{"id":589,"date":"2014-10-10T08:54:20","date_gmt":"2014-10-10T06:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/christen-homs-und-aleppo-bericht-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:19:09","modified_gmt":"2023-02-27T15:19:09","slug":"christen-homs-und-aleppo-bericht-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christen-homs-und-aleppo-bericht-html\/","title":{"rendered":"Christen in Homs und Aleppo, Bericht"},"content":{"rendered":"<p>Christen in Homs und Aleppo: Berichte aus dem syrischen B\u00fcrgerkrieg.&nbsp;Es ist eine besondere Mission, zu der sich Schwester Maria Nazareth bereit erkl\u00e4rt hat: Seit zwei Monaten lebt die argentinische Ordensfrau in Aleppo, jener seit Jahren heftig umk\u00e4mpften fr\u00fcheren Millionenmetropole im Norden Syriens. Zuvor war sie lange in Gaza-Stadt t\u00e4tig. Schwester Maria Nazareth kennt die Brennpunkte des Nahen Ostens. &#8222;Unsere Aufgabe in diesem Land ist sehr speziell. Wir sind st\u00e4ndig mit dem Leiden der Menschen konfrontiert. Der Krieg beeintr\u00e4chtigt die W\u00fcrde zutiefst. Die Menschen verlieren gewaltsam ihre Lieben, ihre Freiheit und ihre Rechte. Hinzu kommen Armut und der Mangel an grundlegenden Dingen wie Elektrizit\u00e4t und Wasser&#8220;, berichtet die junge Ordensfrau. <\/p>\n<p>Zusammen mit einigen Mitschwestern lebt sie im r\u00f6misch-katholischen Apostolischen Vikariat in Aleppo. Dem Vikariat unterstehen die r\u00f6misch-katholischen Katholiken in Syrien. &#8222;Wir arbeiten in einem Wohnheim f\u00fcr M\u00e4dchen, die an der Universit\u00e4t studieren. Die Einrichtung geh\u00f6rt zum Vikariat. Wir k\u00fcmmern uns au\u00dferdem um die Sakristei und die Liturgie in der Kathedrale. Hinzu kommt die Betreuung von Gl\u00e4ubigen, die die Kathedrale besuchen. Die Hauptaufgabe gottgeweihter Personen an Orten wie diesen besteht darin, den leidenden Menschen zuzuh\u00f6ren, ihnen ein Wort der Hoffnung zuzusprechen und ihnen bestm\u00f6glich dabei zu helfen, ihre wichtigsten Bed\u00fcrfnisse zu stillen. Sicher k\u00f6nnen nur die Worte Unseres Herrn Jesus Christus das Wunder vollbringen, in diesen Seelen Hoffnung keimen zu lassen.&#8220; Schwester Maria Nazareth setzt dabei all ihre Hoffnung ins Gebet. Ausdr\u00fccklich dankt sie den Wohlt\u00e4tern von &#8222;Kirche in Not&#8220; und schreibt: &#8222;Bitte beten Sie jeden Tag f\u00fcr uns. Wir brauchen das. Wir schlie\u00dfen Sie aber auch in unsere t\u00e4glichen Gebete ein.&#8220; Schon auf der gef\u00e4hrlichen Fahrt nach Aleppo konnte sich Schwester Maria Nazareth von den Verw\u00fcstungen \u00fcberzeugen, die der seit \u00fcber drei Jahren dauernde Krieg dem Land zugef\u00fcgt hat. &#8222;Wir sahen viele St\u00e4dte, die komplett zerst\u00f6rt und unbewohnt waren. Der Krieg ist wirklich eine schreckliche und grausame Sache.&#8220; <\/p>\n<p>Der griechisch-katholische Erzbischof von Homs, Jean Abdo Arbach, berichtet &#8222;Kirche in Not&#8220;, wie schwer seine Di\u00f6zese getroffen ist. Dutzende Kirchen, manche aus dem 4. Jahrhundert, sind besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. &#8222;Am 20. Februar 2014 ist eine bewaffnete Bande in der Nacht in die Kirche &#8218;Unserer Lieben Frau von Yabroud&#8216; eingedrungen. Sie haben die Einrichtung der Kirche zerst\u00f6rt, das Kreuz zertr\u00fcmmert, die Ikonen auf den Boden geworfen und die Seiten aus dem Evangeliar gerissen. Danach hat diese Bande den Altar verbrannt&#8220;, sagt der Erzbischof. Andere Kirchen wurden dagegen nicht durch die Rebellen, sondern durch die syrische Armee zerst\u00f6rt. Erzbischof Arbach f\u00fchrt als Beispiel die Georgs-Kirche in Nabek an, die durch Bomben der Armee im November 2013 zerst\u00f6rt wurde. <\/p>\n<p>Die Menschen leiden in dieser Region, die seit Beginn des B\u00fcrgerkriegs zu den umk\u00e4mpftesten im Land geh\u00f6rt hat. &#8222;Bislang hat unsere Erzdi\u00f6zese 96 M\u00e4rtyrer gehabt. Das Schicksal von 26 Personen ist ungewiss&#8220;, berichtet der Erzbischof. \u00dcber 1800 Familien aus seinem Bistum haben ihre H\u00e4user verlassen, um sich innerhalb Syriens in Sicherheit zu bringen oder in L\u00e4nder wie den Libanon zu fliehen. &#8222;W\u00e4hrend meiner Besuche in den H\u00e4usern der Familien und durch die Berichte meiner Priester konnte ich feststellen, dass alle infolge der tragischen Ereignisse verarmt sind. Wir haben begonnen, etwa 600 Familien eine monatliche Unterst\u00fctzung zu gew\u00e4hren.&#8220; Erzbischof Arbach zufolge macht besonders die hohe Inflation den Menschen zu schaffen. &#8222;Die Preise steigen, w\u00e4hrend die Geh\u00e4lter stagnieren.&#8220; <\/p>\n<p>Trotz all der Beschwernisse stellt der Erzbischof keinen Einbruch des religi\u00f6sen Lebens fest. Im Gegenteil. &#8222;Es hat w\u00e4hrend der Krise eine gro\u00dfe R\u00fcckkehr zum Glauben und zum Gebet bei den Menschen stattgefunden, die ihre D\u00f6rfer nicht verlassen haben. Trotz der Angst, der Bomben und Explosionen bleiben die Familien ihren religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen verbunden.&#8220; Ungeachtet der Schwierigkeiten setzt die Di\u00f6zese auch ihre katechetischen Anstrengungen fort, um die Weitergabe des Glaubens an die Kinder und Jugendlichen zu gew\u00e4hrleisten. &#8222;Ungef\u00e4hr 3300 Jugendliche nehmen an unseren Katechesen teil. Etwa 350 Erzieher k\u00fcmmern sich um sie.&#8220; Erzbischof Arbach weist allerdings auf die Probleme hin, denen auch der Religionsunterricht ausgesetzt ist. &#8222;Mehrere Katechesezentren sind bombardiert und zerst\u00f6rt worden, zum Beispiel in Quseir.&#8220; Deshalb bittet er um Hilfe, um die Zentren wieder aufbauen oder restaurieren zu k\u00f6nnen. Besonders liegen ihm die Armen am Herzen, die von der Kirche unterst\u00fctzt werden sowie die Kranken und Fl\u00fcchtlinge. &#8222;Unsere Kirche braucht Hilfe jeder Art: spirituell, materiell, medizinisch, psychologisch. Die Kirche in diesem Teil Syriens ist in echter Gefahr, wenn wir nicht schnell reagieren.&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Kirche in Not&#8220; hat Erzbischof Arbach Hilfe f\u00fcr seine humanit\u00e4re und religi\u00f6se Arbeit zugesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christen in Homs und Aleppo: Berichte aus dem syrischen B\u00fcrgerkrieg.&nbsp;Es ist eine besondere Mission, zu der sich Schwester Maria Nazareth bereit erkl\u00e4rt hat: Seit zwei Monaten lebt die argentinische Ordensfrau in Aleppo, jener seit Jahren heftig umk\u00e4mpften fr\u00fcheren Millionenmetropole im Norden Syriens. Zuvor war sie lange in Gaza-Stadt t\u00e4tig. 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