{"id":5214,"date":"2025-07-03T10:13:44","date_gmt":"2025-07-03T08:13:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5214"},"modified":"2025-07-03T10:14:56","modified_gmt":"2025-07-03T08:14:56","slug":"syrien-alleingelassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/syrien-alleingelassen\/","title":{"rendered":"\u201eWir f\u00fchlen uns alleingelassen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Christen in Syrien sind von tiefem Schmerz erf\u00fcllt. Die gesamte christliche Gemeinschaft des Landes erlebt eine Zeit gro\u00dfer Trauer, da 30 Gl\u00e4ubige dem Anschlag am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen sind. Zudem gibt es bisher 54 Verletzte.\u201c Das erkl\u00e4rte Pater Fadi Azar, Franziskanerpriester in Syrien, im Interview mit KIRCHE IN NOT (ACN).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der syrische Priester betont, dass <strong>sich die Lage f\u00fcr manche religi\u00f6se Gruppen von Stunde zu Stunde versch\u00e4rfe.<\/strong> Jedes Mal, wenn die Kirche mit der Regierung spreche, hei\u00dfe es, es handele sich um einen Einzelfall \u2013 bis ein Ereignis wie dieses eintritt, das \u201eganz Syrien ersch\u00fcttert\u201c habe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Christen im Nahen Osten wurden schon immer verfolgt&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pater Fadi fordert eindringlich, die Menschenrechte in Syrien zu verteidigen: \u201e<strong>Wir haben den Glauben, wir haben keine Angst. Die Christen im Nahen Osten, im Heiligen Land, wurden schon immer verfolgt<\/strong> \u2013 seit 2000 Jahren. Aber wir leben in einer zivilisierten Welt, in der die Menschenrechte geachtet werden sollten. Wir fordern nichts als Gerechtigkeit. Christen haben das Recht, in einem Land zu leben, in dem Sicherheit herrscht, damit sie in die Kirche gehen und in Frieden beten k\u00f6nnen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Priester, der in Latakia lebt, aber viele Jahre in Damaskus verbracht hat, sprach \u00fcber die angespannte Sicherheitslage in Syrien und das Leid der Christen nach dem Anschlag vom vergangenen Sonntag. Dabei wies er auf eine Reihe von \u00dcbergriffen hin: <strong>\u201eVor Kirchen in Homs und Hama gab es Sch\u00fcsse. Es kam zu Entf\u00fchrungen. Viele Christen verlieren ihre Arbeit\u201c<\/strong>, erkl\u00e4rte er gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang verwies der Priester angesichts der instabilen Lage, in der sich das Land seit dem Regierungswechsel befindet, auf die Ereignisse im M\u00e4rz. \u201eDamals wurden viele Alawiten in Latakia get\u00f6tet\u201c, sagte er \u2013 gemeint sind D\u00f6rfer \u00f6stlich von Latakia, wo es zu gewaltsamen \u00dcbergriffen auf alawitische Gemeinden gekommen war. \u201eUnd jetzt\u201c, f\u00fcgt er hinzu, \u201ewird zum ersten Mal in der Geschichte Syriens seit 1860 eine Kirche w\u00e4hrend der heiligen Messe, w\u00e4hrend des Gebets angegriffen. Sie drangen ein und t\u00f6teten am Sonntagabend viele Menschen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:24px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Ihre G\u00fcte und N\u00e4chstenliebe schenkt Hoffnung und Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<center><a href=\"#XSGFDENH\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:23px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es ist eine Form der Verfolgung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der syrische Priester unterstrich, dass in dieser Situation nicht nur die Christen Angst haben: <strong>\u201eAuch Alawiten und Drusen sind betroffen. Es ist eine Form der Verfolgung\u201d<\/strong>. \u00dcber die mutma\u00dflichen T\u00e4ter des Anschlags auf die Kirche von Dweila in Damaskus gibt es unterschiedliche Angaben. Pater Fadi sagte: \u201eEinige berichten, es sei die Gruppe Ansar al-Sunna gewesen, die die IS-Flagge f\u00fchrt. Vorher hielten sie sich in Idlib auf.\u201c Er warnte: \u201eDas ist eine Gefahr \u2013 nicht nur f\u00fcr Christen, sondern auch f\u00fcr Drusen oder Alawiten und sogar f\u00fcr gem\u00e4\u00dfigte Muslime. Diese Menschen sind sehr gef\u00e4hrlich (&#8230;)\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Frage, ob dieser Anschlag f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung \u00fcberraschend kam, antwortete der Priester, dass man bereits seit Monaten mit einem solchen Angriff gerechnet habe: \u201e<strong>Es gab viele Drohungen. Man hat damit gerechnet, aber wir wussten nicht, wann es passierten w\u00fcrde<\/strong> (&#8230;). Schon letzte Woche wurde in Homs die syrisch-orthodoxe Kirche angegriffen. Ein Junge hatte auf die Kirchent\u00fcr geschossen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut lokalen sozialen Netzwerken ereignete sich am 26. Juni, ein weiterer Angriff: Vor der Kirche in Latakia er\u00f6ffneten Unbekannte das Feuer, wobei eine Person ums Leben kam. Die griechisch-orthodoxe Erzdi\u00f6zese von Latakia dementierte jedoch Berichte \u00fcber den Tod eines Kirchenw\u00e4chters und stellte klar, dass das Opfer in keiner direkten Verbindung zur Kirche stand und der Angriff au\u00dferhalb des Gotteshauses stattfand.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Internationaler Schutz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur aktuellen Lage der Christen in der Region berichtete Pater Fadi: \u201eWir alle empfinden tiefen Schmerz. Wir f\u00fchlen uns allein. Wir bitten den Vatikan und die Europ\u00e4ische Gemeinschaft um Unterst\u00fctzung &#8230;\u201c Und weiter: \u201eDie Menschen sagen uns: <em>\u201aPater, wir wollen keine Hilfe, keine Lebensmittel, keine Medikamente, nichts. Helfen Sie uns zu fliehen. Wir k\u00f6nnen hier nicht leben. Wir f\u00fcrchten um unser Leben, wir haben Angst um die Zukunft unserer Kinder\u2019.<\/em>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Zahl der Christen in Syrien sinkt weiter dramatisch<\/strong>: \u201eWir sind jetzt eine Minderheit. Vor dem Krieg waren zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung Christen. Heute sind es nur noch drei Prozent. Und wahrscheinlich werden in diesem Sommer viele weitere das Land verlassen\u201c, erkl\u00e4rte er gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Christen in Syrien sind von tiefem Schmerz erf\u00fcllt. Die gesamte christliche Gemeinschaft des Landes erlebt eine Zeit gro\u00dfer Trauer, da 30 Gl\u00e4ubige dem Anschlag am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen sind. Zudem gibt es bisher 54 Verletzte.\u201c Das erkl\u00e4rte Pater Fadi Azar, Franziskanerpriester in Syrien, im Interview mit KIRCHE IN NOT (ACN). 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