{"id":4524,"date":"2023-07-07T10:24:00","date_gmt":"2023-07-07T08:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4524"},"modified":"2023-07-05T14:25:23","modified_gmt":"2023-07-05T12:25:23","slug":"politiker-gibt-diskriminierung-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/politiker-gibt-diskriminierung-zu\/","title":{"rendered":"Politiker gibt Diskriminierung von Christen zu"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geistliche protestieren gegen Ungleichbehandlung<br><\/h2>\n\n\n<p>Kirchenvertreter in Nigeria zeigen sich best\u00fcrzt \u00fcber ein Video, in dem der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, Nasir El-Rufai, systematische Benachteiligung von Christen zugibt. El-Rufai hat den zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna von 2015 bis 2023 geleitet. Er geh\u00f6rt der Partei All Progressive Congress (APC) an \u2013 der politischen Heimat des neuen Pr\u00e4sidenten Bola Tinubu und seines Vorg\u00e4ngers Muhammadu Buhari.<\/p>\n<h3>Faire Behandlung trotz Benachteiligung?<\/h3>\n<p>In einer Rede vor muslimischen Geistlichen erkl\u00e4rte El-Rufai, warum er keine Christen in die lokale Regierung aufgenommen habe: \u201eDiejenigen, die keine Muslime sind, w\u00e4hlen unsere Partei nicht \u2013 zumindest die meisten von ihnen. Warum sollte ich ihnen also das Amt des Vize-Gouverneurs geben?\u201c Im S\u00fcden des Bundesstaats Kaduna sind die Christen in der Mehrheit, im Norden die Muslime. In Nigeria liegt das Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen bei etwa 50:50.<\/p>\n<p>Laut dem ehemaligen Gouverneur habe seine Regierung Christen \u201eimmer fair behandelt\u201c. Gleichzeitig hebt er jedoch hervor, dass er mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiete bevorzugt habe: \u201eDas, was ich Jaba [einem mehrheitlich christlichen Gebiet; Anm. d. Red.] gebe, ist nur ein Teil dessen, was ich Kubau [wo Muslime in der Mehrheit sind] gebe, weil Jaba nicht f\u00fcr uns gestimmt hat.\u201c Abschlie\u00dfend rief El-Rufai seine Zuh\u00f6rer auf, daf\u00fcr zu sorgen, dass auch in Zukunft Muslime die Kommunalpolitik dominieren.<\/p>\n<h3>\u201eHasserf\u00fcllte Deklaration\u201c<\/h3>\n<p>In einem Schreiben an den seit Ende Mai amtierenden Gouverneur von Kaduna, Uba Sani, das dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT vorliegt, bezeichnete eine Gruppe katholischer Priester die \u00c4u\u00dferungen seines Vorg\u00e4ngers als \u201espalterische, hasserf\u00fcllte, jedem staatsm\u00e4nnischen Denken entbehrende Deklaration der politischen Vorherrschaft des Islam in Nigeria\u201c. Die christlichen Gemeinden seien in den vergangenen Jahren \u201eLeidtragende der Schrecken einer ineffizienten Regierungsf\u00fchrung\u201c gewesen, schreiben die Seelsorger.<\/p>\n<p>Nach Recherchen von KIRCHE IN NOT wurden allein seit Anfang 2022 im Bundesstaat Kaduna mindestens elf Priester entf\u00fchrt. Zwei von ihnen wurden ermordet, von zwei anderen fehlt jede Spur. Die Priester kritisierten auch die Unt\u00e4tigkeit der Polizei und der Beh\u00f6rden, Christen und kirchliche Einrichtungen vor islamistischen Gruppen und kriminellen Banden zu sch\u00fctzen: \u201eAls einzige Antwort kamen von der Regierung absurde Anschuldigungen, sie h\u00e4tten ihre M\u00f6rder provoziert und die Gr\u00e4ueltaten seien gerechtfertigte Rachemorde.\u201c<\/p>\n<h3>\u201eReligion darf nie zur Verschleierung von Versagen verwendet werden\u201c<\/h3>\n<p>Trotz dieser scharfen Kritik betonten die Priester aus dem Bundesstaat Kaduna ihren Willen zur Zusammenarbeit mit der Regierung: \u201eDie Religion sollte den Platz einnehmen, der ihr nach der Verfassung zusteht, und darf niemals zur Verschleierung von Inkompetenz und Versagen verwendet werden. Der Frieden und Fortschritt unseres Staates sollen nie einem politischen Zweckdenken weichen.\u201c<\/p>\n<p>Nach Angaben des&nbsp;am 22. Juni erschienenen Berichts \u201eReligionsfreiheit weltweit 2023\u201c von KIRCHE IN NOT ist Nigeria eines der L\u00e4nder, in dem am meisten religi\u00f6se Verfolgung herrscht. Vorwiegend Christen, aber auch Muslime und Anh\u00e4nger traditioneller Glaubensrichtungen fallen der Gewalt zum Opfer. Geistliche und Gl\u00e4ubige leiden unter den Verbrechen der inl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Dschihadisten und kriminellen Banden. Weitere Informationen zur Lage in Nigeria:&nbsp;<a href=\"https:\/\/acninternational.org\/religiousfreedomreport\/de\/berichte\/land\/2023\/nigeria\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht \u00fcber Nigeria&nbsp;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geistliche protestieren gegen Ungleichbehandlung Kirchenvertreter in Nigeria zeigen sich best\u00fcrzt \u00fcber ein Video, in dem der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, Nasir El-Rufai, systematische Benachteiligung von Christen zugibt. 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