{"id":4689,"date":"2024-01-10T14:41:12","date_gmt":"2024-01-10T13:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4689"},"modified":"2024-01-10T14:41:13","modified_gmt":"2024-01-10T13:41:13","slug":"132-geistliche-2023-entfuhrt-verhaftet-ermordet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/132-geistliche-2023-entfuhrt-verhaftet-ermordet\/","title":{"rendered":"132 Priester und Ordensleute 2023 entf\u00fchrt, verhaftet oder ermordet"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Autorit\u00e4re Regime gehen immer st\u00e4rker gegen kirchliche Mitarbeiter vor<\/h2>\n\n\n<p>Nach Recherchen des weltweiten katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) wurden im vergangenen Jahr mindestens 132 katholische Priester und Ordensfrauen umgebracht, verschleppt oder inhaftiert. Das sind acht Personen mehr als im Vorjahr. Da es in einigen L\u00e4ndern schwierig ist, an verl\u00e4ssliche Informationen zu kommen, d\u00fcrfte die tats\u00e4chliche Zahl noch h\u00f6her sein.<\/p>\n<h3><strong>Besonders viele Inhaftierte in Belarus und Nicaragua <\/strong><\/h3>\n<p>Ein Anstieg ist vor allem bei Kirchenmitarbeitern zu verzeichnen, die in Aus\u00fcbung ihres Dienstes inhaftiert worden sind. KIRCHE IN NOT z\u00e4hlte 2023 weltweit 86 F\u00e4lle, im Vorjahr waren es noch 55. Belarus und Nicaragua f\u00fchren die Liste der Staaten an, in denen die meisten Geistlichen inhaftiert sind. In beiden L\u00e4ndern hat die Kirche wiederholt Menschenrechtsverletzungen und das Vorgehen der autorit\u00e4ren Regierungen \u00f6ffentlich kritisiert.<\/p>\n<p>In Nicaragua wurden im Jahresverlauf 46 Kirchenvertreter interniert, darunter die Bisch\u00f6fe Rolando Jos\u00e9 \u00c1lvarez Lagos und Isidoro del Carmen Mora Ortega. Letzterer wurde wenige Tage vor Weihnachten zusammen mit 18 weiteren Geistlichen festgenommen; Bischof \u00c1lvarez Lagos war im Februar zu 26 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt worden, nachdem er sich geweigert hatte, das Land zu verlassen. Zahlreiche der festgenommenen Priester wurden mittlerweile aus Nicaragua ausgewiesen, das gilt auch f\u00fcr Ordensgemeinschaften wie die \u201eMissionarinnen der N\u00e4chstenliebe\u201c.<\/p>\n<p>In Belarus z\u00e4hlte KIRCHE IN NOT zehn Festnahmen von Geistlichen, drei waren zum Jahresende noch immer hinter Gittern. Nach wie vor interniert sind auch die ukrainischen Redemptoristenpatres Ivan Levytsky und Bohdan Heletta. Sie waren 2022 von russischen Besatzungstruppen wegen angeblicher terroristischer Aktivit\u00e4ten verhaftet worden.<\/p>\n<p>Aus China weisen Informationen darauf hin, dass im Jahresverlauf 2023 bis zu 20 Geistliche zumindest zeitweise interniert worden sind; allerdings sind die tats\u00e4chlichen Zahlen nicht nachpr\u00fcfbar. Von einigen Kirchenvertretern gibt es seit Jahren keine Informationen \u00fcber ihren Aufenthalt.<\/p>\n<p>Mindestens f\u00fcnf Priester und eine Ordensschwester wurden in Indien verhaftet. Diese wurden inzwischen wieder freigelassen; es laufen jedoch gegen einige von ihnen Anklagen wegen unerlaubter Missionst\u00e4tigkeit. In einigen Bundesstaaten Indiens gelten strikte Anti-Konversionsgesetze.<\/p>\n<h3><strong>14 Geistliche ermordet<\/strong><\/h3>\n<p>KIRCHE IN NOT liegen best\u00e4tigte Nachrichten \u00fcber 14 ermordete Geistliche vor, darunter elf Priester. Die H\u00e4lfte dieser F\u00e4lle stand mutma\u00dflich in Zusammenhang mit religi\u00f6ser Verfolgung. So starben in Nigeria im Januar 2023 der Priester Isaac Achi und im September der Priesterseminarist Na\u2019aman Danlami bei Brandanschl\u00e4gen. Ebenfalls ermordet wurde im Oktober der Benediktinernovize Godwin Eze, der zuvor mit zwei Mitbr\u00fcdern verschleppt worden war.<\/p>\n<p>In drei F\u00e4llen sind die Motive nicht zweifelsfrei auszumachen, es wird jedoch ein religionsfeindlicher Hintergrund angenommen. Darunter fallen die T\u00f6tung von Pater Pamphili Nada in Tansania im Juli durch einen offenbar geistig verwirrten Mann sowie des belgischen Salesianerpaters Leopold Fayen im Dezember in der Demokratischen Republik Kongo, der bei einem Einbruch in sein Pfarrhaus erstochen wurde. In Mexiko wurde im Mai Augustinerpater Javier Garcia Villafa\u00f1a erschossen in seinem Auto aufgefunden. Der Priester hatte sich wiederholt gegen die Drogenkartelle gewandt.<\/p>\n<p>Soweit KIRCHE IN NOT in Erfahrung bringen konnte, wurden 2023 keine Ordensfrauen ermordet. Der vatikanische Infodienst Fides hatte zum Jahresende sogar von 20 get\u00f6teten Missionaren gesprochen, dazu z\u00e4hlt die Agentur auch Laienmitarbeiter.<\/p>\n<h3><strong>In Afrika kam es zu den meisten Entf\u00fchrungen<\/strong><\/h3>\n<p>Bei den entf\u00fchrten Priestern und Ordensleuten verzeichnete KIRCHE IN NOT im Vergleich zu 2022 einen R\u00fcckgang von 54 auf 33 Personen. So war etwa Ende des Jahres der deutsche Afrikamissionar Pater Hans-Joachim Lohre in Mali nach einem Jahr aus der Geiselhaft entlassen worden.<\/p>\n<p>Die meisten Entf\u00fchrungen waren mit 28 F\u00e4llen in Nigeria zu verzeichnen. Die meisten verschleppten Personen wurden wieder freigelassen, aber nach wie vor gelten drei Priester aus Nigeria und einer aus Burkina Faso seit mehreren Jahren als vermisst. In Haiti waren zwei Entf\u00fchrungsf\u00e4lle zu verzeichnen; in \u00c4thiopien wurde eine Ordensfrau entf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Informationen von KIRCHE IN NOT stammen von Projektpartnern und aus eigenen Recherchen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorit\u00e4re Regime gehen immer st\u00e4rker gegen kirchliche Mitarbeiter vor Nach Recherchen des weltweiten katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) wurden im vergangenen Jahr mindestens 132 katholische Priester und Ordensfrauen umgebracht, verschleppt oder inhaftiert. Das sind acht Personen mehr als im Vorjahr. 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