{"id":5493,"date":"2026-03-24T08:49:00","date_gmt":"2026-03-24T07:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5493"},"modified":"2026-03-23T12:54:57","modified_gmt":"2026-03-23T11:54:57","slug":"die-christen-beginnen-zu-verzweifeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/die-christen-beginnen-zu-verzweifeln\/","title":{"rendered":"\u201eDie Christen beginnen, zu verzweifeln&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Der neue&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/allgemein\/aktuelles\/libanon-bischoefe-irankrise\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nahostkrieg<\/a>&nbsp;hat auch f\u00fcr die christliche Minderheit im Heiligen Land schwerwiegende Auswirkungen; noch mehr Christen als bisher denken \u00fcber Auswanderung nach. Dennoch sieht die Kirche ihre Aufgabe weiterhin darin, den Menschen inmitten der Krise Hoffnung und W\u00fcrde zu schenken. Darauf hat George Akroush, Leiter des B\u00fcros f\u00fcr Projektentwicklung beim Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT hingewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Akroush befand sich in M\u00fcnchen, als der Krieg gegen den Iran begann. S\u00e4mtliche Fl\u00fcge nach Israel waren gestrichen. Der Mitarbeiter des Patriarchats musste daher eine 32-st\u00fcndige R\u00fcckreise antreten, die ihn \u00fcber Griechenland, \u00c4gypten und schlie\u00dflich auf dem Landweg nach Jerusalem f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs war eine \u00e4u\u00dferst belastende und be\u00e4ngstigende Erfahrung\u201c, berichtete Akroush. Zu Hause erwartete ihn seine Familie, die bereits seit drei Tagen unter st\u00e4ndigem Luftalarm lebte. \u201eIch versuche, vor den Kindern stark zu wirken und meine Angst nicht zu zeigen. Aber das war die schlimmste Erfahrung meines Lebens. So etwas haben wir noch nie erlebt\u201c, stellte Akroush fest.<\/p>\n\n\n\n<p>In Jerusalem und Umgebung besteht st\u00e4ndig die Gefahr durch Raketen oder durch Tr\u00fcmmer abgefangener Geschosse. Splitter gingen zuletzt sogar \u00fcber der Altstadt von Jerusalem nieder, wo sich zahlreiche Kirchen, Kl\u00f6ster und andere wichtige christliche Einrichtungen befinden, darunter auch der Sitz des Lateinischen Patriarchats.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">St\u00e4ndige Gefahr durch Raketen und Geschosse<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Rakete, die die s\u00fcdisraelische Stadt Be\u2019er Scheva traf, besch\u00e4digte mehrere Geb\u00e4ude, darunter auch das Haus einer christlichen Familie. Weiter im Norden liegen die Regionen Haifa und Galil\u00e4a in Reichweite von Raketen proiranischer Milizen aus dem S\u00fcdlibanon. Besonders bitter sei, dass sich auf beiden Seiten der Grenze christliche D\u00f6rfer befinden, sagte Akroush.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg hat auch massive wirtschaftliche Folgen. So wurden die Kontrollpunkte zwischen dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/allgemein\/aktuelles\/klima-der-angst-westjordanland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Westjordanland&nbsp;<\/a>und Israel erneut geschlossen. \u201eVor den Anschl\u00e4gen vom 7. Oktober 2023 hatten etwa 180 000 Menschen aus dem Westjordanland eine Arbeitserlaubnis in Israel. Danach sank diese Zahl auf 15 000. Jetzt haben auch diese Menschen ihre Arbeit verloren\u201c, erkl\u00e4rte Akroush.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/allgemein\/aktuelles\/gaza-sorge-um-die-kinder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gazastreifen<\/a>&nbsp;hat sich die Lage weiter versch\u00e4rft. Seit Beginn des neuen Krieges seien alle humanit\u00e4ren Hilfslieferungen gestoppt worden. \u201eSeit dem 7. M\u00e4rz ist keine einzige Lieferung mehr nach Gaza gelangt \u2013 keine Medikamente, kein Krankenhausmaterial, nicht einmal Antibiotika\u201c, berichtete Akroush. Die Kirche bem\u00fche sich weiterhin, das einzige christliche Krankenhaus dort zu unterst\u00fctzen, doch derzeit seien die Kommunikationskan\u00e4le blockiert.<\/p>\n\n\n<h2>Ihr mitf\u00fchlendes Herz schenkt notleidenden Christen Hoffnung<\/h2>\n\n\n<center><a href=\"#XQDUUQRM\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:31px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gaza: Lieferungen vorl\u00e4ufig gestoppt \u2013 Gemeinde arbeitet weiter<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz aller Schwierigkeiten setze die Kirche ihre Hilfe fort, so der Koordinator. Rund 200 Menschen leben weiterhin auf dem Gel\u00e4nde der katholischen Pfarrei in Gaza, darunter fast 50 Menschen mit Behinderung, die von den Missionarinnen der N\u00e4chstenliebe betreut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, dass der Krieg l\u00e4nger dauern k\u00f6nnte, sei f\u00fcr viele Christen schwer zu ertragen \u2013 besonders f\u00fcr jene, deren Lebensunterhalt vom Pilgertourismus abh\u00e4ngt. \u201eChristen, die in Hotels, Restaurants oder G\u00e4steh\u00e4user investiert haben, beginnen, zu verzweifeln\u201c, sagte Akroush. Mehrere gro\u00dfe Pilgergruppen h\u00e4tten in den kommenden Wochen ins Heilige Land reisen wollen \u2013 das sei jetzt mehr als fraglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Christen versuchten angesichts der erneuten Verschlechterung, sich zumindest eine Ausreisem\u00f6glichkeit offenzuhalten, erl\u00e4uterte Akroush. Einige hofften, zun\u00e4chst nach Jordanien zu gelangen und von dort aus eine \u00dcbersiedlung in ein europ\u00e4isches oder anderes westliches Land zu beantragen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einzige M\u00f6glichkeit Auswanderung?<\/h3>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig bem\u00fcht sich die Kirche, den Menschen neue Perspektiven zu geben. Das Lateinische Patriarchat erh\u00e4lt dabei Unterst\u00fctzung von KIRCHE IN NOT, unter anderem durch Nothilfeprogramme, Lebensmittelhilfen und Projekte zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Akroush zitierte den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa. Dieser beschreibe die Aufgabe der Kirche im Heiligen Land oft so: \u201eUnsere Arbeit ist wie ein Presslufthammer, der langsam und beharrlich auf einen harten Felsen trifft, bis dieser zu br\u00f6ckeln beginnt.\u201c Jeder Arbeitsplatz, jede unterst\u00fctzte Familie und jedes Kind, das wieder zur Schule gehen k\u00f6nne, sei ein weiterer kleiner Riss im \u201eFelsen der Verzweiflung\u201c, betonte Akroush.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue&nbsp;Nahostkrieg&nbsp;hat auch f\u00fcr die christliche Minderheit im Heiligen Land schwerwiegende Auswirkungen; noch mehr Christen als bisher denken \u00fcber Auswanderung nach. Dennoch sieht die Kirche ihre Aufgabe weiterhin darin, den Menschen inmitten der Krise Hoffnung und W\u00fcrde zu schenken. 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