{"id":5380,"date":"2025-11-28T08:51:00","date_gmt":"2025-11-28T07:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5380"},"modified":"2025-11-21T08:34:46","modified_gmt":"2025-11-21T07:34:46","slug":"protest-gegen-die-anti-konversionsgesetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/protest-gegen-die-anti-konversionsgesetze\/","title":{"rendered":"Protest gegen die Anti-Konversionsgesetze"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Bundesstaat Rajasthan im Norden Indiens an der Grenze zu Pakistan hat sich die \u201eJaipur Catholic Welfare Society\u201d an den Obersten Gerichtshof gewandt, um gegen das Anti Konversionsgesetz \u201eRajasthan Prohibition of Unlawful Religious Conversion Act von 2025\u201d vorzugehen, mit der Begr\u00fcndung, dass dieses Gesetz gegen die indische Verfassung verst\u00f6\u00dft. \u201eDie Struktur des Gesetzes zielt nur darauf ab, Angst in den K\u00f6pfen der Menschen zu sch\u00fcren und von Konversionen abzuschrecken\u201d, erkl\u00e4rt die katholische Organisation mit Sitz in der Hauptstadt des Bundesstaates, Jaipur. Der Oberste Gerichtshof erkl\u00e4rte die Klage f\u00fcr zul\u00e4ssig und forderte die Regierung von Rajasthan auf, den Antrag zu erl\u00e4utern. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Rechtsanwalt Rajeev Dhavan, der den Kl\u00e4ger vertritt, erkl\u00e4rte: \u201eWir haben Fragen der Gesetzgebungskompetenz sowie verfassungsrechtliche Beschr\u00e4nkungen aufgeworfen\u201d und berichtete, dass der Fall in etwa einem Monat vor Gericht verhandelt werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das umstrittene Gesetz wurde im September 2025 von der parlamentarischen Versammlung des Bundesstaates Rajasthan verabschiedet. Gem\u00e4\u00df dieser Regelung gilt eine Konversion als \u201eillegal und nichtig\u201c, wenn sie durch \u201efalsche Angaben, Gewalt, unzul\u00e4ssige Beeinflussung, N\u00f6tigung, betr\u00fcgerische Mittel oder durch Heirat\u201c zustande gekommen ist. Die Katholiken von Jaipur weisen darauf hin, dass die Verwendung mehrdeutiger Begriffe wie \u201ebetr\u00fcgerische Mittel\u201d es erm\u00f6glicht, jede religi\u00f6se Konversion als \u201eillegal\u201d zu interpretieren, wodurch die freie Wahl des individuellen Gewissens faktisch verhindert und das Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit, das durch die indische Verfassung gesch\u00fctzt ist, eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im indischen Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens haben die \u00f6rtlichen Katholiken einen offenen Brief an Premierminister Shri Devendra Padnavis geschickt, in dem sie ihre \u201etiefe Besorgnis\u201d \u00fcber den Gesetzentwurf zur Religionsfreiheit zum Ausdruck bringen, den die Regierung in diesem Bundesstaat einf\u00fchren will. \u201eReligion ist eine Frage des pers\u00f6nlichen Glaubens: Der Glaube an Gott ist eine Frage des Gewissens, eine heilige und individuelle Entscheidung\u201d, erkl\u00e4rt der katholische Anwalt Raphael D&#8217;Souza, Mitglied der \u201eAll India Catholic Union\u201d, der gr\u00f6\u00dften Bewegung katholischer Laien in Indien und ganz Asien (\u00fcber 16 Millionen Menschen). Er ist einer der Unterzeichner des Schreibens.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Recht, seinen Glauben auszu\u00fcben, zu predigen und zu verbreiten, ist ein Grundrecht, das in unserer Verfassung verankert ist und nur zum Schutz vor \u00f6ffentlichen Unruhen angemessene Einschr\u00e4nkungen vorsieht. Die Verfassung besagt eindeutig, dass der Staat in Fragen des pers\u00f6nlichen Glaubens keine Rolle spielt\u201c, so der Anwalt. \u201eUnter dem Vorwand, Zwangskonvertierungen einzuschr\u00e4nken, haben jedoch 12 Bundesstaaten \u201aGesetze zur Religionsfreiheit\u2018 oder Anti-Konversionsgesetze erlassen\u201c, stellt er fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Gesetz dieser Art wurde 1967 in Odisha verabschiedet. Seitdem haben elf weitere Bundesstaaten dasselbe getan und immer strengere Strafbestimmungen eingef\u00fchrt. \u201eAber trotz der unz\u00e4hligen Anzeigen (gegen christliche Missionare und trotz der Angriffe auf Einzelpersonen, Institutionen und Kultst\u00e4tten\u201c, so D&#8217;Souza weiter, \u201ebleibt die Verurteilungsquote praktisch bei Null. Dies l\u00e4sst vermuten, dass diese Gesetze missbraucht wurden, um die karitative und p\u00e4dagogische Arbeit christlicher Organisationen insbesondere zugunsten marginalisierter oder unterdr\u00fcckter Gemeinschaften zu behindern\u201c. Dar\u00fcber hinaus warnt er, dass in den Bundesstaaten, in denen diese Gesetze in Kraft sind, \u201edie interreligi\u00f6sen Spannungen, die Disharmonie und die Gewalt zunehmen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>So schrieben die \u00f6rtlichen Katholiken an den Ministerpr\u00e4sidenten: \u201eDer Bundesstaat Maharashtra hat sich bisher als s\u00e4kular profiliert und sich der Welle von Anti-Konversionsgesetzen widersetzt. Nun scheint es jedoch den Willen zu geben, ein solches Gesetz einzuf\u00fchren. Rechtfertigen die Statistiken eine solche Gesetzgebung? Als der Staat Maharashtra 1960 gegr\u00fcndet wurde, machten Hindus etwa 82,24 % der Bev\u00f6lkerung aus, w\u00e4hrend Christen etwa 1,42 % ausmachten. Im Jahr 2001 war die hinduistische Bev\u00f6lkerung von 32,5 Millionen (1961) auf 77,8 Millionen angewachsen, w\u00e4hrend die christliche Bev\u00f6lkerung von 560.000 auf eine Million gestiegen war, was einem prozentualen R\u00fcckgang von 1,42 % auf 0,96 % entspricht. Auch auf nationaler Ebene verzeichnete die christliche Bev\u00f6lkerung einen negativen Trend, von 2,44 % im Jahr 1961 auf 2,30 % im Jahr 2011. Die offiziellen Daten der Volksz\u00e4hlung zeigen also einen R\u00fcckgang der Christen, gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der \u00dcbergriffe auf Christen, die im Jahr 2024 bei etwa 840 lagen. Vor diesem Hintergrund fragen die Katholiken: Ist der Gesetzentwurf zur Religionsfreiheit wirklich notwendig? Oder handelt es sich um ein politisches Instrument, um die fundamentalistischen Elemente innerhalb der Mehrheitsgemeinschaft zu beschwichtigen und die Christen zu schikanieren, indem ihre Arbeit benachteiligt und Aktionen der N\u00e4chstenliebe, des Mitgef\u00fchls und des friedlichen Zusammenlebens behindert werden?\u201c. (Quelle: Fidesdienst)<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Bundesstaat Rajasthan im Norden Indiens an der Grenze zu Pakistan hat sich die \u201eJaipur Catholic Welfare Society\u201d an den Obersten Gerichtshof gewandt, um gegen das Anti Konversionsgesetz \u201eRajasthan Prohibition of Unlawful Religious Conversion Act von 2025\u201d vorzugehen, mit der Begr\u00fcndung, dass dieses Gesetz gegen die indische Verfassung verst\u00f6\u00dft. \u201eDie Struktur des Gesetzes zielt nur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2124,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[176],"tags":[27,30,3],"class_list":["post-5380","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-indien","tag-asien","tag-diskriminierung-intoleranz","tag-indien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5380"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5381,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5380\/revisions\/5381"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}