{"id":4498,"date":"2023-06-21T14:46:56","date_gmt":"2023-06-21T12:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4498"},"modified":"2023-06-21T14:47:29","modified_gmt":"2023-06-21T12:47:29","slug":"hindu-nationalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/hindu-nationalismus\/","title":{"rendered":"Von der Regierung gef\u00f6rderter Hindu-Nationalismus ist Ursache der interreligi\u00f6sen Zusammenst\u00f6\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p><em>\u00d6rtliche kirchliche Quellen haben kaum Zweifel daran, dass die Zusammenst\u00f6\u00dfe zwischen Hindus und Christen im Bundesstaat Manipur Teil eines umfassenderen Plans sind, die Hindu-Basis aufzur\u00fctteln, damit sie bei den bevorstehenden Wahlen f\u00fcr die Regierungspartei BJP stimmt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die heftigen Zusammenst\u00f6\u00dfe, zu denen es seit Wochen im indischen Bundesstaat Manipur kommt, seien Teil eines umfassenderen Plans, die interreligi\u00f6se Harmonie zu destabilisieren und die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die hindunationalistische Bharatiya Janata Party (BJP) in Indien zu erh\u00f6hen. Zu diesem Schluss kommt ein indischer Bischof aus dem Norden des Landes, der mit dem p\u00e4pstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) am Telefon sprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bischof, der zum Schutz seiner eigenen Sicherheit darum bat, anonym zu bleiben, steht in direktem Kontakt mit den Christen vor Ort in Imphal, der Hauptstadt von Manipur, und ihrer Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eViele Menschen haben ihr Leben verloren. Die Zeitungen geben nur die best\u00e4tigten F\u00e4lle an, aber es gibt viel mehr Tote, als offiziell ver\u00f6ffentlicht wird. \u00dcber die Gewalttaten in den Randgebieten um die Hauptstadt herum wird viel zu wenig berichtet\u201c, erkl\u00e4rte er.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"692\" height=\"431\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4499\" srcset=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-3.jpg 692w, https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-3-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 692px) 100vw, 692px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein schriftlicher Bericht, der KIRCHE IN NOT am 20. Juni von der Erzdi\u00f6zese Imphal erreichte, best\u00e4tigt dies und besagt, dass mehr als 50 000 Menschen durch den Konflikt vertrieben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer eigentliche Grund f\u00fcr den Konflikt ist die Gr\u00f6\u00dfe der christlichen Bev\u00f6lkerung. Die Kuki und Nnaga beanspruchen zusammen einen gro\u00dfen Teil des Landes des Bundesstaats. Die Hindus bzw. die Meitei sind der Meinung, dass es ihnen erlaubt sein sollte, Land zu besetzen, das den Stammesangeh\u00f6rigen geh\u00f6rt.&nbsp;Das ist das eigentliche Problem hier. Die BJP ist sowohl in der Bundesregierung als auch in Manipur an der Macht, so dass es eine stillschweigende Genehmigung daf\u00fcr gibt\u201c, kommentierte der Bischof im obengenannten Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl nach wie vor das offizielle Narrativ verbreitet werde, dass es sich dabei um einen ethnischen Konflikt handele, sei das Ganze zu einem interreligi\u00f6sen Problem geworden. \u201eEs gibt auch unter den Meitei Christen, und auch ihre Kirchen wurden zerst\u00f6rt, was ein starkes Indiz daf\u00fcr ist, dass es hier nicht nur um Land geht\u201c. Er f\u00fcgte hinzu: \u201eHier ist kein Ende in Sicht, das wird noch lange weitergehen. Und das Misstrauen, das sich zwischen den beiden Gruppen aufgebaut hat, wird nicht so schnell verschwinden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"699\" height=\"474\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4500\" srcset=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-2.jpg 699w, https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/indien-manipur-2-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 699px) 100vw, 699px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verdacht auf staatliche Komplizenschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Meinung wird durch den Bericht aus Imphal best\u00e4tigt, in dem die Zahl der christlichen Kirchen der Meitei, die seit dem Beginn des Konflikts zerst\u00f6rt wurden, mit 249 beziffert wird. Zudem spricht er von mehr als 200 D\u00f6rfern der Kuki, die angegriffen wurden, und unz\u00e4hligen zerst\u00f6rten H\u00e4usern. \u201eWenn man die K\u00e4mpfe zwischen Kuki und Meitei betrachtet, stellt sich die Frage, weshalb Gangs der Meitei 249 Kirchen im Herzen des Meitei-Gebiets niedergebrannt und zerst\u00f6rt haben. Woher wusste die Menge, wo sich die Kirchen befanden, wenn dies nicht bereits vorher geplant war?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In demselben Bericht wird ebenso die Rolle der staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte offen in Frage gestellt. \u201eEs ist schwer zu sagen, ob die staatlichen Kr\u00e4fte zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegen oder mit den Hilferufen \u00fcberfordert waren, oder ob sie mitschuldig waren. Die Abwesenheit von Sicherheitspersonal an Orten, wo es am dringendsten gebraucht worden w\u00e4re, wirft Fragen auf. Wenn es mit rechten Dingen zuging, warum waren die staatlichen Kr\u00e4fte dann nicht einmal an einem der Angriffsorte in der Lage, anhaltende Gewaltepisoden zu verhindern? Warum wurden gef\u00e4hrdete Orte unbewacht gelassen, auch wenn es dort zu versuchten Anschl\u00e4gen gekommen ist?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich wird in dem Dokument ein Angriff auf das pastorale Fortbildungszentrum St. Paul in Imphal detailliert beschrieben. &nbsp;Dreimal drang der Mob in das Geb\u00e4ude ein und verlangte die Ausweise aller Anwesenden, um sich zu vergewissern, dass keine Kuki anwesend waren. Obwohl dies jedes Mal best\u00e4tigt wurde, z\u00fcndeten die Angreifer das Geb\u00e4ude einschlie\u00dflich der Kirche an und zerst\u00f6rten, so viel sie konnten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wahlmanipulation<\/h3>\n\n\n\n<p>Der indische Bischof, der mit KIRCHE IN NOT sprach, sagte, dass das Hauptthema hinter all dem die bevorstehenden Parlamentswahlen seien. \u201eIm kommenden April wird es in ganz Indien Wahlen geben, und so wollen die Hindunationalisten die Menschen vorher terrorisieren. Sie werden Christen und Muslime unter Druck setzen und dann die Hindus dadurch gewinnen. Doch ich hoffe, dass ihr Plan nicht aufgehen wird\u201c, sagte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich lehnte der Bischof jede Verallgemeinerung der indischen Hindus ab und sagte: \u201e90 Prozent von ihnen sind wirklich ausgezeichnete Menschen. Darum haben wir Hoffnung, dass die Dinge nicht so laufen werden. Die gro\u00dfe Mehrheit ist nicht einverstanden mit dem, was vor sich geht, doch sie haben Angst davor, sich dagegen auszusprechen, weil es sie in Schwierigkeiten bringen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In Manipur gibt es seit langem ethnische Spannungen zwischen den \u00fcberwiegend hinduistischen Meitei und den christlichen St\u00e4mmen der Kuki und Nnaga. Letztere werden von der Regierung als Teil der unterprivilegierten Minderheiten anerkannt und genie\u00dfen daher eine Sonderbehandlung einschlie\u00dflich des Zugangs zu Land, das f\u00fcr Stammesangeh\u00f6rige reserviert ist. Die Meitei fordern seit kurzem die gleichen Privilegien, doch die Kuki sind dagegen, da dies zur Besetzung ihrer angestammten Gebiete f\u00fchren k\u00f6nnte. Dies veranlasste die Mitglieder der Meitei-Gruppe zu w\u00fctenden Randalen, die mit einer Jagd auf Mitglieder der Kuki-Gemeinschaft begannen, aber schnell zu Angriffen auf christliche Gebetsst\u00e4tten, Schulen und andere Geb\u00e4ude f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bischof sagte, die Kirche warte darauf, dass sich die Situation vor Ort etwas beruhigt habe, bevor sie sich damit befassen werde, festzustellen, was KIRCHE IN NOT tun k\u00f6nne, um den Opfern zu helfen. Doch in der Zwischenzeit seien alle Menschen guten Willens aufgefordert, zu beten. \u201eBeten Sie f\u00fcr diese Menschen und vor allem f\u00fcr die kommenden Monate. Ich bin mir sicher, dass Gott etwas Gutes aus dieser Situation hervorbringen wird, denn die guten Meitei werden merken, dass sie manipuliert worden sind und dazu gezwungen wurden, andere zu hassen. Ich bin mir da sicher\u201d, so der Bischof. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6rtliche kirchliche Quellen haben kaum Zweifel daran, dass die Zusammenst\u00f6\u00dfe zwischen Hindus und Christen im Bundesstaat Manipur Teil eines umfassenderen Plans sind, die Hindu-Basis aufzur\u00fctteln, damit sie bei den bevorstehenden Wahlen f\u00fcr die Regierungspartei BJP stimmt. 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