{"id":4867,"date":"2024-07-02T14:18:47","date_gmt":"2024-07-02T12:18:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4867"},"modified":"2024-07-02T14:18:47","modified_gmt":"2024-07-02T12:18:47","slug":"junger-christ-zum-tode-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/junger-christ-zum-tode-verurteilt\/","title":{"rendered":"Junger Christ zum Tode verurteilt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer umstrittenen Entscheidung hat das Anti-Terror-Gericht in Sahiwal den jungen Christen Ehsan Shan zum Tode verurteilt, weil er angeblich einen blasphemischen Beitrag in den sozialen Medien verbreitet haben soll, der als Ursache f\u00fcr die Gewaltausbr\u00fcche in Jaranwala am 16. August 2023 gilt. Das Urteil, das am 1. Juli ver\u00f6ffentlicht wurde, sieht vor, dass der Verurteilte zun\u00e4chst eine Gef\u00e4ngnisstrafe von insgesamt 22 Jahren verb\u00fc\u00dfen und eine Geldstrafe von einer Million Rupien zahlen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehsan Shan wurde beschuldigt, blasphemische Inhalte auf der Social-Media-Website TikTok geteilt zu haben, die f\u00fcr die Gewalttaten in Jaranwala im August 2023 verantwortlich gemacht wurde. Nach dem Vorwurf der Sch\u00e4ndung des Korans zerst\u00f6rte und z\u00fcndete ein Mob von Militanten Dutzende von christlichen H\u00e4usern und etwa 26 Kirchen im christlichen Viertel der Stadt im Punjab an. Aufgrund von Geheimdienstberichten nahm die Polizei drei Tage nach den Ausschreitungen einige Personen fest, die der Blasphemie beschuldigt wurden. Nach Angaben der Polizei hat der junge Mann die blasphemischen Inhalte nicht selbst verfasst, sondern sie nur weitergegeben, so dass sie im Internet verbreitet wurden.<br>Nach Ansicht von Vertretern der \u00f6rtlichen christlichen Gemeinschaft ist der junge Mann &#8222;nur ein S\u00fcndenbock&#8220;, w\u00e4hrend diejenigen, die Kirchen und christliche H\u00e4user angegriffen und niedergebrannt haben, ungestraft bleiben. Im vergangenen Februar hatte der Oberste Gerichtshof Pakistans den Bericht der Staatsanwaltschaft \u00fcber die Massengewalt in Jaranwala zur\u00fcckgewiesen und ihn als &#8222;\u00e4u\u00dferst mangelhaft&#8220; bezeichnet, da ihm relevante Informationen und Einzelheiten \u00fcber die Verhaftungen fehlten. In einer Anh\u00f6rung vor dem Obersten Gerichtshof erkl\u00e4rte ein Justizbeamter aus der Provinz Punjab, dass nach 304 Festnahmen nur 22 Beschwerden registriert und nur 18 Anklagen formell erhoben worden seien. Daher ordnete das Gericht an, dass ein neuer Bericht erstellt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Jetzt ist eine schwere Ungerechtigkeit geschehen. Das Urteil gegen Ehsan Shan symbolisiert den virtuellen Tod aller Christen im heutigen Pakistan. F\u00fcr die Gewalt und die Zerst\u00f6rung, die in Jaranwala stattgefunden haben, wird nur ein einziger Schuldiger ermittelt, und das ist ein Christ&#8220;, beklagt die Nichtregierungsorganisation \u201eCentre for Legal Aid, Assistance and Settlement\u201c (CLAAS) fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall hat die Debatte \u00fcber das Blasphemiegesetz und seine Auswirkungen neu entfacht und die Aufmerksamkeit erneut auf die dringende Notwendigkeit einer Gesetzesreform gelenkt. Das Gesetz wird h\u00e4ufig missbraucht, wenn es um pers\u00f6nliche Streitigkeiten geht. Es gibt zahlreiche F\u00e4lle, in denen Christen, Hindus, Muslime und Ahmadi zu Unrecht beschuldigt und inhaftiert werden, w\u00e4hrend einfache Anschuldigungen zu Massengewalt und willk\u00fcrlichen Hinrichtungen f\u00fchren k\u00f6nnen<br>Ein aktueller Fall ist ein Lynchmord in Sargodha, wo die Angeklagten gegen Kaution freigelassen wurden. Und in den letzten Tagen t\u00f6tete ein gewaltt\u00e4tiger Mob einen muslimischen Mann, einen Touristen, der beschuldigt wurde, den Koran in der Bergstadt Madyan im Swat-Distrikt der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa beleidgt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSolche Vorf\u00e4lle&#8220;, so der katholische Anwalt Khalil Tahir Sandhu, Senator und Minister f\u00fcr Menschenrechte in der Provinz Punjab, &#8222;unterstreichen die wachsende Trendenz zur Gewalt durch den Mob in Pakistan, der das Gef\u00fchl der Unsicherheit in der Gesellschaft verst\u00e4rkt&#8220;. Der Missbrauch der Blasphemiegesetze und das Ausbleiben gerichtlicher Ma\u00dfnahmen&#8220;, so Sandhu, &#8222;untergraben nicht nur das nationale Gef\u00fcge Pakistans, sondern haben auch erhebliche internationale Auswirkungen&#8220;. (Quelle: Fidesdienst)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer umstrittenen Entscheidung hat das Anti-Terror-Gericht in Sahiwal den jungen Christen Ehsan Shan zum Tode verurteilt, weil er angeblich einen blasphemischen Beitrag in den sozialen Medien verbreitet haben soll, der als Ursache f\u00fcr die Gewaltausbr\u00fcche in Jaranwala am 16. August 2023 gilt. Das Urteil, das am 1. 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