{"id":4992,"date":"2024-12-04T08:21:50","date_gmt":"2024-12-04T07:21:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=4992"},"modified":"2024-12-03T08:30:31","modified_gmt":"2024-12-03T07:30:31","slug":"nordkorea-christen-im-untergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/nordkorea-christen-im-untergrund\/","title":{"rendered":"Christen im Untergrund"},"content":{"rendered":"\n<p>Nordkorea geh\u00f6rt unbestritten zu den gef\u00e4hrlichsten L\u00e4ndern der Welt f\u00fcr Christen. Dies geht aus einer Liste hervor, die jedes Jahr vom p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c ver\u00f6ffentlicht wird. Im j\u00fcngsten Bericht \u201eVerfolgt und unterdr\u00fcckt\u201c betonte \u201eKirche in Not\u201c Ende Oktober, dass es in dem von der Kim-Dynastie gef\u00fchrten Land nur eine einzige Glaubensrichtung gibt, n\u00e4mlich die sogenannte \u201eJuche\u201c-Ideologie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNach dem Koreakrieg wurde das Land in zwei H\u00e4lften geteilt\u201c, erkl\u00e4rt der franz\u00f6sische Pater Philippe Blot. Der Priester der \u201ePariser Auslandsmission\u201c ist in der Di\u00f6zese Suwon s\u00fcdlich von Seoul t\u00e4tig und lebt seit 34 Jahren in S\u00fcdkorea. Er hat dort mehrere H\u00e4user f\u00fcr Jugendliche in Schwierigkeiten er\u00f6ffnet. Derzeit werden dort auch etwa zwanzig junge Menschen betreut, die aus Nordkorea geflohen sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Verg\u00f6tterung des Diktators<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eIm Norden wurde damals ein Kommunismus nach stalinistischem Vorbild errichtet. Ich bin zweimal nach Nordkorea gereist. Fast \u00fcberall sehen Sie den Namen des Diktators, damals war es Kim Jong-il, den sie, die Sonne des 20. Jahrhunderts\u2018 nannten. Die Propaganda geht so weit, dass die Nordkoreaner dazu erzogen werden, ihren F\u00fchrer regelrecht kultisch zu verehren. Sie verg\u00f6tterten den Gro\u00dfvater, dann Kim Jong-Il, seinen Sohn, und jetzt Kim Jong-Un. Sie tun, was der Diktator diktiert. Alles wird vom Diktator und seinen Schergen kontrolliert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>1953, als das Land in zwei H\u00e4lften geteilt wurde, gab es im n\u00f6rdlichen Teil viele Christen \u2013 Einheimische und Ausl\u00e4nder. Mit denen machte das Regime kurzen Prozess.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Religionen wurden eliminiert<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eSie schlachteten alle Priester und Br\u00fcder ab, die noch da waren, darunter ein Dutzend Benediktiner, Deutsche und Koreaner. Dasselbe taten sie mit den \u00dcberresten der christlichen Gemeinschaft. Man muss wissen, dass es zu dieser Zeit im Norden mehr Christen gab als im S\u00fcden. Also haben sie schlie\u00dflich regelrecht Gott hinausgeworfen, sowohl die Katholiken als auch die Protestanten. Auch die anderen Religionen wurden eliminiert. Aber im Laufe der Jahre wurden sie durch Druck von au\u00dfen gezwungen, die Fenster ein wenig zu \u00f6ffnen, damit es so etwas wie Religionsfreiheit gibt. Nordkorea hatte Hungersn\u00f6te erlebt und wollte internationale Hilfe in Anspruch nehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrte in Pj\u00f6ngjang zu einem Umdenken \u2013 oder wenigstens wurde so getan, als ob. Das Regime lie\u00df eine katholische Kathedrale errichten, und nach chinesischem Vorbild wurde ein Verband nordkoreanischer Katholiken gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt eine katholische und eine protestantische Kirche, aber das ist in Wirklichkeit eine L\u00fcge. W\u00e4hrend meines Aufenthalts in Nordkorea hatte ich darum gebeten, in der sogenannten Kathedrale von Pj\u00f6ngjang die Messe lesen zu d\u00fcrfen. Das haben sie immer abgelehnt, denn w\u00e4hrend einer Messe wird nach dem Evangelium gepredigt, und sie haben Angst vor dem, was man da sagen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Fake-Gottesdienst in Pj\u00f6ngjang<\/h3>\n\n\n\n<p>Pater Blot nahm also an einer priesterlosen Sonntagsversammlung in der Kirche teil \u2013 und beobachtete Erstaunliches. \u201eDie Anwesenden waren alle Nordkoreaner, die traditionelle Kleidung trugen und sehr sch\u00f6n sangen, aber das waren Statisten. Sie werden entweder bezahlt oder sind gezwungen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Dort wurde auch die Kommunion ausgeteilt, aber es ist unm\u00f6glich zu wissen, ob die Hostien geweiht waren. Das ist alles nur Schein. Es ist ein Schaufenster.\u201c<br><br>Wie denkt das nordkoreanische Regime \u00fcber das Christentum? Pater Blot glaubt, dass Pj\u00f6ngjang das Christentum als etwas Fremdes und nahezu Bedrohliches empfindet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Angst vor der Freiheit<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eUnd sie sehen, dass in S\u00fcdkorea selbst zur Zeit des Milit\u00e4rregimes die Armee den Kardinal Stephen Kim Sou-hwan verteidigte. Der erste koreanische Kardinal und der 11. Erzbischof von Seoul, der wahrscheinlich bald seliggesprochen wird, war ein Symbol der Freiheit. Er setzte sich f\u00fcr die Armen, die Arbeiter usw. ein. All das macht dem Regime in Nordkorea Angst, denn mit all den Ungerechtigkeiten, den Verfolgungen, die in Nordkorea stattfinden&#8230; Au\u00dferdem k\u00fcmmern sie sich weder um Kranke noch um die Armen, sondern liquidieren sie nach Belieben. Im Norden gibt es keine Freiheit und sie wissen, dass das Christentum und vor allem Jesus die Freiheit predigen. In ihrer Vorstellung stellt das Christentum eine Art Gegenmacht dar. Sie wissen au\u00dferdem, dass Christen viel ertragen, wenn sie verfolgt werden. Wahre Christen werden niemals ihren Glauben verleugnen, und das ist f\u00fcr Kim Jong-Un, der sich selbst als \u00fcber Gott stehend wahrnimmt, inakzeptabel. Christen werden, wenn sie sich f\u00fcr Gott entscheiden, in Lager geschickt oder sie werden an Ort und Stelle get\u00f6tet. Die Verfolgung ist sehr hart.\u201c<br><br>Das heutige Nordkorea war im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt. Nach dem Weltkrieg ging es in die H\u00e4nde der Kommunisten \u00fcber und lebt seit \u00fcber 70 Jahren unter der Herrschaft der Kims. Wie kann man nach all diesen Jahrzehnten der Pr\u00fcfung sicher sein, dass es in diesem fast von der Welt abgeschnittenen Land \u00fcberhaupt noch Christen gibt?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Subversive USB-Sticks<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt vor allem Protestanten, und das wei\u00df man, weil ein Teil der Nordkoreaner, die in der N\u00e4he der Grenze leben, einen Teil ihrer Familie aus verschiedenen Gr\u00fcnden in China angesiedelt haben. Vor der Covid-19-Pandemie erlaubte ein Abkommen zwischen China und Nordkorea den Nordkoreanern, zwei- oder dreimal im Monat zu ihren Verwandten auf der anderen Seite der Grenze zu reisen. Sie verbrachten dort zwei oder drei Tage und kehrten nat\u00fcrlich nach Nordkorea zur\u00fcck. Doch w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in China lernten einige von ihnen Gott kennen, sie trafen dort Pastoren, einige wurden getauft und wollten ihren Glauben mit anderen teilen. Doch als sie nach Nordkorea zur\u00fcckkehrten, wurden viele von ihnen verhaftet, insbesondere diejenigen, die Bibeln mitbrachten, was verboten ist. Heute tragen sie keine Bibeln mehr mit sich &#8211; das ist zu gef\u00e4hrlich -, sondern USB-Sticks. Viele USB-Sticks sind in Nordkorea heimlich im Umlauf. Darauf befinden sich die Bibel, Katechismusunterricht und Lieder, die die Menschen zum Beten anregen sollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Pater Blot war seit 2010 auch mehrmals in China. Er habe dort, wie er uns berichtet, \u201eMinikassetten\u201c mit Gebets-Anleitungen an Nordkoreaner verteilt, die nicht aus ihrem Land fliehen wollten. Mit denen reisten die Nordkoreaner dann zur\u00fcck in ihr Land \u2013 in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden. Blot ist davon \u00fcberzeugt, dass es in Nordkorea Untergrund-Christen gibt; ihre Zahl zu beziffern ist kaum m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beten unter Lebensgefahr<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eIm Untergrund seinen Glauben zu leben bedeutet in erster Linie, leise zu sprechen. Eltern bringen ihren kleinen Kindern ab zwei oder drei Jahren bei, im Haus nicht laut zu sprechen. Sie bringen ihnen auch bei, dass sie nie \u00fcber das sprechen sollen, was im Haus passiert, wenn sie zur Schule gehen, auf dem Feld arbeiten oder mit ihren Freunden auf der Stra\u00dfe herumlaufen und sich am\u00fcsieren. Denn im nordkoreanischen Regime herrscht Denunziation. Die Menschen denunzieren sich gegenseitig. Wenn jemand ein hartes Wort gegen einen hohen Beamten sagt oder wenn Sie beten, werden Sie sofort verhaftet und in ein Lager gebracht. Es kommt vor, dass die aufgegriffenen Personen an Ort und Stelle zum Tode verurteilt werden, um ein Exempel zu statuieren. Fr\u00fcher wurden sie in Kellern get\u00f6tet, aber jetzt machen sie das regelrecht im Freien, um ein Exempel zu statuieren, damit alle strammstehen und nicht gegen die Gesetze versto\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Kirche des Schweigens, buchst\u00e4blich. Trotzdem legt sie, wie der franz\u00f6sische Missionar glaubt, ein wichtiges Zeugnis ab.<br><br>\u201eEs ist das Zeugnis der Christen in den Katakomben, wie auch das Zeugnis der Christen in Rom zu Beginn des Kaiserreichs. Nat\u00fcrlich ohne Klerus, ohne alles\u2026 Viele werden erwischt, aber sie haben einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mut. Denn viele von ihnen geben nicht auf, sie beten weiter, denn das ist es, was sie am Leben h\u00e4lt. Sie leben in einer solchen Armut, unter einer solchen Last auf ihren Schultern, dass ihre Art, sich zu \u201abefreien\u2018, darin besteht, zum Herrn zu beten. Das ist es, was sie leben l\u00e4sst, und sie wollen es nicht aufgeben und treffen alle m\u00f6glichen Vorsichtsma\u00dfnahmen. Es ist wirklich ein Beispiel, ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Zeugnis. Und wir, um ihnen zu helfen, haben lediglich unsere Gebete.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Christen im S\u00fcden hoffen auf ein Wunder<\/h3>\n\n\n\n<p>Die s\u00fcdkoreanische Kirche verfolgt das Schicksal ihrer Glaubensgeschwister auf der anderen Seite der Demarkationslinie nat\u00fcrlich mit gro\u00dfer Betroffenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeit einigen Jahren rufen die s\u00fcdkoreanischen Bisch\u00f6fe dazu auf, jeden Abend um 21 Uhr das Vaterunser und ein Ave Maria f\u00fcr die Christen im Norden zu beten, damit sie weiterhin \u00fcberleben k\u00f6nnen. Wir beten nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Wiedervereinigung und die Befriedung des Landes. Bevor das Land in zwei H\u00e4lften geteilt wurde, haben sie sich gegenseitig umgebracht. Die Kommunisten ver\u00fcbten schreckliche Massaker, bevor sie in den Norden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden\u2026 In der Myeongdong-Kathedrale in Seoul werden regelm\u00e4\u00dfig Messen f\u00fcr den Frieden und die Wiedervereinigung abgehalten. Sie sind sehr aktiv und warten nur auf ein Wunder: Sollte das kommunistische Regime fallen, sind sie bereit, \u00fcber Nacht Priester und Freiwillige gen Norden zu schicken, um ihnen zu helfen.\u201c (Quelle: Vatican News)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordkorea geh\u00f6rt unbestritten zu den gef\u00e4hrlichsten L\u00e4ndern der Welt f\u00fcr Christen. Dies geht aus einer Liste hervor, die jedes Jahr vom p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c ver\u00f6ffentlicht wird. 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