{"id":457,"date":"2014-04-07T07:33:45","date_gmt":"2014-04-07T05:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/vandalismus-gegen-marienheiligtum-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:24:48","modified_gmt":"2023-02-23T11:24:48","slug":"vandalismus-gegen-marienheiligtum-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/vandalismus-gegen-marienheiligtum-html\/","title":{"rendered":"Vandalismus gegen Marienheiligtum"},"content":{"rendered":"<p>Mit scharfen Worten hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, die mutma\u00dflich von j\u00fcdischen Extremisten begangenen \u00dcbergriffe gegen das Marienwallfahrtsheiligtum Deir Rafat nahe Jerusalem verurteilt. Bei einer Ortsbegehung am Dienstag Nachmittag sagte Twal angesichts der in der Nacht zuvor erfolgten vandalistischen Akte vor Journalisten: &#8222;Wir verurteilen diese \u00dcbergriffe auf das Sch\u00e4rfste. Wir bedauern diese jungen Leute, die das getan haben. Gleichzeitig fragen wir uns, wer dahinter steckt. Welcher Schule entspringt so eine Geisteshaltung?&#8220;, so der Patriarch. &#8222;Solche Akte sind schlecht f\u00fcr uns Christen, aber auch schlecht f\u00fcr Israel. Ich glaube nicht, dass das eine gute Art ist, den Heiligen Vater n\u00e4chsten Monat hier zu empfangen. Sie sind aber auch schlecht f\u00fcr die, die so etwas tun. Ich hoffe, dass die israelischen Beh\u00f6rden die T\u00e4ter ergreifen und zur Rechenschaft ziehen. Gleichzeitig reicht das aber nicht. Es geht darum, eine neue Art der Erziehung zu beginnen, die von gr\u00f6\u00dferer Offenheit und Respekt gegen\u00fcber dem Anderen gepr\u00e4gt ist.&#8220; Gegen\u00fcber dem internationalen katholischen Hilfswerk &#8222;Kirche in Not&#8220; sagte Twal weiter, dass er sich nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nne, warum ausgerechnet christliche Einrichtungen seit Jahren immer wieder Ziel derartiger \u00dcbergriffe seien: &#8222;Das m\u00fcssen wir die Leute fragen, die dahinter stecken. Hier beten Klausurschwestern f\u00fcr den Frieden im Heiligen Land. Sie sind v\u00f6llig unpolitisch. Ich bin hierhergekommen, um die Schwestern zu ermutigen, keine Angst zu haben. Ich werde sie aber auch bitten, f\u00fcr die T\u00e4ter zu beten. Ich glaube diese Leute sind krank.&#8220;<\/p>\n<p>Unbekannte hatte in der Nacht zuvor in hebr\u00e4ischer Sprache blasphemische Graffiti wie &#8222;Jesus ist ein Affe und Maria eine Kuh&#8220; an die Au\u00dfenmauern des Heiligtums &#8222;Maria K\u00f6nigin von Pal\u00e4stina&#8220; gespr\u00fcht und die Reifen dort parkender Fahrzeuge zerstochen. Au\u00dferdem wurden in einem zweiten Graffito Amerika mit Nazi-Deutschland gleichgesetzt, was als Kritik an den gegenw\u00e4rtigen auf amerikanische Vermittlung hin zustandegekommenen Friedensgespr\u00e4chen zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern gedeutet werden kann. Die Graffiti weisen damit in Richtung der sogenannten Preisschild-Bewegung (price tag). Dabei handelt es sich um eine seit Jahren aktive Bewegung extremistischer Juden, deren Aktionen sich gegen Personen und Einrichtungen richtet, die die j\u00fcdische Besiedlung der von Israel besetzten Gebiete nicht gen\u00fcgend unterst\u00fctzen oder ihr im Weg stehen. Sie h\u00e4tten daf\u00fcr deshalb einen Preis zu bezahlen. Aktionen der Extremisten zielen gegen Pal\u00e4stinenser und islamische Einrichtungen, etwa Moscheen, aber auch gegen israelische siedlungskritische Organisationen und die Sicherheitskr\u00e4fte. Beobachtern zufolge w\u00e4hlen die T\u00e4ter christliche Einrichtungen zum Einen wegen ihrer anti-christlichen Ressentiments aus, zum Anderen, weil sie sich davon eine erh\u00f6hte internationale Medienaufmerksamkeit f\u00fcr ihre politischen Ziele erhoffen.<\/p>\n<p>Patriarch Twal hatte die \u00dcbergriffe schon in seiner Weihnachtsbotschaft 2013 beklagt. W\u00f6rtlich sagte er damals: &#8222;Wir m\u00fcssen feststellen, dass es dieses Jahr in unserer Di\u00f6zese zu einer Zunahme von Vandalismus gekommen ist, der zwanzig Heilige St\u00e4tten oder Orte der Anbetung betrafen, die von Extremisten gezielt angegriffen wurden.&#8220; Tats\u00e4chlich wurden in den letzten Jahren dutzende \u00dcbergriffe gegen christliche Einrichtungen gemeldet. Unter anderem wurden christliche Friedh\u00f6fe in Jerusalem gesch\u00e4ndet, Kirchenmauern beschmiert und die T\u00fcr der Trappistenabtei Latrun zwischen Jerusalem und Tel Aviv in Brand gesetzt. Seitens des israelischen Staates sind diese Akte immer wieder verurteilt worden. Die Betroffenen kritisieren aber h\u00e4ufig, dass die T\u00e4ter nur schleppend gefasst werden. Im Falle Deir Rafat hat die israelische Polizei die Ermittlungen noch am Dienstag aufgenommen.<\/p>\n<p>Bei dem Marienheiligtum von Deir Rafat handelt es sich um das zentrale marianische Heiligtum des Heiligen Landes. 1927 durch Patriarch Luigi Barlassina gegr\u00fcndet, wird die Gottesmutter hier als &#8222;K\u00f6nigin von Pal\u00e4stina&#8220; angerufen. Damit ist keine politische Aussage verbunden, da die Verehrung Mariens unter diesem Namen lange vor Gr\u00fcndung des Staates Israel 1948 ge\u00fcbt wurde. Seit einigen Jahren tun drei Servitenpatres Dienst am Heiligtum. Au\u00dferdem leben zw\u00f6lf Nonnen der kontemplativen Gemeinschaft &#8222;Schwestern von Bethlehem&#8220; in strenger Klausur an dem Ort, dessen  Wallfahrtsfest Ende Oktober begangen wird. Die Schwestern waren f\u00fcr eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Pater Roch Boulanger, ein Mitglied der Servitengemeinschaft sagte &#8222;Kirche in Not&#8220;, dass man f\u00fcr die T\u00e4ter bete. &#8222;Vielleicht erw\u00e4chst ja aus ihrer S\u00fcnde auch eine Gelegenheit zur Umkehr&#8220;, so der Kanadier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit scharfen Worten hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, die mutma\u00dflich von j\u00fcdischen Extremisten begangenen \u00dcbergriffe gegen das Marienwallfahrtsheiligtum Deir Rafat nahe Jerusalem verurteilt. Bei einer Ortsbegehung am Dienstag Nachmittag sagte Twal angesichts der in der Nacht zuvor erfolgten vandalistischen Akte vor Journalisten: &#8222;Wir verurteilen diese \u00dcbergriffe auf das Sch\u00e4rfste. 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