{"id":719,"date":"2015-03-23T14:54:03","date_gmt":"2015-03-23T13:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/sie-sind-echte-maertyrer-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:57:08","modified_gmt":"2023-02-23T10:57:08","slug":"sie-sind-echte-maertyrer-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/sie-sind-echte-maertyrer-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Sie sind echte M\u00e4rtyrer&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4gypten nach den Koptenmorden: Trauer und Optimismus pr\u00e4gen die Stimmung der Christen am Nil. Als Mitte Februar die Ermordung 21 koptisch-orthodoxer \u00c4gypter durch Terroristen des islamischen Staats in Libyen bekannt wurde, war ganz \u00c4gypten geschockt. Die Bilder der vor ihren schwarzvermummten Henkern in orangenen Anz\u00fcgen knieenden Christen, das Blut der bestialisch Enthaupteten, das sich sp\u00e4ter mit den Wellen des Mittelmeeres mischte: All das hat sich tief in das kollektive Ged\u00e4chtnis des Landes am Nil eingepr\u00e4gt. Die koptisch-orthodoxe Kirche hat die 21 Ermordeten bereits als M\u00e4rtyrer anerkannt und sie in den Heiligenkalender aufgenommen. Sehen Katholiken sie auch als M\u00e4rtyrer an? &#8222;Ja, ohne weiteres&#8220;, meint Bischof Kyrillos William Samaan. Er ist koptisch-katholischer Bischof von Assiut in Ober\u00e4gypten. &#8222;Das hat Papst Franziskus nach der Tat selbst gesagt. Er hat sie als M\u00e4rtyrer anerkannt. Sie wurden get\u00f6tet, weil sie Christen sind. Die M\u00f6rder waren auf der Suche nach Christen, die sie entf\u00fchren konnten. Sie waren voller Glauben bis zum Schluss. Sie sind Jesus treu geblieben. Ihre letzten Worte waren Worte wie Herr Jesus, erbarme dich. Sie sind deshalb echte M\u00e4rtyrer. Auch f\u00fcr uns Katholiken.&#8220;<\/p>\n<p>Unmittelbar nach der Tat herrschten Trauer und Zorn vor, erinnert sich Bischof Kyrillos. &#8222;Die entschlossene Reaktion unseres Pr\u00e4sidenten und die Luftschl\u00e4ge gegen IS-Stellungen in Libyen haben die Menschen aber beruhigt. Uns Christen hat besonders der Kondolenzbesuch des Pr\u00e4sidenten beim koptisch-orthodoxen Papst Tawadros ber\u00fchrt.&#8220; Es habe \u00fcberhaupt, berichtet der Bischof weiter, viele sch\u00f6ne Zeichen der Solidarit\u00e4t gegeben. &#8222;Der Gouverneur der Provinz, aus denen die meisten M\u00e4rtyrer stammen, hat den Bau einer gro\u00dfen Kirche zu ihrem Ged\u00e4chtnis auf Staatskosten veranlasst. Au\u00dferdem wurde ihr Heimatort zu ihren Ehren umbenannt und hei\u00dft jetzt Dorf der M\u00e4rtyrer. Der Premierminister hat den Ort besucht. Und den betroffenen Familien wurde eine Geldsumme zugesprochen. Das tr\u00f6stet die Leute. \u00c4gypten ist auf dem Weg der Erneuerung.&#8220; Viele Christen, so der Bischof, berichten, wie ihnen Muslime ihre Anteilnahme f\u00fcr die Morde ausgedr\u00fcckt h\u00e4tten. Doch es gab auch h\u00e4ssliche Reaktionen. Ein salafistischer Scheich \u00e4u\u00dferte seine Zustimmung zu den Morden. Der Islamische Staat habe richtig gehandelt, die christlichen Schafe zu schlachten, war in \u00e4gyptischen Zeitungen zu lesen.<\/p>\n<p>Doch solche Stimmen sind nicht repr\u00e4sentativ, glaubt Bischof Kyrillos. &#8222;Ich w\u00fcrde sagen, die Morde haben Muslime und Christen enger zusammenr\u00fccken lassen. Es herrschte das Gef\u00fchl vor, dass \u00c4gypter angegriffen worden seien. Das ist wichtig. Es zeigt, dass wir alle \u00c4gypter sind unabh\u00e4ngig von unserer Religion.&#8220; Diesen Ton habe Pr\u00e4sident Sisi bereits bei seinem \u00dcberraschungsbesuch in der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Kairo anl\u00e4sslich des orthodoxen Weihnachtsfestes angeschlagen. &#8222;Viele haben es sich gew\u00fcnscht, aber niemand hat ernsthaft erwartet, dass das Staatsoberhaupt zu Weihnachten die koptische Kathedrale in Kairo aufsuchen w\u00fcrde. Pr\u00e4sident Sisi hat das gemacht. Er sprach von Herzen. Seine Botschaft war: Wir alle, Christen und Muslime, sind \u00c4gypter. Punkt. Er betont sehr stark die Idee der gemeinsamen Staatsb\u00fcrgerschaft. Die Menschen waren begeistert. Der Besuch war ein starkes Zeichen. Sie m\u00fcssen sehen, vor welchem Hintergrund er stattfand. Es gibt n\u00e4mlich viele radikale Muslime, die sagen, Muslime d\u00fcrften Christen nicht zu ihren Festen gratulieren. Das sei gegen den Islam. Der Weihnachtsbesuch des Pr\u00e4sidenten war die Antwort auf diese Ideen. Ich w\u00fcrde sagen, es gibt eine Wende in der Geschichte der Christen \u00c4gyptens.&#8220; Danach habe es noch vor kurzer Zeit nicht ausgesehen, gibt der Bischof zu bedenken. &#8222;W\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaft Mursis dachten die Radikalen, sie h\u00e4tten gr\u00fcnes Licht, gegen uns Christen vorzugehen.<\/p>\n<p>Viele Christen f\u00fchlten sich fremd im eigenen Land. Die Radikalen meinten, wir sollten gehen. Wir h\u00e4tten alle westliche Visa und sollten nach Australien oder Kanada auswandern.&#8220; Der H\u00f6hepunkt der anti-christlichen Ausschreitungen war dann im August 2013 erreicht. Auch in Bischof Kyrillos Bistum z\u00fcndeten radikale Moslems Kirchen und christliche Gesch\u00e4fte an. Die Muslimbr\u00fcder wollten sich so an den Christen r\u00e4chen, die sie f\u00fcr die Absetzung des aus der Muslimbruderschaft stammenden Pr\u00e4sidenten Mohammed Mursi verantwortlich machten. &#8222;Heute ist dieses Gef\u00fchl der Bedrohung weg. Wir blicken mit Sisi positiv in die Zukunft.&#8220; Bischof Kyrillos \u00e4ngstigt auch nicht ein m\u00f6gliches Wiedererstarken der Islamisten bei den kommenden Parlamentswahlen. &#8222;Ich glaube, die \u00c4gypter haben w\u00e4hrend der Herrschaft der Muslimbr\u00fcder sehr gut gesehen, wie und wohin sie das Land gef\u00fchrt haben. Die Muslimbr\u00fcder haben ihre eigenen Interessen vor die Interessen unseres Landes gestellt. Das sehen auch viele Muslime so, die die Muslimbr\u00fcder gew\u00e4hlt haben. Die \u00c4gypter wollen das nicht noch einmal. Die Leute wissen, wen sie w\u00e4hlen wollen und wen nicht.&#8220; Das sieht auch Jusef, ein junger katholischer Student aus Sohag, einer Stadt in Ober\u00e4gypten, so. &#8222;Mit Pr\u00e4sident Sisi entwickeln sich die Dinge in eine gute Richtung. Wir haben Vertrauen zu ihm. Er hat den Islam aufgerufen, sich zu reformieren. Das sind gute Ans\u00e4tze. Aber nat\u00fcrlich, ein Mann alleine kann auch nicht die Mentalit\u00e4t eines ganzen Landes \u00fcber Nacht \u00e4ndern. Da mache ich mir nichts vor. Wir brauchen Geduld.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4gypten nach den Koptenmorden: Trauer und Optimismus pr\u00e4gen die Stimmung der Christen am Nil. Als Mitte Februar die Ermordung 21 koptisch-orthodoxer \u00c4gypter durch Terroristen des islamischen Staats in Libyen bekannt wurde, war ganz \u00c4gypten geschockt. 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