{"id":5755,"date":"2026-10-23T08:32:00","date_gmt":"2026-10-23T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/?p=5755"},"modified":"2026-10-12T15:47:37","modified_gmt":"2026-10-12T13:47:37","slug":"gericht-bestaetigt-todesurteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/gericht-bestaetigt-todesurteil\/","title":{"rendered":"Oberstes Gericht best\u00e4tigt Todesurteil gegen Christen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Oberste Gericht Pakistans hat das Todesurteil gegen Qaiser Ayub, einen christlichen Vater von drei Kindern, best\u00e4tigt und seinen j\u00fcngeren Bruder Amoon Ayub freigesprochen. Der Blasphemiefall sorgt seit mehr als einem Jahrzehnt international f\u00fcr Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch, dem 7. Oktober, wies ein Richtergremium unter dem Vorsitz von Richter Muhammad Hashim Khan Kakar Qaisers Berufung gegen den Schuldspruch und das Todesurteil zur\u00fcck. Amoon wurde mangels ausreichender Beweise freigesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hilfsorganisation CLAAS-UK (Centre for Legal Aid, Assistance and Settlement) unterst\u00fctzt Qaiser seit mehreren Jahren. Sie begr\u00fc\u00dfte Amoons Freispruch, bezeichnete die Entscheidung \u00fcber seinen Bruder jedoch als zutiefst ersch\u00fctternd. Die Organisation forderte, alle verbleibenden rechtlichen M\u00f6glichkeiten auszusch\u00f6pfen, um Qaisers Leben zu retten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Verfahren, das sich \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahre erstreckt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall begann 2011 mit dem Vorwurf, auf einer Qaiser zugeschriebenen Website seien blasphemische Inhalte ver\u00f6ffentlicht worden. Qaiser erkl\u00e4rte, er habe die Website bereits 2009 geschlossen. Eine andere Person habe sie sp\u00e4ter wieder aktiviert und dabei seinen Namen in den Urheberrechtsangaben stehen lassen. F\u00fcr die beanstandeten Inhalte sei er nicht verantwortlich gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berichten zufolge gingen den Anschuldigungen Meinungsverschiedenheiten zwischen Qaiser und Bekannten an seinem Arbeitsplatz voraus. Aus Angst um ihre Sicherheit flohen die Br\u00fcder nach Singapur und Thailand, bevor sie nach Pakistan zur\u00fcckkehrten. Dort wurden sie 2014 festgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 13. Dezember 2018 verurteilte ein Gericht beide Br\u00fcder zum Tod. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden fand das Verfahren im Gef\u00e4ngnis von Jhelum statt. Das Hohe Gericht von Lahore best\u00e4tigte beide Schuldspr\u00fcche im Juni 2022. Im Jahr 2025 \u00e4u\u00dferten Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen erhebliche Bedenken gegen die Todesurteile. Sie stellten unter anderem die Beweislage und die Anwendung der Todesstrafe bei Blasphemiedelikten infrage.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fragen zur digitalen Beweislage<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anklage gegen Qaiser soll sich wesentlich auf elektronische Beweismittel gest\u00fctzt haben, die Berichten zufolge auf einem von der Polizei beschlagnahmten Laptop gefunden wurden. CLAAS-UK betonte, dass digitale Beweismittel in jedem Verfahren, in dem die Todesstrafe droht, h\u00f6chsten Anforderungen an \u00dcberpr\u00fcfung, Echtheitsnachweis und richterliche Pr\u00fcfung gen\u00fcgen m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hilfsorganisation warnte au\u00dferdem davor, dass das Urteil den Umgang mit k\u00fcnftigen F\u00e4llen pr\u00e4gen k\u00f6nnte, in denen die Verantwortung f\u00fcr Onlineinhalte umstritten ist. Dies k\u00f6nnte Folgen f\u00fcr Christen und andere religi\u00f6se Minderheiten haben, denen Blasphemie vorgeworfen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Qaiser ist im Gef\u00e4ngnis von Sahiwal inhaftiert. Seine Frau und seine drei Kinder leben seit Jahren mit der Trennung und der Ungewissheit \u00fcber sein Schicksal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Missbrauch der Blasphemiegesetze bleibe eine der schwerwiegendsten Herausforderungen f\u00fcr religi\u00f6se Minderheiten in Pakistan. Blasphemievorw\u00fcrfe werdem missbraucht werden, um pers\u00f6nliche Streitigkeiten auszutragen, schutzbed\u00fcrftige Menschen einzusch\u00fcchtern oder Personen wegen ihrer religi\u00f6sen Zugeh\u00f6rigkeit ins Visier zu nehmen. Schon eine Anschuldigung allein kann den Ruf, die Existenzgrundlage und das Familienleben eines Menschen zerst\u00f6ren \u2013 noch bevor irgendein Beweis vor Gericht gepr\u00fcft wurde. (Quelle: CLAAS, Foto: Usman Ghani\/wikipedia)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberste Gericht Pakistans hat das Todesurteil gegen Qaiser Ayub, einen christlichen Vater von drei Kindern, best\u00e4tigt und seinen j\u00fcngeren Bruder Amoon Ayub freigesprochen. Der Blasphemiefall sorgt seit mehr als einem Jahrzehnt international f\u00fcr Aufmerksamkeit. Am Mittwoch, dem 7. 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