{"id":5698,"date":"2026-09-15T08:22:00","date_gmt":"2026-09-15T06:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5698"},"modified":"2026-09-14T10:03:14","modified_gmt":"2026-09-14T08:03:14","slug":"neues-anti-konversionsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/neues-anti-konversionsgesetz\/","title":{"rendered":"Neues \u201eAnti-Konversionsgesetz\u201c in Maharashtra"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im indischen Bundesstaat Maharashtra im mittleren Westen Indiens muss sich die \u00f6rtliche katholische Gemeinde bei der Gestaltung ihres pastoralen Lebens und ihrer Evangelisierungsmission mit dem \u201eMaharashtra Freedom of Religion Act 2026\u201c auseinandersetzen, einem Gesetz, das von der Legislativversammlung des Bundesstaates verabschiedet wurde und am 28. August nach der Zustimmung der Pr\u00e4sidentin der Republik Indien in Kraft trat. Ziel des Gesetzes ist es, Religionswechsel zu unterbinden, die durch Gewalt, Betrug, N\u00f6tigung, falsche Angaben, Schmeichelei oder unzul\u00e4ssigen Druck herbeigef\u00fchrt werden. Das Gesetz ahndet Handlungen wie das Anbieten von Geld oder Geschenken, das Versprechen einer Anstellung, die Zusicherung einer kostenlosen Ausbildung, das In-Aussicht-Stellen einer Ehe oder eines besseren Lebensstils sowie das Berufen auf g\u00f6ttliche Heilungen mit dem Ziel, jemanden zum Religionswechsel zu bewegen. Auch die Darstellung eines Glaubens als der \u00dcberlegenere, mit der Absicht, eine Konversion zu beg\u00fcnstigen, kann in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strafen k\u00f6nnen bis zu sieben Jahre Freiheitsentzug und eine Geldstrafe von 100.000 Rupien betragen, w\u00e4hrend die Strafma\u00df f\u00fcr Wiederholungst\u00e4ter bis zu zehn Jahre erreichen kann. Die Beweislast liegt bei der Person, der vorgeworfen wird, die Konversion herbeigef\u00fchrt oder beg\u00fcnstigt zu haben, w\u00e4hrend die Anzeige auch von einem Verwandten oder Bekannten des mutma\u00dflichen \u201eOpfers\u201c erstattet werden kann: Diese Bestimmung k\u00f6nnte Priester, Ordensleute, Seelsorger und einfache Gl\u00e4ubige Verfahren aussetzen, die auf Anschuldigungen beruhen, die nicht von der direkt betroffenen Person stammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer derzeitigen Formulierung wirkt sich die Regelung auf das Leben der Christen aus, wie Monsignore Simon Almeida, Bischof von Poona, einer Di\u00f6zese in Maharashtra, gegen\u00fcber der Agentur Fides bemerkt: \u201eMaharashtra ist der 13. indische Bundesstaat, der ein Gesetz zur \u201aReligionsfreiheit\u2018 verabschiedet hat, das im Wesentlichen ein Anti-Konversionsgesetz ist. Es muss gesagt werden, dass, auch wenn Katholiken keineswegs daran beteiligt sind oder die Bekehrung zum christlichen Glauben f\u00f6rdern wollen, es Menschen gibt, die Christus kennenlernen m\u00f6chten, f\u00fcr die dieser Weg jedoch schwierig geworden ist oder m\u00fchsamen Einschr\u00e4nkungen unterliegt.\u201c<br>Der Bischof, der eine Gemeinschaft von 92.000 Katholiken vorsteht, merkt an: \u201eWir k\u00f6nnen nicht mehr bekr\u00e4ftigen, dass Jesus der einzige Gott und der einzige Erl\u00f6ser ist: Dieser Satz kann als Vergleich und als Entwertung anderer Religionen interpretiert werden. Auch bei der Predigt in der Kirche m\u00fcssen wir sehr vorsichtig sein\u201c, bemerkt er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMit dieser restriktiven Gesetzgebung st\u00f6\u00dft unsere Verk\u00fcndigung zwangsl\u00e4ufig auf Schwierigkeiten\u201c, bekr\u00e4ftigt er. Die Angelegenheit, so betont der Bischof weiter, sei von gro\u00dfer Tragweite, denn \u201ein Maharashtra wie auch in ganz Indien gibt es sehr viele katholische soziale Einrichtungen, die in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Sozialhilfe sowie bei der Unterst\u00fctzung der Armen, der Dalits und der ethnischen Minderheiten t\u00e4tig sind. Ihre Arbeit k\u00f6nnte unter die Lupe genommen oder als Proselytismus angeprangert werden\u201c.<br>In einem Bundesstaat, der von der nationalistischen Bharatiya Janata Party regiert wird \u2013 derselben Partei, die auch auf Bundesebene Indien regiert \u2013, \u201eist unsere Haltung jedoch stets dialogorientiert; wir suchen niemals die Konfrontation, sondern wollen Gespr\u00e4che mit der Regierung aufnehmen, damit das Ziel, Zwangsbekehrungen zu verhindern, nicht in die Verletzung grundlegender Rechte wie der Glaubensfreiheit ausartet\u201c, schlie\u00dft er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das United Christian Forum of India forderte in einem Memorandum an den Ministerpr\u00e4sidenten von Maharashtra, Devendra Fadnavis, die Regierung von Maharashtra auf, die Regelung zu \u00fcberarbeiten und deren Umsetzung aufzuschieben: \u201eChristliche N\u00e4chstenliebe\u201c, so wird betont, \u201ehat nicht zum Ziel, neue Gl\u00e4ubige zu gewinnen, sondern ist uneigenn\u00fctzige Liebe zu jedem Menschen, der in seiner grundlegenden W\u00fcrde als Ebenbild Christi angenommen und geliebt wird.\u201c<br>Die Christen des Bundesstaates berufen sich auf die indische Verfassung, die die Freiheit garantiert, die eigene Religion zu bekennen, auszu\u00fcben und zu verbreiten, sofern dabei die \u00f6ffentliche Ordnung, die guten Sitten und das \u00f6ffentliche Wohl gewahrt bleiben. (Quelle: Fidesdienst)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im indischen Bundesstaat Maharashtra im mittleren Westen Indiens muss sich die \u00f6rtliche katholische Gemeinde bei der Gestaltung ihres pastoralen Lebens und ihrer Evangelisierungsmission mit dem \u201eMaharashtra Freedom of Religion Act 2026\u201c auseinandersetzen, einem Gesetz, das von der Legislativversammlung des Bundesstaates verabschiedet wurde und am 28. 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