{"id":5425,"date":"2026-01-09T09:45:51","date_gmt":"2026-01-09T08:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5425"},"modified":"2026-01-09T09:45:53","modified_gmt":"2026-01-09T08:45:53","slug":"aleppos-christen-haben-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/aleppos-christen-haben-angst\/","title":{"rendered":"Aleppos Christen haben Angst vor weiterer Gewalt-Eskalation"},"content":{"rendered":"\n<p>Angesichts erneuter K\u00e4mpfe in der syrischen Millionenstadt Aleppo bitten die lokalen Christen eindringlich um Gebet und Solidarit\u00e4t; sie f\u00fcrchten, dass der aktuelle Konflikt noch weiter eskalieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Projektpartner dem p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN) mitteilen, sind vor allem Zivilisten \u2013 darunter auch Christen \u2013 erneut besonders von den Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und den kurdisch gef\u00fchrten \u201eSyrian Democratic Forces\u201c (SDF) betroffen. Die Gefechte, die bereits Ende Dezember begonnen hatten, flammten nach einer kurzen Waffenruhe am 6. J\u00e4nner erneut auf. Medien berichten von mindestens neun Toten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewalt fiel in die Zeit, in der katholische und orthodoxe Christen Weihnachten bzw. das Hochfest Erscheinung des Herrn feierten. Alle Gottesdienste und Feierlichkeiten wurden abgesagt, da viele Menschen aus Angst ihre H\u00e4user nicht verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Christen an der Frontlinie<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eSchulen, Universit\u00e4ten und \u00f6ffentliche Einrichtungen sind geschlossen, nur die Krankenh\u00e4user arbeiten noch. Christliche Familien sitzen fest, weil ihre Wohnungen an der Kampflinie liegen\u201c, berichtet eine lokale Quelle von \u201eKirche in Not\u201c, die aus Sicherheitsgr\u00fcnden anonym bleiben m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die christlichen Kirchen haben zahlreiche Geb\u00e4ude f\u00fcr Familien ge\u00f6ffnet, die vor den K\u00e4mpfen fliehen mussten. Zwar wurden zwei Fluchtkorridore eingerichtet, doch w\u00e4chst die Sorge, dass sich die Lage weiter zuspitzen k\u00f6nnte. \u201eNach dem Ausma\u00df der Bombardierungen und des Beschusses zu urteilen, scheinen beide Seiten etwas Gr\u00f6\u00dferes zu planen\u201c, so die Quelle weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der maronitische Erzbischof von Aleppo, Joseph Tobji, wandte sich in einer Videobotschaft an die \u00d6ffentlichkeit: \u201eDie Situation ist erneut kritisch geworden. Viele Menschen verlassen ihre Wohnviertel. Wir z\u00e4hlen auf die Hilfe des Herrn \u2013 und danken Ihnen von Herzen f\u00fcr Ihr Gebet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der griechisch-katholische Priester Fadi Najjar, ein langj\u00e4hriger Projektpartner von \u201eKirche in Not\u201c, schildert die Lage: \u201eDie Regierung beschie\u00dft kurdische Gebiete, die Kurden antworten mit Angriffen auf unsere Viertel.\u201c Besonders betroffen seien erneut die Zivilisten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Feierlichkeiten abgesagt<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich auch Pater Hugo Alaniz. Er geh\u00f6rt der Ordensgemeinschaft \u201eInstitut des Inkarnierten Wortes\u201c an und arbeitet mit \u201eKirche in Not\u201c bei zahlreichen Hilfsprojekten f\u00fcr hilfsbed\u00fcrftige Gemeindemitglieder zusammen. Wegen der anhaltenden K\u00e4mpfe habe selbst eine nachgeholte Weihnachtsfeier f\u00fcr Kinder abgesagt werden m\u00fcssen. \u201eWir h\u00f6rten den ganzen Tag Bombardierungen und Sch\u00fcsse. Wir bitten um Gebet, dass es zu einer Einigung kommt und der Frieden im Land einkehrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Pr\u00e4sidentin von \u201eKirche in Not\u201c (ACN), Regina Lynch, erkl\u00e4rte: \u201eErneut erreichen uns alarmierende Nachrichten aus Aleppo. Unsere Br\u00fcder und Schwestern bitten um Gebet \u2013 und wir schlie\u00dfen uns diesem Appell mit gro\u00dfer Sorge, aber auch mit Hoffnung an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Waffenruhe hielt nur wenige Tage<\/h3>\n\n\n\n<p>Die SDF sind der bewaffnete Arm einer politischen F\u00fchrung, die seit Beginn des syrischen B\u00fcrgerkriegs im Jahr 2011 gro\u00dfe Teile des Nordostens Syriens kontrolliert. Dieses B\u00fcndnis wird vor allem von kurdischen Gruppen getragen. Mit Unterst\u00fctzung einer internationalen Koalition spielten die SDF eine entscheidende Rolle bei der milit\u00e4rischen Niederlage der Terrororganisation \u201eIslamischer Staat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SDF streben an, ihre Region auch in Zukunft weitgehend selbst zu verwalten. Die neue Regierung in Damaskus lehnt diese Autonomiebestrebungen ab. Sie verfolgt das Ziel, die volle Kontrolle \u00fcber das gesamte syrische Staatsgebiet wiederherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen beiden Seiten hatten sich die Spannungen bereits seit Monaten aufgebaut. Schlie\u00dflich eskalierten sie in offenen K\u00e4mpfen um die Kontrolle \u00fcber Teile von Aleppo, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Syriens. Im Dezember hatten sich SDF und Regierungstruppen auf eine Waffenruhe geeinigt, die nun nach wenigen Tagen wieder gebrochen wurde. Beide Seiten geben sich wechselseitig die Schuld daran.<\/p>\n\n\n\n<p>In Syrien leben lokalen Sch\u00e4tzungen zufolge etwa 250 000 Christen, in Aleppo nicht mehr als 20 000. Vor Beginn des B\u00fcrgerkriegs 2011 z\u00e4hlte Syrien noch rund 1,5 Millionen Christen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>Unterst\u00fctzen Sie unsere Nothilfe in Syrien mit Ihrer Spende<\/em>:<\/h2>\n\n\n\n<center><a href=\"#XSGFDENH\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts erneuter K\u00e4mpfe in der syrischen Millionenstadt Aleppo bitten die lokalen Christen eindringlich um Gebet und Solidarit\u00e4t; sie f\u00fcrchten, dass der aktuelle Konflikt noch weiter eskalieren k\u00f6nnte. 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