{"id":4693,"date":"2024-01-17T09:30:31","date_gmt":"2024-01-17T08:30:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4693"},"modified":"2024-01-12T09:41:55","modified_gmt":"2024-01-12T08:41:55","slug":"14-800-angriffe-auf-christliche-einrichtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/14-800-angriffe-auf-christliche-einrichtungen\/","title":{"rendered":"Rund 14.800 Angriffe auf Kirchen, christliche Schulen und Krankenh\u00e4user"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Regierungen und Extremisten wollen christliches Leben ausl\u00f6schen<\/h2>\n\n\n<p>Die Zahl der zerst\u00f6rten oder geschlossenen christlichen Einrichtungen wie Kirchen, Schulen oder Krankenh\u00e4user hat in den vergangenen Monaten ein besorgniserregendes Ausma\u00df angenommen, berichtet Open Doors. Im Berichtszeitraum 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 des neuen Weltverfolgungsindex wurden 14.766 christliche Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt oder geschlossen. Dar\u00fcber hinaus spitzt sich die Situation der Christen in Subsahara-Afrika weiter dramatisch zu; in immer mehr L\u00e4ndern sind sie von extremer Gewalt betroffen.<br \/><br \/>Der Weltverfolgungsindex (WVI), der am 17. J\u00e4nner 2024 ver\u00f6ffentlicht wurde, listet die 50 L\u00e4nder auf, in denen es f\u00fcr Christen am gef\u00e4hrlichsten ist, ihren Glauben zu leben und zu bekennen. Christen sind in vielen L\u00e4ndern gro\u00dfer Feindseligkeit, Hass und der Androhung ihrer Vertreibung oder Vernichtung ausgesetzt. Die Verfolger sind Regierungen, die Kirchen zerst\u00f6ren oder schlie\u00dfen lassen, extremistische Gruppen, die D\u00f6rfer und Gottesdienste \u00fcberfallen und Christen ermorden sowie zusammengerottete Menschenmengen, die mit roher Gewalt Christen vertreiben oder ermorden. Aber auch Clans und Familien verfolgen ihre engsten Angeh\u00f6rigen, wenn sie zum christlichen Glauben konvertieren.<br \/><br \/><strong>Gewalt gegen Christen: Angriffe auf Kirchen sowie unmittelbare physische Gewalt<\/strong><br \/><br \/>Die zehn L\u00e4nder des WVI 2024, in denen die meisten Kirchen betroffen waren, sind: China, Indien, Nigeria, Nicaragua, \u00c4thiopien, Ruanda, Sudan, Burkina Faso, Niger und Angola.<br \/><br \/>In China (Rang 19 auf dem Weltverfolgungsindex) wurden aufgrund alter und neuer Ma\u00dfnahmen des Regimes mehr als 10.000 Kirchen geschlossen. Dagegen werden in Pakistan (# 7) und Indien (# 11) Angriffe auf Kirchen \u00fcberwiegend durch gewaltt\u00e4tige Menschenansammlungen ver\u00fcbt. Im indischen Bundesstaat Manipur wurden im Mai 2023 insgesamt etwa 400 Kirchen zerst\u00f6rt. Mehr als 100 Christen wurden dabei ermordet, Zehntausende vertrieben. Die UN \u00e4u\u00dferte in einer Erkl\u00e4rung ihr Entsetzen \u00fcber die Gewalt, die vielfach gegen christliche M\u00e4dchen und Frauen gerichtet ist. Die Zahl der wegen ihres Glaubens ermordeten Christen in Indien stieg von 17 im Vorjahr auf mindestens 160.<br \/><br \/>Mehr als 82 Prozent der weltweit wegen ihres Glaubens get\u00f6teten Christen lebten in Nigeria (# 6). In Subsahara-Afrika wurden weitaus mehr Morde im Zusammenhang mit dem Glauben ver\u00fcbt als in jeder anderen Region auf dem WVI. Das ist eine Entwicklung, die seit mehreren Jahren zu beobachten ist.<br \/><br \/>In \u00c4thiopien (# 32) nahm die Zahl der Angriffe auf Kirchen und Schulen dramatisch zu, von 22 im Vorjahr auf 284. In Burkina Faso (# 20) und der Zentralafrikanischen Republik (# 28) stieg die Zahl der verbrannten, gepl\u00fcnderten oder beschlagnahmten Gesch\u00e4fte in christlichem Besitz sprunghaft an. Weiteren afrikanischen L\u00e4ndern auf dem WVI droht eine \u00e4hnliche Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Kirchliches Leben von Ausl\u00f6schung bedroht: Angriffe und Schlie\u00dfungen in gro\u00dfer Zahl in China und Indien<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahlen zeigen, dass Kirchen in China (gesch\u00e4tzte 10.000 geschlossene Kirchen) und Indien (2.228 angegriffene Kirchen) am st\u00e4rksten von Schlie\u00dfung oder Zerst\u00f6rung bedroht sind. Auf diese beiden L\u00e4nder entfallen fast 83 Prozent aller Angriffe oder Schlie\u00dfungen von Kirchen in allen L\u00e4ndern des WVI 2024.<br \/><br \/>China hat durch eine Reihe alter und neuer autorit\u00e4rer Ma\u00dfnahmen Tausende von Kirchen geschlossen. Gro\u00dfe, nicht registrierte \u00bbHauskirchen\u00ab, die in Hotels oder B\u00fcrogeb\u00e4uden zusammentrafen, wurden gezwungen, sich in eine Vielzahl von weniger sichtbaren Hausgruppen aufzuspalten. Viele Veranstaltungsorte wurden gen\u00f6tigt, auch staatlich anerkannte Kirchen auszusperren. Diese mussten h\u00e4ufig mit gr\u00f6\u00dferen Kirchen fusionieren, um der Regierung eine einfachere Kontrolle zu erm\u00f6glichen.<br \/><br \/>Im Gegensatz dazu werden die Angriffe auf Kirchen in Indien von aggressiven Mobs ver\u00fcbt. Nach Angaben des Erzbischofs von Imphal, Dominic Lupon, wurden in den ersten 36 Stunden der Gewalt in Manipur 249 Kirchen zerst\u00f6rt. Dabei handelte es sich ausschlie\u00dflich um Kirchen der Meitei, die nicht vom Stamm der Kuki (die mehrheitlich Christen sind), sondern von Meitei-Hindus zerst\u00f6rt wurden, die also Christen aus ihrem eigenen Stamm angriffen. Im gesamten Verlauf der Unruhen wurden etwa 400 Kirchen zerst\u00f6rt.<br \/><br \/>Zwei Probleme in Subsahara-Afrika: radikaler Islam und autokratische Regime, die durch Einfluss von au\u00dfen gest\u00e4rkt werden<\/p>\n<p>In 18 der 26 L\u00e4nder des WVI, die s\u00fcdlich der Sahara liegen, wurden mindestens 4.606 Christen wegen ihres Glaubens get\u00f6tet, mehr als 82 Prozent der weltweit get\u00f6teten Christen lebten in Nigeria. 15 dieser 26 L\u00e4nder erreichten die h\u00f6chste Stufe in der Bewertung der Gewalttaten gegen Christen.<br \/><br \/>\u00bbDie Bedrohung durch militante Islamisten in Subsahara-Afrika hat sich so versch\u00e4rft, dass viele Christen in der Region zunehmend Angst haben\u00ab, erl\u00e4utert Frans Veerman, Leiter von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. \u00bbChristen werden gezielt ins Visier genommen oder sind besonders verwundbar auf einem Kontinent, der von dem doppelten Problem radikaler islamischer Elemente und zunehmend autokratischer Regime heimgesucht wird. Das stellt eine st\u00e4ndig wachsende Bedrohung f\u00fcr Christen in Subsahara-Afrika dar. Man muss erwarten, dass dieser doppelte Druck sie \u00fcberw\u00e4ltigen und sie aus ihren H\u00e4usern und D\u00f6rfern vertreiben wird, wenn er nicht unter Kontrolle gebracht wird. Mindestens 16,2 Millionen Christen in Subsahara-Afrika wurden bis Ende 2022 gewaltsam vertrieben, davon \u00fcber hunderttausend als direkte Reaktion auf religi\u00f6se Verfolgung.\u00ab<br \/><br \/>Veerman appelliert an die Regierungen der betroffenen L\u00e4nder: \u00bbDie Regierungen in der Region m\u00fcssen geeignete Ma\u00dfnahmen ergreifen, um dem wachsenden Einfluss dschihadistischer Gruppen entgegenzuwirken, und dem Schutz der Bev\u00f6lkerung vor Angreifern Priorit\u00e4t einr\u00e4umen. Ohne diese Ma\u00dfnahmen werden die einst bl\u00fchenden christlichen Gemeinschaften verschwinden.\u00ab<br \/><br \/>Radikale islamische Gruppen, die instabile politische Verh\u00e4ltnisse ausnutzen, sind auf dem gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet. Die Umbr\u00fcche in der Regierungsf\u00fchrung und Sicherheit haben den dschihadistischen Aktivit\u00e4ten T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, wie sie beispielsweise in Burkina Faso, Mali (# 14), Mosambik (# 39), Nigeria und Somalia (# 2) zu beobachten sind.<br \/><br \/><strong>Weitere Schlaglichter: Nicaragua (# 30) und Nordkorea (# 1)<\/strong><\/p>\n<p>Die kommunistischen Diktaturen in Lateinamerika stehen der Kirche zunehmend feindlich gegen\u00fcber. In Nicaragua zeigt sich das besonders deutlich, das Land ist auf dem WVI 2024 um 20 Pl\u00e4tze gestiegen. Die Regierung Ortega unterdr\u00fcckt die Religionsfreiheit immer offener. Universit\u00e4ten und anderen Einrichtungen, die mit der Kirche verbunden sind, wird die Zulassung entzogen. In christlichem Besitz befindliche Immobilien und Medien werden beschlagnahmt. Kritiker dieser Restriktionen durch die Regierung, sowohl kirchliche als auch weltliche, werden verhaftet, ebenso wie ihre Verteidiger. So wurde im Februar 2023 dem katholischen Bischof von Matagalpa, Rolando \u00c1lvarez, als einem offenen Verfechter der b\u00fcrgerlichen Freiheiten die Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen und er wurde zu 26 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt.<br \/><br \/>Nordkorea steht erneut auf Platz eins des Weltverfolgungsindex, wie schon seit 1992, mit Ausnahme von 2022, als Afghanistan nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban den WVI anf\u00fchrte. Christen sind gezwungen, ihren Glauben in v\u00f6lliger Geheimhaltung zu praktizieren. Berichte \u00fcber Razzien gelangen nur selten in die internationalen Medien, aber ein Beispiel wurde im April 2023 bekannt, als sich f\u00fcnf Christen in einem abgelegenen Bauernhaus im Zentrum Nordkoreas zum Gebet versammelten, nur um festzustellen, dass die Polizei von einem Informanten benachrichtigt worden war und auf sie wartete. Den f\u00fcnf verhafteten Christen drohen nun Jahre der Zwangsarbeit unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen.<br \/><br \/>In Nordkorea gibt es etwa 200.000 politische und religi\u00f6se Gefangene, die in mehreren \u00fcber das ganze Land verteilten Lagern festgehalten werden. Sch\u00e4tzungsweise 50.000 bis 70.000 von ihnen sind Christen, die nur aufgrund ihres Glaubens inhaftiert sind. (Quelle: Open Doors, Bild: KIRCHE IN NOT)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regierungen und Extremisten wollen christliches Leben ausl\u00f6schen Die Zahl der zerst\u00f6rten oder geschlossenen christlichen Einrichtungen wie Kirchen, Schulen oder Krankenh\u00e4user hat in den vergangenen Monaten ein besorgniserregendes Ausma\u00df angenommen, berichtet Open Doors. Im Berichtszeitraum 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 des neuen Weltverfolgungsindex wurden 14.766 christliche Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt oder geschlossen. 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