{"id":5003,"date":"2024-12-16T11:34:31","date_gmt":"2024-12-16T10:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5003"},"modified":"2024-12-16T11:34:31","modified_gmt":"2024-12-16T10:34:31","slug":"gewalt-gegen-kirche-und-unschuldige-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/gewalt-gegen-kirche-und-unschuldige-menschen\/","title":{"rendered":"Gewalt gegen Kirche und unschuldige Menschen"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eAnschl\u00e4ge auf heilige Orte sind ein Angriff gegen die Menschlichkeit und eine Verletzung der Menschenw\u00fcrde. Eine Kirche, eine Moschee, ein Krankenhaus, eine Schule und eine Botschaft sind heilige Orte, Orte der Zuflucht, des Friedens und der Sicherheit. Sie sind Orte, die dazu bestimmt sind, Unschuldige zu sch\u00fctzen und nicht zur Zielscheibe von Gewalt zu werden\u201c, so der Bischof der Di\u00f6zese Tombura-Yambio im S\u00fcdsudan, Eduardo Hiiboro Kussala, nachdem am Abend des 10. Dezember ein Anschlag auf die Pfarre \u201eSt. Mary Help of Christians\u201c in Tombura ver\u00fcbt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBewaffnete Personen er\u00f6ffneten in dem Fl\u00fcchtlingslager wahllos das Feuer und t\u00f6teten dabei einen Mann und verletzten eine Frau schwer\u201c, berichtete der Bischof. \u201eDies ist ein verwerflicher Akt der Gewalt. Ich verurteile diesen brutalen Akt der Aggression auf das Sch\u00e4rfste, der einem unschuldigen Menschen das Leben kostete und andere traumatisiert und verletzt zur\u00fccklie\u00df. Ich spreche der Familie des Opfers mein tiefstes Beileid aus und bete f\u00fcr eine rasche und vollst\u00e4ndige Genesung der verletzten Frau. Meine Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung gilt den verbliebenen Vertriebenen und insbesondere Pfarrer Santino Makuei, dem f\u00fcr die Gemeinde zust\u00e4ndigen Priester. M\u00f6ge Gott ihnen in diesen schwierigen Zeiten Kraft geben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bischof Kussala bezeichnete diesen x-ten Gewaltakt als nicht zu rechtfertigen und rief die Verantwortlichen auf, Bu\u00dfe zu tun, Gott um Vergebung zu bitten und sich von der Gewalt abzuwenden. \u201eDer Weg des Friedens ist der einzige Weg nach vorne\u201c, betont er und fordert Regierungsvertreter auf, \u201egef\u00e4hrdete Bev\u00f6lkerungsgruppen, insbesondere die Vertriebenen, unverz\u00fcglich zu sch\u00fctzen\u201c. \u201eDie Situation im Bezirk Tombura ist au\u00dfer Kontrolle geraten, und es ist die Pflicht der Regierung, die Ordnung wiederherzustellen und die Sicherheit ihrer B\u00fcrger zu gew\u00e4hrleisten\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eSeit drei Jahren herrscht im Bezirk Tombura Gewalt, und dennoch scheint das h\u00f6chste Amt des Landes nichts zu unternehmen und sich nicht zu k\u00fcmmern. Liegt es nicht in der Verantwortung der Regierung, ihre B\u00fcrger zu sch\u00fctzen?\u201c<br>\u201eNoch am Tag des Anschlags feierten wir zusammen mit Kardinal Gabriel Zubeir Wako (emeritierter Erzbischof von Khartum und erster sudanesischer Kardinal) die Heilige Messe in der Pfarre, um unsere Solidarit\u00e4t mit den Vertriebenen zu bekunden\u201c, berichtet der Bischof. \u201eDer Kardinal betonte die Heiligkeit des menschlichen Lebens und die Notwendigkeit des Friedens. Er forderte die Menschen auf, sich von Hass, Gewalt und Spaltung fernzuhalten und stattdessen Vergebung und Vers\u00f6hnung anzustreben. Ich habe Kardinal Zubeir eingeladen, unsere Di\u00f6zese, insbesondere Tombura, zu segnen und zu einem Ende der Gewalt zwischen den Gemeinden aufzurufen\u201c, erkl\u00e4rte Bischof Kussala.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir befinden uns in der Adventszeit, einer Zeit, in der wir unsere Herzen auf die Geburt unseres Erl\u00f6sers vorbereiten, der gekommen ist, um der Welt Frieden zu bringen. Lasst uns alle Verantwortung f\u00fcr den Aufbau des Friedens in unseren Gemeinschaften, in unserem Land und in unseren Herzen \u00fcbernehmen. Ich lade alle ein, inst\u00e4ndig f\u00fcr den Frieden zu beten: den Frieden in Tombura, im S\u00fcdsudan und in unseren Herzen. Jeder von uns soll seinen Teil dazu beitragen, ein Umfeld der Liebe, des Respekts und des gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses zu schaffen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Hinweis auf die anhaltenden und schwerwiegenden Vorf\u00e4lle von Gewalt gegen die Kirche und deren Vertreter sowie zulasten der Schw\u00e4chsten hatte Bischof Kussala in einer fr\u00fcheren Erkl\u00e4rung die Aggression verurteilt, die schnellen Rapid Support Forces (RSF) gegen den Bischof der Di\u00f6zese El Obeid im Sudan, Yunan Tombe Trille Kuku Andali, und dessen Diakon Joseph ver\u00fcbt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeit dem Ausbruch des Krieges im April 2023 weigerte sich Bischof Tombe Trille zu fliehen und blieb bei den Menschen, die in der bisch\u00f6flichen Residenz Schutz suchten, Muslime und Christen gleicherma\u00dfen, obwohl die T\u00fcr der Kathedrale Maria, K\u00f6nigin von Afrika, durch eine Bombenexplosion gesprengt wurde. Sie blieben alle bei ihm in der Kirche\u201c, so der Bischof.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorfall, auf den sich Kussala bezieht, ereignete sich am 20. April 2023, nur f\u00fcnf Tage nach dem Ausbruch der K\u00e4mpfe zwischen der sudanesischen Armee und den paramilit\u00e4rischen Rapid Support Forces (RSF), als Bischof Tombe Trille und einige Mitglieder des Klerus dem Tod entkamen, nachdem Raketen auf das Gel\u00e4nde der Kathedrale niedergingen und das Haupttor der Kathedrale und das Priesterwohnheims besch\u00e4digten. Der Vorfall soll sich ereignet haben, als der Bischof von El-Obeid und die Priester zum Gebet versammelt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie ganze Zeit seit Ausbruch des Krieges\u201c, f\u00e4hrt Bischof Hiiboro fort, \u201chat Bischof Tombe Trille unter \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlichen Bedingungen gearbeitet und keine M\u00fchen gescheut. Sogar die Regierung hat ihn gebeten, einige Dienste zu \u00fcbernehmen, vor allem die Schulbildung f\u00fcr die Kinder in der Region. Die meisten seiner Priester sind \u00fcberall verstreut, ohne mit ihm in Kontakt treten zu k\u00f6nnen, der seinerseits jedes Mal, wenn er von einem Dorf zum anderen unterwegs ist, in Gefahr ist. Im November musste er, um an der Vollversammlung der Bisch\u00f6fe in Juba teilnehmen zu k\u00f6nnen, heimlich vom Sudan in den S\u00fcdsudan reisen. In der Vergangenheit hatte er bereits andere \u00dcbergriffe erlitten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls er im S\u00fcdsudan ankam, wollte er uns von den gro\u00dfen Schwierigkeiten berichten, die die Menschen ganz in unserer N\u00e4he erleben\u201c, so der Bischof, \u201eManchmal haben sie kein sauberes Trinkwasser oder sie k\u00f6nnen sich wochenlang nicht waschen, es fehlt ihnen an Lebensmitteln, Brot, Zucker und allem, was sie brauchen. Er erz\u00e4hlte uns auch von den massiven Verlusten an Menschenleben oder denjenigen, die ins Kreuzfeuer geraten sind, und von anderen Misshandlungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAm Ende unseres Treffens wollte er sofort nach El Obeid zur\u00fcckkehren, wo er am 5. Dezember zum x-ten Mal Opfer von Gewalt wurde, die ihn und seinen Diakon fast das Leben gekostet h\u00e4tte. In der Nachricht, die er mir schickte, schrieb er diese Worte: \u201aIch bin gerade mit Diakon Joseph in El Obeid angekommen. Diesmal haben sie uns schlecht behandelt. Nachdem sie mich ausgeraubt hatten, schlugen sie mich hart in den Nacken, auf die Stirn, ins Gesicht und auf den Kopf. Ich kann nicht mehr kauen, und wir haben wirklich das Martyrium riskiert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir, die Ortskirche im S\u00fcdsudan, haben diesen Anschlag aufs Sch\u00e4rfste verurteilt\u201c, erkl\u00e4rte der Bischof von Tombura-Yambio. \u201eEs ist eine sehr ernste Tat, ein Angriff auf Vertreter der Kirche, der die gesamte Kirche betrifft. Ein Bischof stellt keine Bedrohung f\u00fcr irgendjemandes Regierung oder Politik dar. Ein Bischof ist eine neutrale Person, die sich f\u00fcr die Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes einsetzt und soziale Dienste f\u00fcr die Gemeinschaft anbietet. Wir fordern die k\u00e4mpfenden Kr\u00e4fte zu Ethik, Respekt und guten Umgangsformen sowie zum Schutz von Minderheiten und Menschen verschiedener Religionen auf. Die internationale Gemeinschaft muss die Verantwortlichen f\u00fcr diese \u00dcbergriffe in der Region, einschlie\u00dflich des Angriffs auf Bischof Trille Tombe, verurteilen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gespr\u00e4ch mit Bischof Hiiboro endet mit einem Aufruf zum Gebet und einem Appell zur humanit\u00e4ren Hilfe f\u00fcr die Menschen im Sudan: \u201eIch lade alle ein, f\u00fcr Bischof Trille Tombe zu beten, f\u00fcr den Erzbischof von Khartum, Michael Didi Adgum Mangoria, der ebenfalls im Sudan in Akbar ist, sowie f\u00fcr den Weihbischof von Khartum, Daniel Adwok, der in Kosti ist, und f\u00fcr alle Priester, die in den verschiedenen D\u00f6rfern f\u00fcr die Menschen da sind. Ich bitte auch um jede humanit\u00e4re Hilfe, die das gro\u00dfe Leid des sudanesischen Volkes und seiner Angeh\u00f6rigen lindern kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir vertrauen alle unsere Br\u00fcder dem Herrn an, damit sie in ihrem Land Frieden finden. An die k\u00e4mpfenden Kr\u00e4fte des Sudan haben wir geschrieben und sie eingeladen, sich zu treffen, um eine L\u00f6sung f\u00fcr diese Notlage zu finden und die K\u00e4mpfe zu beenden, damit die Menschen in Sicherheit sind und in ihre Gebiete zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen\u201c, so der Bischof abschlie\u00dfend. (Quelle: Fidesdienst)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAnschl\u00e4ge auf heilige Orte sind ein Angriff gegen die Menschlichkeit und eine Verletzung der Menschenw\u00fcrde. Eine Kirche, eine Moschee, ein Krankenhaus, eine Schule und eine Botschaft sind heilige Orte, Orte der Zuflucht, des Friedens und der Sicherheit. Sie sind Orte, die dazu bestimmt sind, Unschuldige zu sch\u00fctzen und nicht zur Zielscheibe von Gewalt zu werden\u201c, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1416,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[6,92,109],"class_list":["post-5003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-suedsudan","tag-afrika","tag-angriff","tag-sudsudan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5003"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5005,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5003\/revisions\/5005"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}