{"id":5556,"date":"2026-05-20T15:13:59","date_gmt":"2026-05-20T13:13:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5556"},"modified":"2026-05-20T15:14:51","modified_gmt":"2026-05-20T13:14:51","slug":"libanon-vertrieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/libanon-vertrieben\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir haben Angst, dass wir nie wieder nach Hause zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Christen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet leben in der Angst, ihre Heimat dauerhaft zu verlieren. Darauf hat der melkitische griechisch-katholische Priester Charles Nadaf aus der Ortschaft Yaroun im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT\u00a0 hingewiesen. Die vereinbarte Waffenruhe sei br\u00fcchig; Monate von K\u00e4mpfen und Zerst\u00f6rungen h\u00e4tten viele Menschen zur Flucht gezwungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kirchliche Einrichtungen zerst\u00f6rt, Christen vertrieben<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnser Grenzort Yaroun ist heute zutiefst verwundet\u201c, sagte Nadaf, Pfarrer der melkitischen Gemeinde St. Georg in Yaroun. Anfang Mai seien der Pfarrsaal, der zuletzt als Notkirche diente, das Jugendzentrum der Pfarre sowie das Kloster der griechisch-katholischen Salvatorianerinnen mitsamt ihrer Schule zerst\u00f6rt worden. Eine vollst\u00e4ndige Schadensaufnahme sei derzeit nicht m\u00f6glich, da der Zugang zum Dorf weiterhin gef\u00e4hrlich sei. \u201eZweifellos ist dies eine der gr\u00f6\u00dften Katastrophen, die unser Dorf je erlebt hat\u201c, erkl\u00e4rte Nadaf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ort Yaroun liegt unmittelbar an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel. Die Bev\u00f6lkerung besteht mehrheitlich aus schiitischen Muslimen; zugleich gibt es dort seit Jahrhunderten eine christliche Gemeinde. Seit Beginn der K\u00e4mpfe im Oktober 2023 geh\u00f6rt Yaroun zu den besonders betroffenen Orten im S\u00fcdlibanon. Bereits kurz nach Beginn der Auseinandersetzungen mussten s\u00e4mtliche Bewohner fl\u00fcchten. Kirchen, Wohnh\u00e4user und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude wurden schwer besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. Zwischenzeitlich waren einige christliche Familien nach Yaroun zur\u00fcckgekehrt. Sie hatten versucht, besch\u00e4digte H\u00e4user notd\u00fcrftig zu reparieren und das Gemeindeleben wieder aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ihre Spende hilft vertriebenen Familien und notleidenden Christen<\/h2>\n\n\n\n<center><a href=\"#XGJMEDWH\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:32px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eChristen haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch mit der erneuten Eskalation Anfang 2026 seien s\u00e4mtliche Hoffnungen auf eine dauerhafte R\u00fcckkehr erneut zerst\u00f6rt worden. \u201eSeit Beginn des Krieges leben die Familien im Exil, gepr\u00e4gt von Ungewissheit und gro\u00dfer Hilflosigkeit\u201c, sagte Pfarrer Nadaf. Viele Vertriebene seien inzwischen in andere Orte des S\u00fcdlibanon oder in den Norden des Landes geflohen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders besorgt zeigte sich der Priester, was die Zukunft der Christen in der Region angeht. \u201eDie vertriebenen Christen haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht. Sie bitten nur darum, in ihre H\u00e4user zur\u00fcckkehren zu d\u00fcrfen, in Frieden mit allen zu leben und im Land ihrer Vorfahren bleiben zu k\u00f6nnen\u201c, betonte er. Neben humanit\u00e4rer Hilfe brauche es vor allem Sicherheit und Perspektiven, damit die verbliebenen Christen nicht endg\u00fcltig aus der Region gedr\u00e4ngt w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KIRCHE IN NOT unterst\u00fctzt christliche Gemeinden im Libanon unter anderem mit Nothilfe, Seelsorgeprojekten sowie Hilfen f\u00fcr Ordensgemeinschaften und kirchliche Schulen. Der Libanon leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise; die j\u00fcngsten K\u00e4mpfe im S\u00fcden des Landes haben die Lage vieler Familien zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Christen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet leben in der Angst, ihre Heimat dauerhaft zu verlieren. Darauf hat der melkitische griechisch-katholische Priester Charles Nadaf aus der Ortschaft Yaroun im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT\u00a0 hingewiesen. Die vereinbarte Waffenruhe sei br\u00fcchig; Monate von K\u00e4mpfen und Zerst\u00f6rungen h\u00e4tten viele Menschen zur Flucht gezwungen. 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