{"id":5489,"date":"2026-03-25T08:29:00","date_gmt":"2026-03-25T07:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5489"},"modified":"2026-03-23T10:29:45","modified_gmt":"2026-03-23T09:29:45","slug":"kath-bischofe-verlangen-aufklarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/kath-bischofe-verlangen-aufklarung\/","title":{"rendered":"Kath. Bisch\u00f6fe verlangen Aufkl\u00e4rung \u00fcber T\u00f6tung von Christen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die katholischen Bisch\u00f6fe \u00c4thiopiens haben eine umfassende Untersuchung der j\u00fcngsten Gewalt gegen orthodoxe Christen in der Arsi-Zone der Region Oromia gefordert. Die Verantwortlichen m\u00fcssten zur Rechenschaft gezogen werden, erkl\u00e4rte die Katholische Bischofskonferenz von \u00c4thiopien (CBCE).<\/p>\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser der Stellungnahme ist eine Serie schwerer Angriffe. Bei einem der j\u00fcngsten Vorf\u00e4lle wurden nach Berichten sechs Menschen get\u00f6tet und mehr als 20 weitere verletzt. Ziel war demnach das Kloster Tte Adbaraat Wetaekka Negesat Atronse Mariam im Bezirk Mahal Saint in der Region Amhara. Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, nur zwei Tage nach einer weiteren Bluttat in Ost-Arsi.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort sollen Extremisten am 26. Februar einen Markt \u00fcberfallen und das Feuer auf Zivilisten er\u00f6ffnet haben. Berichten zufolge kamen dabei rund 20 orthodoxe Christen ums Leben, darunter auch ein Priester. Mehrere weitere Menschen wurden demnach verschleppt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6rtliche Quellen berichten, die Angreifer seien unter religi\u00f6sen Rufen in eine Kirche eingedrungen und h\u00e4tten anschlie\u00dfend auf die Menschen im Inneren geschossen. Danach h\u00e4tten sie H\u00e4user und Felder in Brand gesetzt. Viele Bewohner flohen aus Angst in nahegelegene Orte.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Erkl\u00e4rung, die ACI Africa am 10. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte, \u00e4u\u00dferten die katholischen Bisch\u00f6fe ihre \u201etiefe Trauer\u201c und verurteilten die T\u00f6tung unschuldiger Zivilisten im ganzen Land mit scharfen Worten. Die Gewalt in der Arsi-Zone nannten sie besonders brutal.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vors\u00e4tzliche T\u00f6tung unschuldiger Menschen sei eine schwere S\u00fcnde vor Gott und verletze die unver\u00e4u\u00dferliche W\u00fcrde jedes Menschen, erkl\u00e4rten die Bisch\u00f6fe. Gewalt gegen wehrlose Zivilisten lasse sich weder religi\u00f6s noch ethnisch oder politisch rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich forderten sie die Beh\u00f6rden auf, die Vorf\u00e4lle gr\u00fcndlich zu untersuchen und die T\u00e4ter vor Gericht zu bringen. Der Schutz unschuldiger B\u00fcrger sei eine grundlegende Pflicht des Staates.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bisch\u00f6fe bekundeten au\u00dferdem ihre Solidarit\u00e4t mit den Opfern und ihren Angeh\u00f6rigen. Besonders gelte ihre Anteilnahme den orthodoxen Christen, die bei den Angriffen Familienmitglieder verloren h\u00e4tten. Die katholische Kirche stehe an der Seite der \u00c4thiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche, des Obersten Rates f\u00fcr Islamische Angelegenheiten in \u00c4thiopien sowie aller Religionsgemeinschaften, die Gewalt ablehnten und die Heiligkeit des Lebens verteidigten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Open Doors deutet vieles darauf hin, dass die Angriffe auf orthodoxe Christen gezielt und organisiert erfolgen. Die \u00c4thiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche (EOTC) berichtete, dass allein im Oktober 2025 in der Ost-Arsi-Zone mehr als 25 Zivilisten get\u00f6tet worden seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im November hatten die katholischen Bisch\u00f6fe Angriffe vom 25. und 27. Oktober verurteilt. Dabei seien Menschen ums Leben gekommen und Eigentum von Angeh\u00f6rigen der katholischen Gemeinschaft zerst\u00f6rt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Open Doors sieht als einen m\u00f6glichen Hintergrund der \u00dcbergriffe, dass Beh\u00f6rden muslimische Ansiedlungen beg\u00fcnstigten und muslimische B\u00fcrger bei staatlichen Arbeitspl\u00e4tzen gegen\u00fcber orthodoxen Christen bevorzugten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der US-Regierung geh\u00f6ren 44 Prozent der \u00e4thiopischen Bev\u00f6lkerung der \u00c4thiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche an. Rund 31 Prozent sind sunnitische Muslime, weitere 23 Prozent z\u00e4hlen zu evangelikalen und pfingstkirchlichen Gemeinschaften. Besonders stark vertreten ist der Islam demnach in den Regionen Oromia, Afar und Somali.<\/p>\n\n\n\n<p>Einheimische beschrieben das Gebiet bislang als historisch friedlich und von einem Zusammenleben von Muslimen und orthodoxen Christen gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die katholischen Bisch\u00f6fe warnten zugleich davor, die Gewalt zur weiteren Spaltung des Landes zu missbrauchen. Alle \u00c4thiopier seien aufgerufen, Hass zur\u00fcckzuweisen und sich nicht gegeneinander aufhetzen zu lassen, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung vom 6. M\u00e4rz. Abschlie\u00dfend erinnerten sie an das Bibelwort: \u201eSelig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Seelen der Verstorbenen vertraue man der Barmherzigkeit Gottes an, erkl\u00e4rten die Bisch\u00f6fe. Zugleich beteten sie f\u00fcr Trost f\u00fcr die Hinterbliebenen, Heilung f\u00fcr die Verletzten und Frieden f\u00fcr das Land. (Quelle: aciafrica, Foto: CBCE)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die katholischen Bisch\u00f6fe \u00c4thiopiens haben eine umfassende Untersuchung der j\u00fcngsten Gewalt gegen orthodoxe Christen in der Arsi-Zone der Region Oromia gefordert. Die Verantwortlichen m\u00fcssten zur Rechenschaft gezogen werden, erkl\u00e4rte die Katholische Bischofskonferenz von \u00c4thiopien (CBCE). Ausl\u00f6ser der Stellungnahme ist eine Serie schwerer Angriffe. 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