{"id":5259,"date":"2025-09-01T08:40:00","date_gmt":"2025-09-01T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5259"},"modified":"2025-08-25T08:43:34","modified_gmt":"2025-08-25T06:43:34","slug":"diskriminierung-in-gefaengnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/diskriminierung-in-gefaengnissen\/","title":{"rendered":"Diskriminierung und Misshandlung in Gef\u00e4ngnissen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christliche und hinduistische H\u00e4ftlinge in pakistanischen Gef\u00e4ngnissen leiden unter Misshandlungen und Diskriminierungen, die damit zusammenh\u00e4ngen oder dadurch versch\u00e4rft werden, dass sie sich nicht zum muslimischen Glauben bekennen. Dies geht aus dem von der Nationalen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden (National Commission for Justice and Peace, NCJP) der Pakistanischen Bischofskonferenz ver\u00f6ffentlichten Bericht \u201eHoffnung hinter Gittern\u201c hervor. Die Kommission \u00e4u\u00dfert \u201etiefe Besorgnis \u00fcber die Behandlung von H\u00e4ftlingen, die religi\u00f6sen Minderheiten angeh\u00f6ren, in Strafanstalten\u201d und weist auf die \u201eunmenschliche Behandlung christlicher Gefangener in Pakistan\u201d hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Erstellung des Berichts im Rahmen einer etwa dreij\u00e4hrigen Untersuchung, stie\u00df die Kommission auf rechtliche und verfahrenstechnische Hindernisse sowie auf mangelnde Zusammenarbeit seitens der Beh\u00f6rden, was die Arbeit der Mitarbeiter der NCJP bei der Sammlung von Informationen behinderte. Dennoch kommt der Bericht auf der Grundlage der gesammelten Daten und Zeugenaussagen zu dem Schluss, dass \u201eH\u00e4ftlinge, die religi\u00f6sen Minderheiten angeh\u00f6ren, aufgrund religi\u00f6ser Diskriminierung im Strafvollzugssystem besonders gef\u00e4hrdet sind\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Pakistan gibt es 128 funktionierende Gef\u00e4ngnisse mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von etwa 66.000 Insassen. Die Daten zu nicht-muslimischen H\u00e4ftlingen sind widerspr\u00fcchlich: W\u00e4hrend die Strafvollzugsbeh\u00f6rde von Punjab angab, dass sich insgesamt 1.180 nicht-muslimische H\u00e4ftlinge in verschiedenen Einrichtungen bef\u00e4nden, berichtete ein ehemaliger H\u00e4ftling, dass allein im Gef\u00e4ngnis von Kot Lakhpat in Lahore \u00fcber 500 Christen inhaftiert seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der letzten \u00dcberpr\u00fcfung der Einhaltung des Internationalen Pakts \u00fcber b\u00fcrgerliche und politische Rechte (International Covenant on Civil and Political Rights, ICCPR) im Oktober 2024 \u00e4u\u00dferten die Vereinten Nationen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Haftbedingungen in Pakistan und wiesen auf Probleme wie \u00dcberbelegung, unzureichenden Zugang zu Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, sanit\u00e4ren Einrichtungen und medizinischer Versorgung hin. \u201eDiese Probleme betreffen H\u00e4ftlinge aus Minderheitengemeinschaften unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark und machen sie besonders verwundbar\u201c, hei\u00dft es im Text der NCJP, in dem darauf hingewiesen wird, dass H\u00e4ftlinge, die religi\u00f6sen Minderheiten angeh\u00f6ren (die insgesamt etwa 5 % der Bev\u00f6lkerung Pakistans ausmachen, das zu 95 % muslimisch ist), in der Gef\u00e4ngnispopulation \u00fcberproportional vertreten sind. Die Inhaftierungsrate liegt weit \u00fcber ihrem prozentualen Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung des Landes, was auf \u201eeine m\u00f6gliche systemische Verzerrung innerhalb des Justizsystems\u201c hindeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Allgemeinen, so stellte die NCJP fest, sind Angeh\u00f6rige von Minderheiten in fast allen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens, einschlie\u00dflich der Haft, direkter und indirekter Diskriminierung ausgesetzt. Sobald ihre religi\u00f6se Identit\u00e4t bekannt wird, werden christliche und hinduistische H\u00e4ftlinge sowohl von anderen H\u00e4ftlingen als auch vom Gef\u00e4ngnispersonal schlechter behandelt. Sie werden oft als \u201eunber\u00fchrbar\u201d betrachtet und mit erniedrigenden Aufgaben betraut, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht enth\u00e4lt Aussagen mehrerer christlicher H\u00e4ftlinge, von denen einige unschuldig sind, die die diskriminierende Behandlung beschreiben, der sie ausgesetzt waren. Die NCJP forderte die pakistanische Regierung und alle Provinzregierungen auf, \u201eMechanismen zur Bek\u00e4mpfung der systematischen Diskriminierung von Minderheiten in Gef\u00e4ngnissen einzuf\u00fchren\u201d. Dar\u00fcber hinaus fordert sie zivilgesellschaftliche Organisationen auf, nicht-muslimischen H\u00e4ftlingen Rechtsbeistand und Zugang zu Bildung zu gew\u00e4hren, einschlie\u00dflich religi\u00f6ser Bildungsprogramme und der M\u00f6glichkeit, im Gef\u00e4ngnis ihren Glauben auszu\u00fcben, um ihren spirituellen Bed\u00fcrfnissen gerecht zu werden. Der Bericht empfiehlt \u201eangemessene Ma\u00dfnahmen, die es H\u00e4ftlingen erm\u00f6glichen, Missbrauch, Gewalt und unmenschliche Behandlung anzuzeigen\u201d, und hofft auf eine allgemeine Reform des Strafvollzugssystems. (Quelle: Fidesdienst, Bild: Symbolbild\/wikipedia)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christliche und hinduistische H\u00e4ftlinge in pakistanischen Gef\u00e4ngnissen leiden unter Misshandlungen und Diskriminierungen, die damit zusammenh\u00e4ngen oder dadurch versch\u00e4rft werden, dass sie sich nicht zum muslimischen Glauben bekennen. Dies geht aus dem von der Nationalen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden (National Commission for Justice and Peace, NCJP) der Pakistanischen Bischofskonferenz ver\u00f6ffentlichten Bericht \u201eHoffnung hinter Gittern\u201c hervor. 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