{"id":5590,"date":"2026-06-22T08:40:00","date_gmt":"2026-06-22T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5590"},"modified":"2026-06-19T10:40:33","modified_gmt":"2026-06-19T08:40:33","slug":"christliche-gemeinde-schrumpft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christliche-gemeinde-schrumpft\/","title":{"rendered":"Wie eine christliche Gemeinde von 120 auf nur 12 Gl\u00e4ubige geschrumpft ist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb weniger Monate ist die christliche Gemeinde im s\u00fcdlibanesischen Dorf Al-Kfour im Distrikt Nabat\u00e4a nahezu verschwunden: Von rund 120 Gl\u00e4ubigen leben heute nur noch knapp ein Dutzend dauerhaft vor Ort. F\u00fcr den maronitischen Pfarrer Youssef Semaan ist diese Entwicklung mehr als eine Folge der anhaltenden K\u00e4mpfe. Sie stellt f\u00fcr ihn auch die Frage, ob das, was \u00fcber Jahrzehnte an Vertrauen und Zusammenhalt gewachsen ist, den Krieg \u00fcberstehen kann. Aktuell hat er daran gro\u00dfe Zweifel, wie er im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT (ACN) erkl\u00e4rte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eVor vielen Jahren beschloss ich, nach Al-Kfour zur\u00fcckzukehren, um Zeugnis davon zu geben, dass Vergebung m\u00f6glich ist. Doch der\u00a0aktuelle Krieg zerst\u00f6rt\u00a0nach und nach das Vertrauen. Das Zusammenleben wird immer schwieriger\u201c, erkl\u00e4rte Semaan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Al-Kfour verbindet ihn eine besondere und schmerzliche Familiengeschichte: Sein Vater Khalil, ebenfalls maronitischer Priester \u2013 in der maronitischen Kirche k\u00f6nnen verheiratete M\u00e4nner zu Priestern geweiht werden \u2013, wurde am 2. Dezember 1987 w\u00e4hrend des libanesischen B\u00fcrgerkriegs auf dem Weg zur Feier der heiligen Messe entf\u00fchrt und starb Jahre sp\u00e4ter in Gefangenschaft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einsatz f\u00fcr Vers\u00f6hnung \u2013 jetzt ist das Miteinander zerst\u00f6rt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieses Schicksals entschied sich Youssef Semaan, selbst Priester zu werden \u2013 und dort als Seelsorger zu wirken, wo sein Vater entf\u00fchrt wurde. F\u00fcr ihn war das ein bewusstes Zeichen: Gewalt sollte nicht das letzte Wort behalten. Nun erlebt er erneut, wie der Krieg Menschen aus ihrer Heimat dr\u00e4ngt \u2013 und das gewachsene Miteinander zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Beginn der j\u00fcngsten Eskalation Anfang M\u00e4rz seien viele Familien nach Beirut oder Sidon geflohen. Manche h\u00e4tten keine M\u00f6glichkeit gehabt zu bleiben, andere h\u00e4tten ihre Existenz zur\u00fccklassen m\u00fcssen. \u201eEinige hatten nicht die Mittel, um wegzugehen. Andere besitzen Vieh und konnten sich nicht damit abfinden, es zur\u00fcckzulassen\u201c, berichtete der Priester.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Christliche-Fluechtlingsfamilie-aus-dem-Suedlibanon.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5591\" srcset=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Christliche-Fluechtlingsfamilie-aus-dem-Suedlibanon.jpg 1024w, https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Christliche-Fluechtlingsfamilie-aus-dem-Suedlibanon-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Christliche-Fluechtlingsfamilie-aus-dem-Suedlibanon-768x384.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christliche Fl\u00fcchtlingsfamilie<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unterst\u00fctzen Sie notleidende Christen im Libanon mit Ihrer Spende<\/h2>\n\n\n\n<center><a href=\"#XGJMEDWH\" style=\"display: none\"><\/a><\/center>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Immer mehr zivile Ziele geraten ins Fradenkreuz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der S\u00fcdlibanon ist seit Beginn der Milit\u00e4roffensive in Reaktion auf den islamistischen Terrorangriff in Israel erneut zur Kampfzone geworden. Ziel sind Hisbollah-Stellungen in der Region. Aber immer mehr geraten auch zivile Ziele ins Fadenkreuz. Betroffen sind auch die Christen, von denen es verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele im S\u00fcdlibanon gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Semaan selbst musste sein Dorf\u00a0aus Sicherheitsgr\u00fcnden verlassen. In den vergangenen Monaten konnte er zweimal zur\u00fcckkehren; mit den verbliebenen Familien h\u00e4lt er t\u00e4glich \u00fcber Nachrichten Kontakt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eHoffnung allein reicht nicht\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz allem h\u00e4lt der Priester an der Hoffnung fest: \u201eWir bewahren uns die Hoffnung. Aber Hoffnung allein reicht nicht aus. Sie muss sich auf konkrete Grundlagen st\u00fctzen, die es uns erm\u00f6glichen, wieder aufzubauen und weiterzuleben.\u201c\u00a0KIRCHE IN NOT\u00a0unterst\u00fctzt im Libanon weiterhin pastorale und humanit\u00e4re Hilfen f\u00fcr Gemeinden und Familien, die von Krieg und Vertreibung betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb weniger Monate ist die christliche Gemeinde im s\u00fcdlibanesischen Dorf Al-Kfour im Distrikt Nabat\u00e4a nahezu verschwunden: Von rund 120 Gl\u00e4ubigen leben heute nur noch knapp ein Dutzend dauerhaft vor Ort. F\u00fcr den maronitischen Pfarrer Youssef Semaan ist diese Entwicklung mehr als eine Folge der anhaltenden K\u00e4mpfe. 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