{"id":5637,"date":"2026-07-31T08:55:19","date_gmt":"2026-07-31T06:55:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5637"},"modified":"2026-07-28T11:55:32","modified_gmt":"2026-07-28T09:55:32","slug":"anstieg-von-christenfeindlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/anstieg-von-christenfeindlichkeit\/","title":{"rendered":"Sp\u00fcrbarer Anstieg von Christenfeindlichkeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2025 wurden in \u00d6sterreich insgesamt 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten polizeilich registriert. Religi\u00f6se Feindlichkeit bildet dabei nach der &#8222;Weltanschauung&#8220; und der &#8222;Nationalen oder ethnischen Herkunft&#8220; das dritth\u00e4ufigste Tatmotiv im Land. Dies geht aus dem aktuellen f\u00fcnften Lagebericht &#8222;Hate Crime 2025&#8220; des Bundesministeriums f\u00fcr Inneres (BMI) hervor. Insgesamt wurden im Bereich der Religionsfeindlichkeit 696 Vorurteilsmotive dokumentiert. Dabei dominieren antimuslimische und antisemitische Straftaten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der dokumentierten Religionsfeindlichkeit zeigt sich eine klare Verteilung, bei der die Muslimfeindlichkeit mit 264 Motiven beziehungsweise 38 Prozent der am h\u00e4ufigsten erfasste Bereich bleibt. Der Antisemitismus liegt mit 247 dokumentierten F\u00e4llen und einem Anteil von 35 Prozent knapp dahinter. Die Christenfeindlichkeit verzeichnete hingegen einen sp\u00fcrbaren Anstieg (29 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr) auf insgesamt 133 Motive, was rund 19 Prozent der gesamten religi\u00f6sen Kategorie ausmacht. Delikte gegen andere Religionsgemeinschaften blieben mit 52 Motiven und einem Anteil von 7 Prozent weitgehend konstant.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sakralst\u00e4tten im Visier <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders signifikant war im Jahr 2025 die erh\u00f6hte Erfassung christenfeindlicher Angriffe auf Sakralst\u00e4tten wie Kirchen, Friedh\u00f6fe und Denkm\u00e4ler. Von den insgesamt 21 dokumentierten antireligi\u00f6sen Vorf\u00e4llen an Sakralst\u00e4tten waren 12 christenfeindlich motiviert, wobei sich diese Taten prim\u00e4r als schwere Sachbesch\u00e4digungen \u00e4u\u00dferten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demgegen\u00fcber traten antimuslimische Vorf\u00e4lle vor allem im \u00f6ffentlichen Raum auf, wo die Polizei 69 \u00f6ffentliche Vorf\u00e4lle registrierte. Der Antisemitismus \u00e4u\u00dferte sich hingegen massiv im digitalen Raum, da mehr als jede dritte antisemitische Straftat beziehungsweise 94 F\u00e4lle online als Hassposting oder durch die Guthei\u00dfung terroristischer Straftaten begangen wurden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die demografische Auswertung der Tatverd\u00e4chtigen im Bereich der Religionsfeindlichkeit liefert differenzierte Ergebnisse nach den jeweiligen religi\u00f6sen Zielgruppen. Bei der Christenfeindlichkeit stechen besonders Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren heraus, die mit 27 Tatverd\u00e4chtigen die auff\u00e4lligste Gruppe bildeten. Gegen Muslime und Juden agierten hingegen vorwiegend \u00e4ltere T\u00e4tergruppen, bei denen die 25- bis 40-J\u00e4hrigen mit 70 beziehungsweise 55 Tatverd\u00e4chtigen sowie Personen \u00fcber 40 Jahre mit 87 beziehungsweise 68 Tatverd\u00e4chtigen dominierten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Markante Unterschiede gibt es auch bei der Staatsb\u00fcrgerschaft der ermittelten Personen. W\u00e4hrend der generelle Anteil von Fremden an allen Hate-Crime-Tatverd\u00e4chtigen im Land bei lediglich 28 Prozent liegt, besa\u00df im Bereich der Christenfeindlichkeit mehr als jeder zweite Tatverd\u00e4chtige beziehungsweise 57 Prozent keine \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft. Bei der Muslimfeindlichkeit lag dieser Anteil bei 43 Prozent, wohingegen antisemitische Delikte zu 74 Prozent von \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgern ver\u00fcbt wurden und folglich nur 26 Prozent fremde Tatverd\u00e4chtige aufwiesen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hohe Aufkl\u00e4rungsquote <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6sterreichweit blieb die Kriminalit\u00e4tsbelastung mit konstant 80 Vorurteilsmotiven pro 100.000 Einwohnern stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Im regionalen Vergleich verzeichnete Vorarlberg relativ zur Wohnbev\u00f6lkerung die h\u00f6chste Erfassungsintensit\u00e4t mit 148 Motiven pro 100.000 Einwohnern, w\u00e4hrend Tirol mit 51 Motiven pro 100.000 Einwohnern das Schlusslicht bildet. Die KATHPRESS-Tagesdienst Nr.183, 27. Juli 2026 3 polizeiliche Aufkl\u00e4rungsquote bei Hate Crimes liege dank gezielter Schulungsma\u00dfnahmen mit 71 Prozent weiterhin deutlich \u00fcber dem Schnitt der polizeilichen Anzeigenstatistik bei der Gesamtkriminalit\u00e4t, der im Jahr 2025 bei 53,6 Prozent lag, wie der Bericht hervorhebt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innenminister Gerhard Karner betonte bei der Pr\u00e4sentation der Zahlen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Hasskriminalit\u00e4t im Land werde zunehmend &#8222;j\u00fcnger und digitaler&#8220;. Da bereits ein Drittel der Tatverd\u00e4chtigen unter 21 Jahre alt ist und das Internet mit Abstand den h\u00e4ufigsten Tatort darstellt, m\u00fcsse die Bek\u00e4mpfung genau dort ansetzen. Karner verwies auf den bundesweiten Pr\u00e4ventionsschwerpunkt &#8222;Sicher und FAIRnetzt&#8220; sowie auf den in Ausarbeitung befindlichen Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der SP\u00d6 \u00e4u\u00dferte sich Mario Lindner per Aussendung: Der Bericht mit den weiterhin &#8222;erschreckenden&#8220; 6.700 angezeigten Hassverbrechen verdeutliche die Wichtigkeit des Aktionsplans, so der Gleichbehandlungssprecher. In Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und Selbstvertretungsorganisationen m\u00fcsse es dabei vor allem um die Senkung der Dunkelziffer und den Kampf gegen Ursachen von Hasskriminalit\u00e4t gehen. &#8222;Unsere Gesellschaft darf sich nicht daran gew\u00f6hnen, dass unsere Mitmenschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe, wegen ihrer Religion oder ihres sozialen Status angegriffen werden&#8220;, so Lindner. (Quelle: Kathpress\/BMI, Hate Crime 2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2025 wurden in \u00d6sterreich insgesamt 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten polizeilich registriert. Religi\u00f6se Feindlichkeit bildet dabei nach der &#8222;Weltanschauung&#8220; und der &#8222;Nationalen oder ethnischen Herkunft&#8220; das dritth\u00e4ufigste Tatmotiv im Land. Dies geht aus dem aktuellen f\u00fcnften Lagebericht &#8222;Hate Crime 2025&#8220; des Bundesministeriums f\u00fcr Inneres (BMI) hervor. Insgesamt wurden im Bereich der Religionsfeindlichkeit 696 Vorurteilsmotive dokumentiert. 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