{"id":583,"date":"2014-10-06T11:10:17","date_gmt":"2014-10-06T09:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:12:10","modified_gmt":"2023-02-23T11:12:10","slug":"verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Verbrechen gegen die Menschlichkeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wir Christen wurden von Bagdad im Stich gelassen&#8220;. Der chald\u00e4isch-katholische Erzbischof der nordirakischen Stadt Erbil, Bashar Warda, wirft der irakischen Regierung vor, den Christen auf der Flucht vor den Milizen des &#8222;Islamischen Staats&#8220; nicht geholfen zu haben.<br \/>\n&#8222;Die Regierung in Bagdad hat nichts, absolut nichts getan, um den 120 000 Christen zu helfen, die vor den Terroristen geflohen sind&#8220;, sagte Warda am Sonntag der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des katholischen Hilfswerks &#8222;Kirche in Not&#8220;, Karin Maria Fenbert, die sich drei Tage lang mit einer internationalen Delegation des Hilfswerks \u00fcber m\u00f6gliche Fl\u00fcchtlingsprojekte in Erbil, dem Regierungssitz der kurdischen Autonomieregierung, informiert hatte.<\/p>\n<p>Warda berichtete weiter, die vertriebenen Christen seien heute noch mehr um ihre Zukunft besorgt als bei ihrer Ankunft in Erbil vor zwei Monaten. Die meisten h\u00e4tten in seiner Di\u00f6zese und der Region rund um die Stadt Dohuk Zuflucht gefunden, nachdem sie im August aus ihren H\u00e4usern in Mossul und den D\u00f6rfern der Ninive-Ebene vertrieben worden waren. Als die Milizen des &#8222;Islamischen Staats&#8220; vorger\u00fcckt waren, h\u00e4tten sie all ihren Besitz zur\u00fccklassen m\u00fcssen. &#8222;Unsere muslimischen F\u00fchrer haben es vers\u00e4umt, die Gewalt, die im Namen des Islam ver\u00fcbt worden ist, uneingeschr\u00e4nkt zu verurteilen&#8220;, kritisierte der Erzbischof. &#8222;Das hat dazu gef\u00fchrt, dass alle Christen aus ihrer uralten biblischen Heimat vertrieben wurden.&#8220; Nachdem es wiederholt dazu gekommen war, dass langj\u00e4hrige muslimische Nachbarn die H\u00e4user von Christen sofort nach deren Flucht gepl\u00fcndert hatten, f\u00fchlten sich die Christen nun von ihren Landsleuten &#8222;verraten&#8220;. &#8222;Ein Vertriebener aus Mossul hat mir erz\u00e4hlt, dass sein Nachbar ihn angerufen und damit geprahlt habe, sein Haus gepl\u00fcndert und die H\u00e4lfte des gestohlenen Besitzes an den &#8218;IS&#8216; gespendet zu haben \u2013 wie kann man da \u00fcber eine R\u00fcckkehr nachdenken? Wie soll man mit solchen Menschen noch zusammenleben?&#8220;<\/p>\n<p>Es sei daher immer wahrscheinlicher, dass die vertriebenen Christen den Irak f\u00fcr immer verlassen wollten. &#8222;Die traurige Wahrheit ist, dass die Christen keinerlei Unterst\u00fctzung von der irakischen Zentralregierung erhalten haben&#8220;, betonte Warda. Das sei insbesondere bemerkenswert, als die Regierung sonst die erste Stelle gewesen sei, die die Verantwortung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge \u00fcbernommen habe. &#8222;Ich klage diese Zentralregierung an, dass sie ihre Verpflichtungen gegen\u00fcber dem Volk nicht erf\u00fcllt hat. Denn sie hat f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge viel Hilfe von der internationalen Gemeinschaft erhalten. Bei den Christen vor Ort ist aber davon nichts angekommen&#8220;, unterstrich der Erzbischof. &#8222;Bagdad hilft nur vertriebenen Muslimen, aber keinen Christen.&#8220; Die kurdische Regionalregierung in Erbil habe dar\u00fcber hinaus von Beginn der Krise an klargestellt, dass sie keine finanzielle Hilfe anbieten k\u00f6nne, da die Hilfsgelder aus Bagdad seit dem 1. Januar 2014 eingestellt worden seien.<\/p>\n<p>Erzbischof Warda hatte deshalb gemeinsam mit anderen irakischen Bisch\u00f6fen ein Hilfsprogramm f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge begonnen und beklagte sich, dass die Hilfe f\u00fcr Christen ausschlie\u00dflich der Kirche zugefallen sei. &#8222;Wir werden die Stimmen der Solidarit\u00e4t nicht vergessen, die vom ersten Tag dieser Trag\u00f6die f\u00fcr uns gesprochen haben&#8220;, betonte Warda. &#8222;Christliche Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel &#8218;Kirche in Not&#8216;, haben uns von Anfang an geholfen, und das Wichtige ist: Sie bleiben bei uns, auch wenn die Schlagzeilen zu einem anderen Thema \u00fcbergegangen sind.&#8220; &#8222;Kirche in Not&#8220; hilft zurzeit unter anderem mit einem Soforthilfeprogramm im Nordirak, mit dem f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge Nahrungsmittel und Notunterk\u00fcnfte bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr uns ist die Vertreibung von Christen aus Mossul und der Ninive-Ebene nicht nur ein Schock: Es ist ein V\u00f6lkermord!&#8220;, sagte Erzbischof Warda weiter. &#8222;Es war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.&#8220; Ihn beunruhige, dass sich irakische Muslime nicht klar vom &#8222;Islamischen Staat&#8220; distanzierten. &#8222;Sie scheinen ausschlie\u00dflich dar\u00fcber besorgt, dass die Angriffe den internationalen Ruf des Islam besch\u00e4digt haben.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir Christen wurden von Bagdad im Stich gelassen&#8220;. 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