{"id":4764,"date":"2024-03-04T08:50:10","date_gmt":"2024-03-04T07:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4764"},"modified":"2024-03-04T08:50:10","modified_gmt":"2024-03-04T07:50:10","slug":"leben-mit-dem-terror","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/leben-mit-dem-terror\/","title":{"rendered":"Leben mit dem Terror"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bischof Justin Kientega schildert die aktuelle Lage im Land<\/h2>\n\n\n<p>In einer von KIRCHE IN NOT organisierten Pressekonferenz hat Justin Kientega, Bischof der Di\u00f6zese Ouahigouya in Burkina Faso, \u00fcber die aktuelle Situation in seiner Heimat berichtet. Seit 2015 wird das westafrikanische Land von Aktivit\u00e4ten terroristischer Gruppen ersch\u00fcttert, die der Bev\u00f6lkerung eine radikale Form des Islams aufzwingen wollen. J\u00fcngstes Beispiel ist der Anschlag am vergangenen Sonntag (25. Februar) im Bistum Dori im Norden des Landes, als Terroristen einen Gottesdienst \u00fcberfielen und 12 Menschen t\u00f6teten, darunter ein vierj\u00e4hriges Kind und eine Vierzehnj\u00e4hrige.<\/p>\n<p>\u201eDie Terroristen kommen mit dem Motorrad in die D\u00f6rfer, versammeln die Menschen und sagen ihnen, dass sie nicht in die Schule gehen und den Beh\u00f6rden nicht gehorchen sollen. Sie weisen die M\u00e4nner an, sich einen Bart wachsen zu lassen und die Frauen, den muslimischen Schleier zu tragen. Manchmal nehmen sie eine Person und t\u00f6ten sie vor aller Augen\u201c, schilderte Bischof Kientega das typische Vorgehen der Terroristen.<\/p>\n<p>In seinem Bistum leben 1,2 Millionen Menschen, davon rund 200 000 Christen, mehrheitlich Katholiken. Landesweit sind laut Studie \u201eReligionsfreiheit weltweit 2023\u201c von KIRCHE IN NOT rund 55 Prozent der Einwohner Muslime, 23 Prozent Christen.<\/p>\n<p>Die Christen seien oft mit h\u00e4rteren Strafen und Anweisungen konfrontiert.\u00a0 \u201eIn einigen D\u00f6rfern erlauben sie [die Terroristen] den Menschen zu beten, verbieten aber den Katechismus; in anderen Orten sagen sie den Christen, dass sie sich nicht in der Kirche versammeln d\u00fcrfen, um zu beten\u201c, sagte Bischof. \u201eIn meiner Di\u00f6zese sind zwei Pfarreien geschlossen, weil die Priester gehen mussten, und zwei weitere sind abgeriegelt, niemand kann hinein oder heraus,\u201c sagte der Bischof.\u00a0<\/p>\n<h3><strong>Humanit\u00e4re Katastrophe<\/strong><\/h3>\n<p>Die anhaltende Verfolgung h\u00e4tte in der Zwischenzeit auch zu einer humanit\u00e4ren Katastrophe gef\u00fchrt. Viele Menschen verlie\u00dfen ihre D\u00f6rfer und suchten Schutz in den St\u00e4dten, weil dort die Pr\u00e4senz der Armee und der Polizei gr\u00f6\u00dfer sei. \u201eIn allen St\u00e4dten tun die Christen ihr Bestes, um diesen Menschen zu helfen. In vielen Pfarren werden sie willkommen gehei\u00dfen, und man versucht, Lebensmittel f\u00fcr sie zu organisieren.\u201c Bischof Kientega dankte in der Pressekonferenz ausdr\u00fccklich f\u00fcr die Hilfe durch den Staat. \u201eDie Regierung tut wirklich ihr Bestes. Sie organisiert Konvois, um Lebensmittel in die abgeriegelten D\u00f6rfer zu bringen. Auch die Armee tut ihr Bestes, um den Menschen zu helfen.\u201c KIRCHE IN NOT f\u00f6rdert ebenfalls Projekte in Burkina Faso, um die Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen.<\/p>\n<p>Dennoch breitet sich seit einigen Jahren der Terrorismus im Land aus. Burkina Faso war lange bekannt f\u00fcr den gegenseitigen Respekt zwischen den verschiedenen Gemeinschaften im Land. Bischof Kientega fragt sich, woher die Terroristen die Waffen h\u00e4tten, obwohl es im Land keine Waffenfabrik gebe. \u201eWir fragen uns: Wie konnte das passieren? Wer unterst\u00fctzt sie? Wer finanziert sie? Einige von ihnen stammen aus Burkina Faso, sie sind unsere Br\u00fcder. Warum entf\u00fchren und t\u00f6ten sie Menschen? Warum stehlen sie Waren und Tiere und brennen D\u00f6rfer nieder?\u201c Bischof Kientega erkl\u00e4rt, dass in vielen F\u00e4llen arbeitslose Jugendliche mit dem Versprechen auf Arbeit von terroristischen Organisationen angelockt werden. Doch es bleibe ihm ein R\u00e4tsel, wer diese Gruppen im Einzelnen finanziert und mit Waffen versorgt.<\/p>\n<p>Trotz der Schwierigkeiten und der Verfolgung, mit denen die christliche Minderheit konfrontiert ist, betont Bischof Kientega, dass keiner von ihnen den Forderungen der Terroristen, den Islam anzunehmen, nachgebe. \u201eIn dieser Situation akzeptieren einige Christen den Tod. Viele weigerten sich, die Kreuze, die sie tragen, abzulegen. Die Christen suchen immer wieder andere Wege, um ihren Glauben zu leben und zu beten.\u201c<\/p>\n<h3><strong>Christen bleiben trotz Bedrohung ihrem Glauben treu<\/strong><\/h3>\n<p>Die Arbeit der Kirche werde im Land gew\u00fcrdigt. Sie betreibt viele Schulen, auch wenn bereits einige von ihnen von den Terroristen geschlossen wurden. Bischof Kientega erinnert sich an eine Begegnung mit einem Vorsteher eines Dorfes, der der traditionellen Religion angeh\u00f6rte. Die Bewohner seien froh, dass der Pfarrer geblieben sei, denn er sei eine Quelle der Kraft f\u00fcr sie. \u201eAlle Hilfe, die der Pfarrer erhalte, teile er mit allen, Christen, Muslimen und Gl\u00e4ubigen traditioneller Religionen. Er sagte, dass sie sehen, dass der Pfarrer die Menschlichkeit wertsch\u00e4tze und keinen Unterschied mache.\u201c<\/p>\n<p>Der Bischof weiter: \u201eWir wissen, dass der Papst uns nahe ist, und sp\u00fcren die Pr\u00e4senz der Weltkirche. Aber die Hauptsache ist \u2013 und das ist sehr wichtig \u2013, dass daf\u00fcr gebetet wird, dass der Herr die Herzen dieser Terroristen ber\u00fchrt. Wir beten jeden Tag f\u00fcr ihre Bekehrung.\u201c<\/p>\n<p><em>Bitte unterst\u00fctzen Sie die Arbeit der Kirche in Burkina Faso mit Ihrer Spende \u2013 online unter: <strong><span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\">www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden<\/a><\/span><\/strong><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bischof Justin Kientega schildert die aktuelle Lage im Land In einer von KIRCHE IN NOT organisierten Pressekonferenz hat Justin Kientega, Bischof der Di\u00f6zese Ouahigouya in Burkina Faso, \u00fcber die aktuelle Situation in seiner Heimat berichtet. 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