{"id":4947,"date":"2024-10-22T09:45:00","date_gmt":"2024-10-22T07:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4947"},"modified":"2024-10-21T14:45:46","modified_gmt":"2024-10-21T12:45:46","slug":"priester-und-menschenrechtler-ermordet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/priester-und-menschenrechtler-ermordet\/","title":{"rendered":"Priester und Menschenrechtler ermordet"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Nachricht \u00fcber die Ermordung eines indigenen Priester der Volksgruppe der Tsotsil, der im Viertels Cuxtitali in San Cristobal de las Casas (im Bundesstaat Chiapas) als Gemeindepfarrer t\u00e4tig war, ist erst wenige Stunden alt. Der \u00dcberfall auf Pfarrer Marcelo P\u00e9rez P\u00e9rez, so der Name des Opfers, ereignete sich auf dem R\u00fcckweg von der Pfarre \u201eNuestra Se\u00f1ora de Guadalupe\u201c in San Cristobal de las Casas, wo er die Messe gefeiert hatte. Den laufenden Ermittlungen zufolge n\u00e4herten sich zwei bewaffnete M\u00e4nner auf Motorr\u00e4dern dem Auto, in dem Pater Marcelo sa\u00df, und erschossen ihn am Sonntagmorgen, den 20. Oktober.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Priester war bekannt f\u00fcr seinen Einsatz f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in den indigenen Gemeinden der Region und als Vermittler bei Konflikten in Gebieten wie Pantelh\u00f3, wo Gewalt und Unsicherheit erheblich zugenommen haben und bewaffnete Gruppen seit langem um die Kontrolle \u00fcber das Gebiet k\u00e4mpfen, und hatte im Laufe der Jahre eine Reihe von Morddrohungen erhalten, auch wegen seiner Aktionen und Anprangerungen der Aktionen bewaffneter Gruppen in der Region.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der st\u00e4ndigen Drohungen hatte die Di\u00f6zese San Crist\u00f3bal de las Casas beschlossen, ihn von der Gemeinde Simojovel in die Gemeinde Nuestra Se\u00f1ora de Guadalupe zu versetzen. \u201eChiapas ist eine Zeitbombe, es werden viele Menschen vermisst, entf\u00fchrt und vom organisierten Verbrechen umgebracht\u201c, sagte er in einem Interview am vergangenen 13. September w\u00e4hrend einer Friedenskundgebung, an der Gemeindemitglieder aus den drei Di\u00f6zesen von Chiapas teilnahmen. Im August 2024 hatte er bekr\u00e4fitgt, dass man in Simojovel ein Kopfgeld von einer Million Pesos (knapp 50.000 Euro) auf sein Leben ausgesetzt habe, dass er aber unter dem Schutz Gottes seinen Friedensprozess fortsetzen werde. \u201eIch habe ein g\u00f6ttliches Mandat\u201c, erkl\u00e4rte er am 2. August 2024 gegen\u00fcber der Zeitung \u201eEl Sol de M\u00e9xico\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn b\u00e4uerlicher Eltern wurde in der Gemeinde Chichelalh\u00f3, in San Andr\u00e9s Larr\u00e1inzar (Chiapas) geboren. Er besuchte das Priesterseminar, wurde am 6. April 2002 zum Priester geweiht und begann seine kirchliche Arbeit als Gemeindepfarrer in Chenalh\u00f3, wo er Kontakt zu den \u00dcberlebenden des Massakers von Acteal im Jahr 1997 hatte. Er war jahrzehntelang als Menschenrechtsaktivist t\u00e4tig und lebte mehr als 10 Jahre lang in Simojovel. Er koordinierte die Sozialpastoral der Provinz Chiapas, zu der die Di\u00f6zesen der Gemeinden San Crist\u00f3bal de Las Casas, Tapachula und Tuxtla Guti\u00e9rrez geh\u00f6ren, und unterst\u00fctzte indigene religi\u00f6se Organisationen und Gruppen, leitete Wallfahrten und brachte Aktivit\u00e4ten zu Gesundheit, Armut und Gewalt in Simojovel auf den Weg. Nachdem er als Priester 10 Jahre lang Gemeindepfarrer in Chenalh\u00f3, 10 Jahre lang in Simojovel war, war er nun seit mehr als zwei Jahren f\u00fcr die Pfarre Unsere Liebe Frau von Guadalupe verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2010 wurde mit dem \u201ePer Anger 2020\u201c-Preis ausgezeichnet, der an Personen und Organisationen verliehen wird, die sich f\u00fcr Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Unterdessen brachte der emeritierter Bischof von San Crist\u00f3bal de las Casas, Kardinal Felipe Arizmendi Esquivel, seine tiefe Trauer zum Ausdruck und erinnerte daran, dass Pfarrer Marcelo einer der ersten indigenen Priester aus der Volksgruppe der Tsotsile war, die er weihte. \u201eEr hat sich immer f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden unter den indigenen V\u00f6lkern eingesetzt, vor allem in Simojovel, und die Opfer der internen Gewalt in Pantelh\u00f3 begleitet\u201c, sagte Kardinal Esquivel. Dem Kardinal zufolge hat sich der Priester nie parteipolitisch engagiert, sondern sich stets f\u00fcr Respekt und Gerechtigkeit zwischen den Gemeinschaften eingesetzt: \u201eEr hat daf\u00fcr gek\u00e4mpft, dass die Werte des Reiches Gottes in den Gemeinschaften lebendig werden. Die Werte von Wahrheit und Leben, Heiligkeit und Gnade, Gerechtigkeit, Liebe und Frieden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cPfarrer Marcelo P\u00e9rez war ein lebendiges Beispiel f\u00fcr priesterliches Engagement f\u00fcr die Bed\u00fcrftigsten und Schw\u00e4chsten der Gesellschaft. Sein seelsorgerisches Wirken, das sich durch seine N\u00e4he zu den Menschen und seine st\u00e4ndige Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Bed\u00fcrftigsten auszeichnete, hinterl\u00e4sst ein Verm\u00e4chtnis der Liebe und des Dienstes, das in den Herzen all derer bleiben wird, die er durch seinen Dienst ber\u00fchrt hat\u201c, so die Mexikanische Bischofskonferenz in einem Kommuniqu\u00e9 zum gewaltsamen Tod des Priesters, das von ihrem Pr\u00e4sidenten Rogelio Cabrera L\u00f3pez und ihrem Generalsekret\u00e4r Ram\u00f3n Castro Castro unterzeichnet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Ermordung von Pater Marcelo beraubt die Gemeinde nicht nur eines Seelsorgers, der sich f\u00fcr sein Volk eingesetzt hat, sondern bringt auch eine prophetische Stimme zum Schweigen, die unerm\u00fcdlich f\u00fcr Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit in der Region Chiapas gek\u00e4mpft hat. Marcelo P\u00e9rez war ein lebendiges Beispiel f\u00fcr priesterliches Engagement f\u00fcr die Bed\u00fcrftigsten und Schw\u00e4chsten der Gesellschaft\u201c, so die Bischofskonferernz. Die Bisch\u00f6fe fordern die Beh\u00f6rden auf, \u201eeine umfassende und transparente Untersuchung durchzuf\u00fchren, um dieses Verbrechen aufzukl\u00e4ren und Pater Marcelo P\u00e9rez Gerechtigkeit widerfahren zu lassen\u201c, \u201ewirksame Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Priestern und pastoralen Mitarbeitern zu gew\u00e4hrleisten\u201c und \u201eihre Anstrengungen im Kampf gegen Gewalt und Straflosigkeit zu verdoppeln, die die Region Chiapas\u201c und das Land im Allgemeinen plagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen untersucht die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Chiapas den Mord. Das mexikanische Sekretariat f\u00fcr Sicherheit und Schutz der B\u00fcrger \u00fcbermittelte eine Botschaft der \u201eSolidarit\u00e4t mit der katholischen Gemeinde und der Verpflichtung der mexikanischen Regierung, dass es keine Straflosigkeit geben wird\u201c. (Quelle: Fidesdienst)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachricht \u00fcber die Ermordung eines indigenen Priester der Volksgruppe der Tsotsil, der im Viertels Cuxtitali in San Cristobal de las Casas (im Bundesstaat Chiapas) als Gemeindepfarrer t\u00e4tig war, ist erst wenige Stunden alt. 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