{"id":665,"date":"2015-01-28T08:19:51","date_gmt":"2015-01-28T08:19:51","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/die-christen-muessen-sterben-html\/"},"modified":"2022-12-06T15:33:28","modified_gmt":"2022-12-06T15:33:28","slug":"die-christen-muessen-sterben-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/die-christen-muessen-sterben-html\/","title":{"rendered":"\u201cDie Christen m\u00fcssen sterben&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Missionarin aus Niger: , \u201cDie Christen m\u00fcssen sterben, sagen die Boko Haram Gefolgsm\u00e4nner\u201d.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Die islamische Terrorgruppe Boko Haram will alle Christen im Niger ermorden. So schreibt es uns eine Missionsschwester in einer beeindruckenden E-Mail. Zusammen mit ihren Mitschwestern musste sie fliehen und hat jetzt bei einer Familie in Niamey, der Hauptstadt des Niger, Unterschlupf gefunden. Die Schwester beschreibt in ihrer E-Mail die schreckliche Gewalt in der Hauptstadt und in Zinder, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden nennen wir ihren Namen nicht.<\/span><\/p>\n<p>Bei gewaltt\u00e4tigen Demonstrationen im Niger gegen die franz\u00f6sische Satirezeitung \u201eCharlie Hebdo\u201c gab es in der vergangenen Woche mindestens 10 Tote und 173 Verletzte. \u201eDiese Ausschreitungen waren geplant\u201c schreibt die Schwester. \u201eAn Weihnachten wollte Boko Haram alle Kirchen im Niger anz\u00fcnden und uns bei lebendigem Leib verbrennen! Aus irgendeinem Grund kam es nicht dazu. Niemand wei\u00df warum. \u201aDie Christen m\u00fcssen sterben, nur so kommen wir in den Himmel\u2018 sagen die Boko-Haram-Anh\u00e4nger. Diabolisch. Aber wir lassen uns nicht von der Angst \u00fcberw\u00e4ltigen. Die Liebe ist st\u00e4rker als der Hass.\u201c Neben den Karikaturen des Propheten ist auch \u201edie soziale Krise im Niger\u201c einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die grausamen Ausschreitungen, so die Schwester. In ihrer Mail mit dem Titel \u201eFriede\u201c fragt sie: Warum gibt es so viel Hass und Gewalt? \u201eFriede ist nicht nur ein Wort. Wir wissen wie zerbrechlich er ist. Wir m\u00fcssen unabl\u00e4ssig f\u00fcr den Frieden arbeiten und dabei bei uns selbst beginnen. Warum so viel Hass, so viel Gewalt? Wir weinen. Die Tr\u00e4nen flie\u00dfen. Jesus, hilf uns!\u201c Sie berichtet von den Geschehnissen: \u201eErst fing es in Zinder an: 5 Tote. 4 in einer Kirche und einer in einer Bar. Das franz\u00f6sische Kulturinstitut wurde angegriffen und komplett niedergebrannt, wie auch die BRS Bank. Die Kirche &#8211; dort wohnen wei\u00dfe Priester &#8211; sowie das Haus, die Autos und die Schule der Assumptionistinnen nebenan fiel alles dem Feuer zum Opfer. Ihnen bleibt nichts au\u00dfer ihr Leben, aber das ist ihnen Grund genug, dankbar zu sein. Sie konnten rechtzeitig fliehen und sich in einem Milit\u00e4rcamp verstecken. Ein franz\u00f6sischer Priester, Pater Ghislaine, liegt im Krankenhaus, seine Verletzungen sind aber nicht schwer.\u201c Nach den Berichten der Schwestern gab es Gewaltausbr\u00fcche \u201eim gro\u00dfen Stil\u201c. Sie beschreibt, wie eine Gruppe M\u00e4nner auf Motorr\u00e4dern \u201edie Kirche eine nach der anderen ausraubten\u201c, zerst\u00f6rten und anz\u00fcndeten. \u201eSie schafften alles, was sie gebrauchen konnten nach drau\u00dfen und legten danach mit Benzin Feuer . Auch protestantische und evangelikale Kirchen wurden angez\u00fcndet. Insgesamt um die 40 Kirchen, es ist unvorstellbar!\u201c Aber auch Bars, Restaurants und Tankstellen wurden ausgeraubt und angez\u00fcndet. Danach griffen sie die Waisenh\u00e4user an. \u201eGl\u00fccklicherweise konnte man die Kinder bei der Polizei in Sicherheit bringen, aber die Essensvorr\u00e4te wurden gepl\u00fcndert. Die Schwestern der Mutter Theresa konnten ein Krankenhaus mit den Kranken vor Sch\u00e4den sch\u00fctzen. Die Demonstranten wollten das Krankenhaus anz\u00fcnden, als die Schwestern mutig fragten: \u201aD\u00fcrfen wir bitte erst die Kranken herausschaffen, bevor Sie das Krankenhaus anz\u00fcnden?\u2018 Diese Worte m\u00fcssen die Aufst\u00e4ndischen beeindruckt haben, dann sie r\u00fchrten das Krankenhaus nicht an; die Kirche wurde trotzdem angez\u00fcndet.\u201c<\/p>\n<p>Die Missionarin f\u00e4hrt fort: \u201eAls Mgr. Laurent (Erzbischof von Niamey) h\u00f6rte, dass zwei Schwesternh\u00e4user angegriffen wurden, wies er alle Schwestern an, sofort zu fliehen. Wir hatten schon besorgte Anrufe von muslimischen Freunden bekommen, die sagten: \u201aKommt zu uns, bleibt nicht in dem gef\u00e4hrlichen Viertel, in dem Ihr lebt. Man wei\u00df nie mit diesen Banden.\u2018 Zusammen mit einer anderen Schwester ging ich in die Kapelle, um das Allerheiligste zu konsumieren, denn die Demonstranten wollten auch die Tabernakel verbrennen. Wir schlossen die Kapelle ab, in der Hoffnung, dass wir in Frieden zur\u00fcckkehren w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>Die Schwestern packten alles, was sie in der wenigen Zeit finden konnten, zusammen. Inmitten des Dramas erz\u00e4hlt die Missionarin von einer der Schwestern, die aus Ruanda stammt und deshalb aus der schrecklichen Zeit des V\u00f6lkermords 1994 wei\u00df, was fliehen bedeutet: \u201eSie zog sich alle Kleider an, die sie finden konnte, 5 R\u00f6cke und 5 Hemden. Wir lachten uns tot, als sie wie ein Riese aus ihrer Zelle kam, sie konnte kaum laufen vor lauter Kleidern! Eine andere Missionarin kam gerade aus ihrem Polen zur\u00fcck und hatte nicht mal ihren Koffer ge\u00f6ffnet, als sie auch fliehen musste. Was f\u00fcr ein Schock f\u00fcr sie! Die Nachbarn verabschiedeten uns, mit Tr\u00e4nen in den Augen.<\/p>\n<p>Eine Familie aus dem Nahen Osten nahm uns mit einer Gastfreundschaft auf, wie sie nur die Menschen im Orient haben. Auf dem Weg sahen wir eine bis auf die Grundmauern abgebrannt protestantische Kirche. Unvorstellbar, und das in dem so ruhigen Niger\u2026 Nein, heute ist Niger nicht mehr ruhig.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir bei einer Familie in Sicherheit. Wir beten, schweigen und beantworten unz\u00e4hlige Telefonanrufe von beunruhigten Nigrern und anderen Ordensschwestern. Am Sonntag konnten wir nicht zur Messe gehen, aber gestern Abend feierten zwei Priester in einem kleinen Zimmer im Haus. Sie kamen v\u00f6llig \u00fcberraschend, ein ber\u00fchrender Moment. Gott l\u00e4sst uns nicht im Stich. Er ist Balsam f\u00fcr unsere Herzen und Seelen und unser Glaube w\u00e4chst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir haben unsere Ruhe wiedergefunden. Wir versuchen uns nicht von der Gewalt und der Angst mittragen zu lassen. Niemand wei\u00df, was die Zukunft bringt. Gebe Gott, dass sie friedlicher sein wird und dass wir zu einem br\u00fcderlichen Zusammenleben zur\u00fcckfinden.\u201c Am Ende bitten uns die Missionsschwestern um unser Gebet f\u00fcr die Lage im Niger: \u201eBetet f\u00fcr uns, f\u00fcr unser Volk, f\u00fcr die Welt. Dass das Licht der Liebe Christi \u00fcberall hinleuchte.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Missionarin aus Niger: , \u201cDie Christen m\u00fcssen sterben, sagen die Boko Haram Gefolgsm\u00e4nner\u201d.&nbsp;Die islamische Terrorgruppe Boko Haram will alle Christen im Niger ermorden. So schreibt es uns eine Missionsschwester in einer beeindruckenden E-Mail. 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