{"id":5647,"date":"2026-08-05T08:32:00","date_gmt":"2026-08-05T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5647"},"modified":"2026-07-29T14:34:21","modified_gmt":"2026-07-29T12:34:21","slug":"welle-von-angriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/welle-von-angriffen\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4ndung von Medjugorje ist j\u00fcngster Fall einer Welle von Angriffen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Spanien bis in die USA wurden in den vergangenen drei Monaten mehrere Kirchen verw\u00fcstet. Auch wenn die Angriffe offenbar nicht miteinander in Verbindung stehen, zeigen sie, dass Religionsfreiheit selbst in mehrheitlich christlich gepr\u00e4gten L\u00e4ndern nicht als selbstverst\u00e4ndlich angesehen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Marienwallfahrtsort Medjugorje gesch\u00e4ndet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bekannte europ\u00e4ische Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien und Herzegowina wurde in den fr\u00fchen Morgenstunden des Dienstags, 28. Juli, verw\u00fcstet und gesch\u00e4ndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden untersuchen den Vorfall, bei dem eine Statue der Jungfrau Maria gesch\u00e4ndet und durch ein Feuer Sachschaden verursacht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Fall ist der j\u00fcngste in einer Welle von Angriffen auf Kirchen in mehreren L\u00e4ndern Europas sowie Nord- und S\u00fcdamerikas. Die Vorf\u00e4lle umfassen Vandalismus, Sch\u00e4ndungen, Brandstiftung und Diebstahl und lassen die Sorge wachsen, dass sich Angriffe auf christliche Gebetsst\u00e4tten h\u00e4ufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl sich die Umst\u00e4nde und Motive der einzelnen F\u00e4lle unterscheiden, haben sie eines gemeinsam: Kirchen und christliche religi\u00f6se Symbole wurden gezielt angegriffen. Die rasche Abfolge der Vorf\u00e4lle hat die \u00f6rtlichen Gemeinschaften alarmiert und erneut Sorgen \u00fcber eine zunehmende Feindseligkeit gegen\u00fcber Gebetsst\u00e4tten geweckt \u2013 selbst in L\u00e4ndern, in denen Christen die Bev\u00f6lkerungsmehrheit bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Informationen, die KIRCHE IN NOT aus lokalen Medienberichten zusammengetragen hat, ereigneten sich entsprechende Vorf\u00e4lle in Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Nordirland, Belgien, Kolumbien, Nicaragua, Polen, Mexiko, der Dominikanischen Republik und den USA.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicaragua: Einbr\u00fcche und Zerst\u00f6rung eines Jesusbildes<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Nicaragua, einem Land, in dem die Kirche in den vergangenen Jahren schwerer staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, wurde am 13. und erneut am 16. Juni in eine Kirche der Di\u00f6zese Estel\u00ed eingebrochen. Die Diebe entwendeten Musikinstrumente und M\u00f6bel, zerst\u00f6rten aber auch eine Darstellung Jesu in der Pfarre San Francisco de As\u00eds.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pater Mu\u00f1oz \u00e4u\u00dferte sein Bedauern \u00fcber den Vorfall und erkl\u00e4rte, dieser zeuge von einem Verlust an Werten und am Respekt vor dem Heiligen. Die T\u00e4ter seien sich der Heiligkeit des Hauses Gottes nicht bewusst gewesen, sagte der Priester. Au\u00dferdem h\u00e4tten sie eine Gasflasche gestohlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Frankreich: Eucharistie geraubt und Kirchen in Brand gesetzt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer \u00e4u\u00dferst beunruhigender Vorfall ereignete sich im S\u00fcdwesten Frankreichs. Unbekannte drangen in eine Kirche in Mugron ein und stahlen das Allerheiligste aus dem Tabernakel. Der Einbruch ereignete sich zwischen dem 14. und 17. Juni und wird von den Beh\u00f6rden untersucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein \u00e4hnliches Verbrechen wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli in der Kirche St. Peter und Paul in Lille ver\u00fcbt. Dort wurden liturgische Gegenst\u00e4nde sowie der Tabernakel mit den konsekrierten Hostien gestohlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 5. Juli wurde ein Mann festgenommen, nachdem er in die Kirche Saint-\u00c9tienne in Mulhouse eingedrungen war und das Altarkreuz, mehrere Kirchenb\u00e4nke und Beichtst\u00fchle besch\u00e4digt hatte. Die Beh\u00f6rden stuften den Mann sp\u00e4ter als psychiatrisch nicht zurechnungsf\u00e4hig ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies waren nur die j\u00fcngsten in einer langen Reihe von Vorf\u00e4llen in franz\u00f6sischen Kirchen. Brandanschl\u00e4ge auf katholische Kirchen sind dort mittlerweile vergleichsweise h\u00e4ufig geworden. Am 12. Juni, nur wenige Tage vor der Sch\u00e4ndung in Mugron, wurden zwei Kirchen in der Bretagne und im D\u00e9partement Gers durch Br\u00e4nde teilweise zerst\u00f6rt. Wenige Tage sp\u00e4ter, am 24. Juni, wurde in einer Kirche in Val d\u2019Oust ein Altartuch in Brand gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliche Brandanschl\u00e4ge wurden am 8. Juni in Belgien, am 16. Juni in Italien, am 28. Juni in Nordirland und am 29. Juni in Deutschland registriert. Bereits am 22. Juni war in Deutschland ein Mann festgenommen worden, nachdem er in einer Kirche in Friesoythe eine Orgel und religi\u00f6se Kunstwerke schwer besch\u00e4digt hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tabernakel aufgebrochen und Eucharistie gesch\u00e4ndet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in der mexikanischen Di\u00f6zese Saltillo wurde am 12. Juni das Allerheiligste aus einem Tabernakel gestohlen. In diesem Fall hatten es die T\u00e4ter offenbar eher auf die sakralen Gef\u00e4\u00dfe als auf die Eucharistie selbst abgesehen, da sie die konsekrierten Hostien in der N\u00e4he zur\u00fccklie\u00dfen. Der \u00f6rtliche Bischof rief zum Gebet auf und ordnete einen S\u00fchneakt an, bevor die Kirche wieder genutzt werden durfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12. Juli brachen T\u00e4ter in drei verschiedene Kirchen der Di\u00f6zese Santo Domingo in der Dominikanischen Republik ein. Sie \u00f6ffneten die Tabernakel gewaltsam, um sakrale Gef\u00e4\u00dfe zu stehlen, und lie\u00dfen die Eucharistie auf dem Boden und auf dem Altar verstreut zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spanien und Polen: Alt\u00e4re und religi\u00f6se Gegenst\u00e4nde gesch\u00e4ndet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Spanien kam es zu Vandalismus. In Katalonien drang am 19. Mai eine Gruppe Jugendlicher in die Kirche Unserer Lieben Frau vom Frieden in \u00d2dena ein. Sie verursachten schwere Sachsch\u00e4den im Inneren, sch\u00e4ndeten den Altar und eine Bibel, stahlen Metallgegenst\u00e4nde, darunter Instrumente, und bespr\u00fchten die W\u00e4nde mit Graffiti.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tat l\u00f6ste bei den Einwohnern gro\u00dfe Emp\u00f6rung aus. Zus\u00e4tzliche Best\u00fcrzung verursachte die Entscheidung der Beh\u00f6rden, die Kirche zu versiegeln, um weitere Vorf\u00e4lle zu verhindern, anstatt die Sicherheitsma\u00dfnahmen zu verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 8. Juni wurde ein junger Mann festgenommen, nachdem er die Kirche Mari\u00e4 Himmelfahrt in \u0141ub\u00f3w in Polen verw\u00fcstet und gesch\u00e4ndet hatte. Der offenbar betrunkene Mann urinierte auf den Kirchenboden und besch\u00e4digte mehrere religi\u00f6se Gegenst\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kolumbien: Zehnj\u00e4hriger bei Angriff auf Kirche get\u00f6tet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein deutlich schwerwiegenderer Angriff ereignete sich am Sonntag, dem 21. Juni, in Kolumbien. Eine unbekannte bewaffnete Gruppe setzte im Norden des Landes Drohnen ein, um Sprengs\u00e4tze gegen eine christliche Kirche abzufeuern. Bei dem Angriff wurde ein zehnj\u00e4hriger Junge get\u00f6tet, f\u00fcnf weitere Menschen wurden verletzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Norden Kolumbiens geh\u00f6rt zu den am st\u00e4rksten von der innerstaatlichen Gewalt betroffenen Regionen des Landes. Der Grund f\u00fcr den Angriff ist bislang nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls in Kolumbien, in der Stadt Cali, richtete ein Mann am 6. Mai schwere Sch\u00e4den an der Kapelle La Ermita an. Er zerbrach Statuen und zerst\u00f6rte wertvolle sakrale Kunstwerke. Der 27-j\u00e4hrige T\u00e4ter wurde rasch festgenommen. Die Beh\u00f6rden gehen davon aus, dass er w\u00e4hrend der Tat einen psychotischen Schub erlitt. Die Bev\u00f6lkerung war dennoch von den Sch\u00e4den, die sein Gewaltausbruch verursacht hatte, tief ersch\u00fcttert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Religi\u00f6se Symbole in den USA besch\u00e4digt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am selben Tag besch\u00e4digten unbekannte T\u00e4ter in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien die Kirche St. Columba. Sie zerst\u00f6rten Kreuze und andere religi\u00f6se Darstellungen und besch\u00e4digten sogar einen Brunnen, der zum Gedenken an sechs irische Austauschstudenten errichtet worden war, die 2015 bei einem Unfall ums Leben gekommen waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die US-amerikanische Bischofskonferenz f\u00fchrt eine regelm\u00e4\u00dfig aktualisierte Liste solcher Vorf\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Religionsfreiheit ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Welle von Angriffen best\u00e4tigt die Warnung des Religionsfreiheitsexperten Jos\u00e9 Luis Baz\u00e1n, eines der Autoren des Berichts \u201eReligionsfreiheit weltweit\u201c von KIRCHE IN NOT: Religionsfreiheit und das Recht auf freie Religionsaus\u00fcbung seien selbst in mehrheitlich christlichen L\u00e4ndern keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl sich die Vorf\u00e4lle hinsichtlich ihrer Art und Schwere unterscheiden, gibt ihre H\u00e4ufung innerhalb eines so kurzen Zeitraums Anlass zur Sorge \u2013 insbesondere im Hinblick auf den Schutz von Gebetsst\u00e4tten und den Respekt vor religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie erinnern au\u00dferdem daran, dass sich Bedrohungen der Religionsfreiheit auch in westlichen L\u00e4ndern durch wiederholte Angriffe auf religi\u00f6se Gemeinschaften und ihre heiligen St\u00e4tten \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Papst Leo XIV.: Staaten m\u00fcssen Religionsfreiheit sch\u00fctzen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Ansprache vor dem spanischen Parlament am 8. Juni betonte Papst Leo XIV., dass die \u201eGedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit\u201c eine \u201eentscheidende Frage f\u00fcr jede wahrhaft demokratische Gesellschaft\u201c sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein authentischer Staat, so der Papst weiter, \u201eerkennt die religi\u00f6se Dimension des Menschen an\u201c und \u201erespektiert sie daher nicht nur, sondern sch\u00fctzt sie auch\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngsten Angriffe auf Kirchen in Europa sowie Nord- und S\u00fcdamerika f\u00fchren erneut vor Augen, dass der Schutz der Religionsfreiheit nicht nur bedeutet, das Recht zu glauben zu verteidigen. Ebenso muss gew\u00e4hrleistet werden, dass Gebetsst\u00e4tten respektiert und gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Spanien bis in die USA wurden in den vergangenen drei Monaten mehrere Kirchen verw\u00fcstet. 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