><\/h3>\n<p>Am vergangenen Wochenende gab es jedoch auch eine gute Nachricht: Die nigerianische Armee konnte zwei der\u00a0vor neun Jahren entf\u00fchrten Chibok-M\u00e4dchen befreien. Es handelt sich um Hauwa Maltha und Esther Marcus. (Etwa 90 M\u00e4dchen sind laut offiziellen Regierungsangaben noch gefangen.) Wie die beiden Frauen gegen\u00fcber lokalen Medien berichteten, wurden sie mit Boko-Haram-K\u00e4mpfern zwangsverheiratet. Als die M\u00e4nner starben oder verschwanden, wurden sie zwei weitere Male mit anderen M\u00e4nnern verheiratet. Hauwa hat drei Kinder, Esther hat mindestens ein Kind. (Quelle: OpenDoors)<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<p><em><span style=\"color: #000000;\">Unterst\u00fctzen<\/span> Sie die Arbeit der Kirche in Nigeria und ihren Einsatz f\u00fcr die Betroffenen von Gewalt und Terror mit Ihrer Spende \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\"><span style=\"color: #ff0000;\">online \u2026 hier\u00a0<\/span><\/a><\/em><em>oder auf folgendes Konto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/>Verwendungszweck: Nigeria<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7. Mai, kam es im nigerianischen Bundesstaat Kaduna zu einem gewaltsamen Angriff auf einen Gottesdienst. Dabei wurden zun\u00e4chst 40 Besucher entf\u00fchrt, von denen ein Gro\u00dfteil sp\u00e4ter entkommen konnte. Ein Christ wurde get\u00f6tet, ein weiterer verletzt. 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