{"id":5083,"date":"2025-03-09T10:26:00","date_gmt":"2025-03-09T09:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5083"},"modified":"2025-03-06T13:27:32","modified_gmt":"2025-03-06T12:27:32","slug":"pastoralzentrum-bombardiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/pastoralzentrum-bombardiert\/","title":{"rendered":"Katholisches Pastoralzentrum bombardiert"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Pastoralzentrum auf dem Gel\u00e4nde der katholischen Kirche St. Michael in Nan Hlaing, in einer l\u00e4ndlichen Gegend der Di\u00f6zese Banmaw (im Norden von Myanmar), wurde durch einen Bombenangriff der burmesischen Armee getroffen und zerst\u00f6rt. \u201eF\u00fcnf Kugeln und zwei Fliegerbomben, die auf unser Kirchengel\u00e4nde abgefeuert wurden, trafen das Geb\u00e4ude, verletzten aber niemanden\u201c, berichtet der Jesuit Wilbert Mireh, Pfarrer der Kirche mit einer \u00fcber hundertj\u00e4hrigen Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Jesuit berichtet, dass er an einen weit entfernten Ort an der Grenze zu China reisen musste, um einen Ort mit Strom und Internetanschluss zu finden und mit der Au\u00dfenwelt kommunizieren zu k\u00f6nnen. \u201eStrom, Telefon und andere Dienstleistungen gibt es in unserer Gegend seit Juli 2024 nicht mehr\u201c, sagt er. Banmaw befindet sich im Bundesstaat Kachin etwa 186 km s\u00fcdlich der Hauptstadt Myitkyina und hat etwa 65.000 Einwohner, haupts\u00e4chlich Kachin, aber auch Bamar, Shan und Han. \u201eDie Bombardierung verursachte Sch\u00e4den am Geb\u00e4ude, aber keine Verletzten. Wir danken Gott, dass wir in Sicherheit sind, obwohl die Menschen hier ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen, es gibt keine Schulen, Kliniken oder Gesch\u00e4fte\u201c, so Pater Mireh weiter. \u201eNach diesem weiteren Angriff vertrauen die Gl\u00e4ubigen auf den Erzengel Michael und beten zu ihm, damit er uns besch\u00fctzt. Sogar die Jungen und Kinder singen und rufen den heiligen Michael an\u201c, berichtet er.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNormalerweise feiern wir die Messe unter den B\u00e4umen, weil es zu gef\u00e4hrlich ist, sich in der Kirche aufzuhalten, und das Geb\u00e4ude bereits getroffen und besch\u00e4digt wurde. Aber ich muss sagen, dass trotz des Leids und der prek\u00e4ren Bedingungen der Glaube und der Geist stark sind. Die Gl\u00e4ubigen beten jeden Tag, dass der Herr durch den Erzengel Michael weiterhin seinen Schutz gew\u00e4hrt und \u00fcber uns wacht\u201c, so der Ordensmann weiter. Pater Mireh ist ein Jesuit, der 2013 zum Priester geweiht wurde und heute zu den insgesamt rund 30 burmesischen Jesuiten geh\u00f6rt. Nach seinem pastoralen Dienst in Loikaw wurde er nach Banmaw entsandt, wo er sich neben der seelsorgerischen Betreuung der Gl\u00e4ubigen stets auch dem Sozialapostolat und der Bildung gewidmet hat. \u201eHeute geh\u00f6rt die Tatsache, dass die Kinder keine Schule haben, zu den ernsten Folge des B\u00fcrgerkriegs\u201c, stellt er fest. Pater Mireh schlie\u00dft mit den Worten: \u201eTrotz der Angst und des Unbehagens werden wir, fest in unserem Glauben, weiterhin f\u00fcr das Gute, die Wahrheit und die Gerechtigkeit leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kontext, in dem sich die lokale katholische Gemeinschaft heute befindet, ist der des Kachin-Staates im Norden Myanmars, wo ein erbitterter Kampf zwischen der regul\u00e4ren Armee und der Armee der ethnischen Minderheit der Kachin stattfindet, die in der N\u00e4he der Stadt Banmaw Stellung bezogen hat. Die \u201eKachin Independence Army\u201c (KIA), die f\u00fcr die Selbstbestimmung des Staates k\u00e4mpft, geh\u00f6rt zu den am besten organisierten ethnischen Milizen, die seit Jahrzehnten aktiv sind und sich dem Widerstand gegen die derzeit herrschende Milit\u00e4rjunta angeschlossen haben. Im Staat Kachin musste sich die burmesische Armee aus weiten Teilen des Gebiets zur\u00fcckziehen und beschie\u00dft es nun mit Artillerie- und Flugzeugbombardements. \u00d6rtlichen Quellen zufolge sind aufgrund der anhaltenden K\u00e4mpfe um die Kontrolle \u00fcber Banmaw die meisten Einwohner der Stadt geflohen, so dass nur noch etwa 20.000 Menschen in der Stadt leben. Die Vertriebenen haben sich in die umliegenden W\u00e4lder und D\u00f6rfer gefl\u00fcchtet, wo sie nur wenige Ressourcen f\u00fcr ihren Lebensunterhalt finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Di\u00f6zese Banmaw liegt im s\u00fcd\u00f6stlichen Teil des Kachin-Staates, im Grenzgebiet zu China. In den letzten Jahren, noch vor dem Staatsstreich von 2021, hatte der Konflikt zwischen der regul\u00e4ren Armee Myanmars und der KIA \u00fcber 120.000 Vertriebene hervorgebracht. Der Krieg hat sich versch\u00e4rft und in den letzten zwei Jahren neun der 13 Pfarren der Di\u00f6zese in Mitleidenschaft gezogen, wodurch die Zahl der Fl\u00fcchtlinge weiter anstieg. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS\/wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pastoralzentrum auf dem Gel\u00e4nde der katholischen Kirche St. Michael in Nan Hlaing, in einer l\u00e4ndlichen Gegend der Di\u00f6zese Banmaw (im Norden von Myanmar), wurde durch einen Bombenangriff der burmesischen Armee getroffen und zerst\u00f6rt. \u201eF\u00fcnf Kugeln und zwei Fliegerbomben, die auf unser Kirchengel\u00e4nde abgefeuert wurden, trafen das Geb\u00e4ude, verletzten aber niemanden\u201c, berichtet der Jesuit Wilbert [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2340,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[171],"tags":[27,13],"class_list":["post-5083","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-myanmar","tag-asien","tag-myanmar"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5083"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5085,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5083\/revisions\/5085"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}