{"id":5571,"date":"2026-06-03T10:12:10","date_gmt":"2026-06-03T08:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5571"},"modified":"2026-06-03T10:12:11","modified_gmt":"2026-06-03T08:12:11","slug":"dschihadisten-wollen-kalifat-errichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/dschihadisten-wollen-kalifat-errichten\/","title":{"rendered":"Dschihadisten wollen Kalifat im Norden des Landes errichten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dschihadisten, die in der n\u00f6rdlichen Provinz Cabo Delgado in Mosambik einen Aufstand f\u00fchren, versuchen nach Einsch\u00e4tzung des Bischofs von Pemba, Ant\u00f3nio Juliasse, ein Kalifat nach dem Vorbild des Islamischen Staates zu errichten. In einer an das internationale katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c gesendeten Nachricht best\u00e4tigte der Bischof: \u201eDie Anzeichen sind alle da: Sie sprechen offen von einem Kalifat. Wenn sie auf Menschen treffen, wenn sie sie entf\u00fchren, sagen sie genau das: dass sie f\u00fcr ein Kalifat arbeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die dschihadistischen Anschl\u00e4ge in der Provinz Cabo Delgado, in der die Di\u00f6zese Pemba liegt, begannen 2017. Zun\u00e4chst griffen die Milizen vor allem Milit\u00e4r- und Regierungsgeb\u00e4ude an. In den vergangenen Jahren nahmen sie in der mehrheitlich muslimischen Region Mosambiks jedoch zunehmend eine antichristliche Haltung ein. Mehr als 300 Katholiken wurden ermordet, viele durch Enthauptung. Mindestens 117 Kirchengeb\u00e4ude wurden zerst\u00f6rt, darunter Kapellen und historische Kirchen wie jene in Meza am 30. April 2026. Angreifer setzten dort die Kirche, das Pfarrb\u00fcro sowie weitere Geb\u00e4ude des kirchlichen Gel\u00e4ndes in Brand, darunter auch einen Kindergarten. Es gab zwar keine Toten, aber Medienberichten zufolge wurden mindestens 22 Menschen gefangen genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antichristliche Rhetorik und Hassrede<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Ausma\u00df an Gewalt und die antichristliche Rhetorik wirkten sich zunehmend auf die Bev\u00f6lkerung aus, erkl\u00e4rte Bischof Ant\u00f3nio Juliasse gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c. \u201eWas mich beunruhigt, ist die Hassrede, die mit der Gewalt einhergeht. Lange Zeit war die Religion einer der Aspekte, die das Zusammenleben erleichterten. Jetzt aber wird sie zu einem Hindernis, sie beginnt zu spalten. Fr\u00fcher nahmen Christen in den D\u00f6rfern von Cabo Delgado an muslimischen Beerdigungen teil und umgekehrt. Jetzt wird dies in Frage gestellt \u2013 und das liegt nicht an den Christen!\u201c Das sei ein Umstand, der die Regierung und die gesamte Gesellschaft beunruhigen sollte, \u201ebevor es zu sp\u00e4t ist\u201c, schloss er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bischof Ant\u00f3nio Juliasse erkl\u00e4rte gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c weiter: \u201eSchweigen mag ein Zeichen der Vorsicht sein\u201c, k\u00f6nne aber auch als \u201eDesinteresse\u201c am Leid der Menschen in Cabo Delgado gedeutet werden. \u201eSchweigen ist immer gef\u00e4hrlich\u201c, betont er. \u201eEs ist schwer zu deuten und f\u00fchrt zu Verwirrung. Deshalb habe ich immer gesagt, dass wir uns der Lage stellen, unsere Stimme erheben, die Menschen anleiten und ihnen sagen m\u00fcssen, was zu tun ist, was sie erwarten k\u00f6nnen und was wir gemeinsam tun k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen diese Diskussion als Nation f\u00fchren. Aber ich glaube nicht, dass wir damit richtig umgehen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schweigen ist keine L\u00f6sung, aber Gewalt auch nicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche in Mosambik habe zugleich deutlich gemacht, dass milit\u00e4rische Gewalt nicht die einzige L\u00f6sung sein k\u00f6nne. \u201eK\u00fcrzlich haben wir eine Hirtenbotschaft ver\u00f6ffentlicht, in der wir gegen die Lage in Cabo Delgado protestieren, aber auch auf alternative Wege hinweisen\u201c, erkl\u00e4rte Bischof Juliasse. \u201eIch glaube nicht, dass die milit\u00e4rische Option die einzige L\u00f6sung ist. Wir m\u00fcssen andere Wege finden, darunter einen, den Mosambik bereits kennt: den Weg des Dialogs. Die Menschen in Mosambik m\u00fcssen miteinander sprechen, damit dieser Krieg enden kann.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies habe besondere Bedeutung f\u00fcr eine Zukunft des Zusammenlebens, da \u201eviele von denen, die in den W\u00e4ldern k\u00e4mpfen, aus Mosambik stammen; sie sind S\u00f6hne dieses Landes, sie sind Teil davon. Es mag einige Ausl\u00e4nder geben, aber wir m\u00fcssen den Dialog suchen und den Mut haben, uns dem zu stellen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit neun Jahren andauernde Rebellion im Norden Mosambiks hat das Land, das ohnehin zu den \u00e4rmsten der Welt z\u00e4hlt, schwer getroffen. Seit Oktober 2017 forderten die K\u00e4mpfe mehr als 6300 Todesopfer; mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben. \u201eDas ist eine Lage, die uns sehr schmerzt, aber wir d\u00fcrfen die Hoffnung nicht verlieren\u201c, sagte der Bischof von Pemba gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt die Kirche in Mosambik bei ihren Bem\u00fchungen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Hilfswerk leistet Nothilfe, bietet psychologische und soziale Unterst\u00fctzung und hilft beim Wiederaufbau der besch\u00e4digten Infrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterst\u00fctzen Sie bedrohte und verfolgte Christen mit Ihrer Spenden<\/h3>\n\n\n\n<center><a href=\"#XBHPAJUT\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dschihadisten, die in der n\u00f6rdlichen Provinz Cabo Delgado in Mosambik einen Aufstand f\u00fchren, versuchen nach Einsch\u00e4tzung des Bischofs von Pemba, Ant\u00f3nio Juliasse, ein Kalifat nach dem Vorbild des Islamischen Staates zu errichten. 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