{"id":5155,"date":"2025-06-02T14:37:47","date_gmt":"2025-06-02T12:37:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5155"},"modified":"2025-06-02T14:38:14","modified_gmt":"2025-06-02T12:38:14","slug":"dutzende-tote-bei-angriffswelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/dutzende-tote-bei-angriffswelle\/","title":{"rendered":"Dutzende Tote bei neuer Angriffswelle"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine Serie brutaler \u00dcberf\u00e4lle auf Gemeinden im Mittleren G\u00fcrtel Nigerias hat nach Angaben des katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) aus der Di\u00f6zese Makurdi mindestens 36 Todesopfer gefordert. Mehrere Menschen wurden zudem verletzt oder entf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewaltwelle, die lokalen Quellen zufolge militanten Angeh\u00f6rigen der Fulani-Hirtengemeinschaft zugeschrieben wird, ereignete sich zwischen dem 24. und 26. Mai in mehreren D\u00f6rfern im Bundesstaat Benue. Unter den Opfern befinden sich ein Polizist sowie zahlreiche Zivilisten, die offenbar gezielten Angriffen auf landwirtschaftlich gepr\u00e4gte Siedlungen zum Opfer fielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Vorfall ereignete sich am 24. Mai in Tse Orbiam im Verwaltungsbezirk Gwer West. Pater Solomon Atongo aus der Pfarre Jimba wurde auf dem R\u00fcckweg von einer Gedenkfeier f\u00fcr zwei 2018 ermordete Priester angeschossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ori Hope Emmanuel von der Stiftung f\u00fcr Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden der Di\u00f6zese erkl\u00e4rte gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT: \u201eAm Abend seiner R\u00fcckkehr von einer Gedenkfeier zu Ehren zweier 2018 get\u00f6teter katholischer Priester wurde Pater Solomon Atongo aus der Pfarre Jimba von bewaffneten Angreifern, in das linke Bein geschossen. Seine zwei Begleiter wurden von den Angreifern entf\u00fchrt. Pater Atongo wird medizinisch versorgt.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Zur gleichen Zeit wurde ein lokaler Landwirt, der gerade seine Arbeit beendet hatte, auf seiner Farm erschossen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Stellungnahme kritisierte Pater Oliver Ortese, Vorsitzender des Internationalen Beirats der Di\u00f6zese Makurdi, das Unt\u00e4tigbleiben der Sicherheitskr\u00e4fte w\u00e4hrend des Angriffs: \u201eGanz in der N\u00e4he befindet sich ein Milit\u00e4rposten mit Soldaten der nigerianischen Armee. Und genau dort ereignete sich der Angriff. Das wirft viele Fragen auf. Haben die Soldaten w\u00e4hrend der Schie\u00dferei geschlafen?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Am folgenden Tag eskalierte die Gewalt weiter: In Aondona, ebenfalls im Bezirk Gwer West gelegen und Heimatdorf des Bischofs von Makurdi, Wilfred Chikpa Anagbe, wurden 20 Menschen get\u00f6tet. Die schwer bewaffneten Angreifer \u201e\u00f6ffneten wahllos das Feuer, t\u00f6teten Zivilisten und verursachten allgemeine Panik und Verwirrung\u201c, sagte Ori Hope Emmanuel. \u201eViele Bewohner flohen aus ihren H\u00e4usern, um sich in Sicherheit zu bringen.\u201c Die in Aondona lebenden Priester und Ordensschwestern konnten nach Taraku fliehen, einem nahe gelegenen Dorf, wo zahlreiche \u00dcberlebende der Trag\u00f6die in der katholischen Kirche St. Patrick Zuflucht fanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls am 25. Mai wurden im Dorf Yelewata in der Region Guma drei Mitglieder einer Familie get\u00f6tet \u2013 ein Vater, sein jugendlicher Sohn und ein zweij\u00e4hriger Junge. Die Mutter wurde schwer verletzt. Zuvor war ein 67-j\u00e4hriger Bauer brutal misshandelt worden, seine Maniok-Ernte wurde zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 26. Mai kam es zu f\u00fcnf weiteren Angriffen in Tse Orbiam und sechs in Ahume, beide in der Region West-Gwer. Laut Ori Hope Emmanuel schossen die T\u00e4ter \u201ewahllos auf Menschen, was erneut zu mehreren Todesf\u00e4llen f\u00fchrte, darunter ein Polizeibeamter, der in der Region im Sondereinsatz war.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Der bislang letzte gemeldete Angriff ereignete sich ebenfalls am 26. Mai: Bewaffnete M\u00e4nner er\u00f6ffneten das Feuer auf Anwohner und Reisende und verletzten sechs Menschen auf der Stra\u00dfe von Naka nach Adoka. Eine Person wurde dabei get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>Pater Ortese verurteilte die verheerenden Auswirkungen der wiederholten \u00dcberf\u00e4lle auf die lokalen Gemeinden: \u201eSie f\u00fchren zu humanit\u00e4ren Krisen, weil die \u00dcberlebenden in Lagern Zuflucht suchen m\u00fcssen, wo sie als Bettler um ihr \u00dcberleben k\u00e4mpfen. Man kann sich kaum vorstellen, wie unsere Realit\u00e4t hier aussieht \u2013 das ist Horror. Das ist Terror.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die anhaltenden Konflikte zwischen nomadischen Hirten und sesshaften Bauerngemeinschaften im mittleren G\u00fcrtel Nigerias haben vielschichtige Ursachen: Konkurrenz um Land und Wasser, ethnische Spannungen sowie politische und religi\u00f6se Gegens\u00e4tze. In diesem toxischen Umfeld sind Fulani-Terroristen entstanden \u2013 eine gewaltbereite Minderheit innerhalb der sch\u00e4tzungsweise 12 bis 16 Millionen Fulani in Nigeria.<\/p>\n\n\n\n<p>KIRCHE IN NOT bittet um Gebete f\u00fcr die ewige Ruhe der Verstorbenen, f\u00fcr die von der Gewalt betroffenen Familien, f\u00fcr die Genesung von Pater Atongo und f\u00fcr die sichere R\u00fcckkehr der Entf\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das p\u00e4pstliche Hilfswerk unterst\u00fctzt die Di\u00f6zese mit Nothilfe, Traumabehandlung und pastoralen Projekten und fordert besseren Schutz f\u00fcr gef\u00e4hrdete Gemeinden. Gleichzeitig ruft KIRCHE IN NOT die internationale Gemeinschaft zur Solidarit\u00e4t mit den Opfern dieser Gewalt auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Serie brutaler \u00dcberf\u00e4lle auf Gemeinden im Mittleren G\u00fcrtel Nigerias hat nach Angaben des katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) aus der Di\u00f6zese Makurdi mindestens 36 Todesopfer gefordert. Mehrere Menschen wurden zudem verletzt oder entf\u00fchrt. Die Gewaltwelle, die lokalen Quellen zufolge militanten Angeh\u00f6rigen der Fulani-Hirtengemeinschaft zugeschrieben wird, ereignete sich zwischen dem 24. und 26. 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