{"id":5585,"date":"2026-06-15T11:04:16","date_gmt":"2026-06-15T09:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5585"},"modified":"2026-06-15T11:04:17","modified_gmt":"2026-06-15T09:04:17","slug":"fussball-wm-2026-in-jedem-dritten-teilnehmerland-ist-die-religionsfreiheit-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/fussball-wm-2026-in-jedem-dritten-teilnehmerland-ist-die-religionsfreiheit-bedroht\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball-WM 2026: In jedem dritten Teilnehmerland ist die Religionsfreiheit bedroht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Millionen Menschen weltweit die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass f\u00fcr viele Menschen aus den teilnehmenden L\u00e4ndern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverst\u00e4ndlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben des<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/religionsfreiheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp;Berichts \u201eReligionsfreiheit weltweit 2025\u201c<\/a>&nbsp;von KIRCHE IN NOT ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 Teilnehmerl\u00e4nder der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft&nbsp; erheblich eingeschr\u00e4nkt. In drei dieser Staaten dokumentiert der Bericht religi\u00f6se Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Anteil von 30 Prozent der Teilnehmerl\u00e4nder mit Einschr\u00e4nkungen der Religionsfreiheit entspricht in etwa dem weltweiten Befund des Berichts von KIRCHE IN NOT: Er stuft 62 von untersuchten 196 L\u00e4ndern in die Kategorie \u201eorange\u201c f\u00fcr Diskriminierung oder in die rote Kategorie f\u00fcr religi\u00f6se Verfolgung ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2_Uebersicht-der-Laender-mit-schwerwiegenden-Verletzungen-der-Religionsfreiheit-%C2%A9-Kirche-in-Not-768x0-c-default.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weltkarte aus dem Bericht \u201eReligionsfreiheit weltweit 2025\u201c von KIRCHE IN NOT.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schwere Verfolgung in Iran und Saudi-Arabien<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders gravierend ist die Situation laut dem Bericht unter anderem im Iran und in Saudi-Arabien. Dort schr\u00e4nkten gesetzliche und gesellschaftliche Vorgaben die Religionsfreiheit erheblich ein \u2013 insbesondere f\u00fcr Konvertiten und Angeh\u00f6rige religi\u00f6ser Minderheiten. Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnten mit Festnahmen, Haftstrafen und teilweise sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Dort versch\u00e4rfen anhaltende Gewalt und die Aktivit\u00e4ten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollieren dort weite Teile des Landes und behindern wiederholt die Arbeit von Kirchen und religi\u00f6sen Organisationen. Religi\u00f6se Verantwortungstr\u00e4ger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Betroffene von Entf\u00fchrungen und Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/priester-venezuela-spielt-fussball-768x0-c-default.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Priester aus Venezuela spielt Fu\u00dfball mit Kindern.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Priester im WM-Gastgeberland Mexiko unter Druck<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mexiko, eines der Gastgeberl\u00e4nder der Weltmeisterschaft, steht wiederum f\u00fcr eine andere Form der Bedrohung: Nicht staatliche Restriktionen, sondern organisierte Kriminalit\u00e4t und Drogenkartelle setzen dort kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Teilnehmerl\u00e4nder mit Einschr\u00e4nkungen der Religionsfreiheit sind laut dem Bericht unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, \u00c4gypten, die T\u00fcrkei sowie Usbekistan. Religi\u00f6se Minderheiten, darunter Christen, Angeh\u00f6rige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften, sind dort weiterhin in unterschiedlichem Ma\u00dfe Diskriminierung sowie Einschr\u00e4nkungen bei der Aus\u00fcbung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/irak-studenten-768x0-c-default.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fu\u00dfballmannschaft an der Katholischen Universit\u00e4t in Erbil (Irak).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zur Lage der Religionsfreiheit bei den \u00f6sterreichischen WM-Gegnern<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Algerien ist der Islam verfassungsrechtlich als Staatsreligion verankert, was die rechtliche und gesellschaftliche Stellung anderer Glaubensgemeinschaften stark einschr\u00e4nkt. Obwohl die Verfassung formell die Religionsfreiheit garantiert, wird diese durch restriktive Gesetze \u2013 insbesondere die Verordnung 06-03 \u2013 in der Praxis massiv beschnitten. Besonders Konvertiten, Ahmadis und protestantische Christen sind von systematischen Kirchenschlie\u00dfungen, Blasphemie-Vorw\u00fcrfen und Haftstrafen betroffen. Da auch die Missionierung von Muslimen unter Strafe steht und staatliche Eingriffe zunehmen, wird die Lage der Religionsfreiheit insgesamt als besorgniserregend eingestuft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Jordanien ist der Islam als Staatsreligion verankert, weshalb keine umfassende Religionsfreiheit herrscht, obwohl die Verfassung formell die Gleichheit der B\u00fcrger garantiert. W\u00e4hrend anerkannte christliche Minderheiten weitgehend das Recht auf freie Religionsaus\u00fcbung genie\u00dfen und politisch im Parlament repr\u00e4sentiert sind, stehen nicht anerkannte Gruppen wie die Bahai vor erheblichen rechtlichen H\u00fcrden. Besonders prek\u00e4r ist die Lage f\u00fcr Konvertiten vom Islam, die zwar keine staatlichen Strafen, aber extremen gesellschaftlichen Druck sowie gravierende zivilrechtliche Folgen durch Scharia-Gerichte wie den Verlust von Erbanspr\u00fcchen oder die Annullierung der Ehe bef\u00fcrchten m\u00fcssen. Trotz vereinzelter christenfeindlicher \u00dcbergriffe und des politischen Erstarkens islamistischer Kr\u00e4fte gilt das Verh\u00e4ltnis zwischen den Religionen als weitgehend friedlich, was ma\u00dfgeblich durch die aktive Toleranzf\u00f6rderung des jordanischen K\u00f6nigshauses gest\u00fctzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Argentinien ist die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert, wobei der Staat den r\u00f6misch-katholischen Glauben besonders st\u00fctzt. Trotz eines besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorf\u00e4lle und vereinzelter Vandalismen an Kirchen wird die Lage aufgrund eines starken interreligi\u00f6sen Dialogs und einer die Glaubensrechte sch\u00fctzenden Justiz insgesamt als positiv bewertet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Marta-Petrosillo-768x0-c-default.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Marta Petrosillo, Chefredakteurin von \u201eReligionsfreiheit weltweit 2025\u201c. \u00a9 KIRCHE IN NOT\/Flavio Ianniello<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Menschenrecht unter Druck, aber auch Hoffnungssignale<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Weltmeisterschaft bringt Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie ist auch eine Gelegenheit, das Bewusstsein f\u00fcr die Herausforderungen zu sch\u00e4rfen, denen Millionen Menschen weltweit bei der Aus\u00fcbung ihres Grundrechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit weiterhin gegen\u00fcberstehen\u201c, erkl\u00e4rte Marta Petrosillo, die Chefredakteurin von \u201eReligionsfreiheit weltweit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich verweist \u201eKirche in Not\u201c auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel daf\u00fcr, wie Menschen unterschiedlicher religi\u00f6ser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten k\u00f6nnen. Unter den Spielern befinden sich auch Christen \u2013 in einem Land, in dem ihr Bev\u00f6lkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liegt. Petrosillo rief Regierungen weltweit dazu auf, Religionsfreiheit aktiv zu sch\u00fctzen: \u201eJeder Mensch muss seinen Glauben frei aus\u00fcben, wechseln oder teilen k\u00f6nnen \u2013 ohne Diskriminierung oder Verfolgung bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vollst\u00e4ndige Bericht \u201eReligionsfreiheit weltweit 2025\u201c von \u201eKirche in Not\u201c dokumentiert die Menschenrechtslage in 196 L\u00e4ndern und f\u00fcr alle Religionen. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und ist online abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/religionsfreiheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.religionsfreiheit-weltweit.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Millionen Menschen weltweit die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass f\u00fcr viele Menschen aus den teilnehmenden L\u00e4ndern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverst\u00e4ndlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszu\u00fcben. 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