{"id":751,"date":"2015-05-08T09:52:58","date_gmt":"2015-05-08T09:52:58","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/christen-fordern-internat-schutz-html\/"},"modified":"2022-12-06T15:33:27","modified_gmt":"2022-12-06T15:33:27","slug":"christen-fordern-internat-schutz-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christen-fordern-internat-schutz-html\/","title":{"rendered":"Christen fordern internat. Schutz"},"content":{"rendered":"<p><span>Ein Gipfeltreffen von Kirchenleitern aus dem Nahen und Mittleren Osten mit westlichen Politikern und Diplomaten hat die Einrichtung von sicheren Zufluchtsregionen f\u00fcr verfolgte Christen und andere Minderheiten im Irak und Syrien gefordert. Au\u00dferdem sollte eine internationale Polizeitruppe f\u00fcr ihren Schutz sorgen. Die Vorschl\u00e4ge wurden bei einer Konferenz im s\u00fcditalienischen Bari vorgebracht, die Ende April von der internationalen \u00fcberkonfessionellen Gemeinschaft Sant\u2018Egidio organisiert wurde. Ihr Gr\u00fcnder, der fr\u00fchere italienische Minister f\u00fcr internationale Zusammenarbeit und Integration Andrea Riccardi (Rom), beklagte die ethnischen S\u00e4uberungen in der Region: \u201eEine Welt ist im Untergang, und das ist ein Drama f\u00fcr die Christen, eine Verarmung der islamischen Gesellschaften und ein Verlust f\u00fcr das Gleichgewicht im Mittelmeerraum und f\u00fcr die Kultur.\u201c Riccardi bekr\u00e4ftigte seinen Aufruf, in der nordirakischen Ninive-Ebene eine sichere Zufluchtszone einzurichten. Dorthin sind bereits etwa 30.000 Christen vor der Terrororganisation \u201eIslamischer Staat\u201c (IS) gefl\u00fcchtet. Presseberichten zufolge haben Christen eine Verteidigungsmiliz mit etwa 3.000 Freiwilligen aufgestellt. Im syrischen Aleppo k\u00f6nnte ein weiterer Zufluchtsort f\u00fcr Christen entstehen, die vor radikalen islamischen Milizen im B\u00fcrgerkrieg fliehen. Ziel diplomatischer und politischer Bem\u00fchungen m\u00fcsse die Einrichtung einer Waffenstillstandszone in Syrien sein, so Riccardi. Ferner m\u00fcsse man dem Libanon helfen, verst\u00e4rkt humanit\u00e4re Aktionen durchzuf\u00fchren. Sant\u2019Egidios Pr\u00e4sident, Prof. Marco Impagliazzo (Rom), schlug vor, eine internationale Polizeitruppe aufzustellen, die eingreifen sollte, wenn Minderheiten wie etwa Christen unter Beschuss geraten. Als Vorbild nannte er die UN-Friedensmission UNIFIL im Libanon.<\/span><\/p>\n<p><strong>Europa leidet an \u201eEgoismus, Feigheit und Gleichg\u00fcltigkeit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der italienische Au\u00dfenminister Paolo Gentiloni sagte, Europa sei \u201ean Egoismus, Feigheit und Gleichg\u00fcltigkeit\u201c erkrankt. Die Europ\u00e4er wendeten ihren Blick ab vom Martyrium der Christen im Orient. Man m\u00fcsse \u201edie P\u00e4dagogik des Hasses\u201c bek\u00e4mpfen. Kirchenleiter aus der Krisenregion warnten, dass das Christentum dort von Ausl\u00f6schung bedroht sei. Die Bev\u00f6lkerung f\u00fchle sich vom Westen im Stich gelassen. Sie baten die Gemeinschaft Sant\u2019Egidio, sie bei Begegnungen mit westlichen Politikern zu begleiten, damit ihre Stimmen auf h\u00f6chster Ebene Geh\u00f6r finden. Der melkitische (griechisch-katholische) Patriarch Gregorius III. Laham (Damaskus) forderte eine \u00f6kumenische Initiative, um einen Friedensplan zu erarbeiten, der den Gro\u00dfm\u00e4chten vorgelegt werden k\u00f6nne. Der chald\u00e4isch-katholische Erzbischof von Kirkuk (Irak), Yousif Mirkis, sagte, die Gef\u00fchlsk\u00e4lte Europas sei eine \u201eSchande\u201c. Die Kirchen m\u00fcssten bei der EU, den Vereinten Nationen, den USA und Russland ihre Forderungen vorbringen, dem politischen Islam Einhalt zu gebieten. Der zypriotisch-orthodoxe Erzbischof Chrysostomos II. beklagte eine \u201eheuchlerische Tatenlosigkeit der M\u00e4chtigen der Erde und der Vereinten Nationen, die doch im Namen des Friedens gegr\u00fcndet wurden\u201c. Der syrisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Ignatius Aphrem II., fragte, ob man \u2013 wie beim V\u00f6lkermord an den Armeniern \u2013 100 Jahre warten m\u00fcsse, bis die Welt reagiere.<\/p>\n<p><strong>Das Gewissen der Welt wachr\u00fctteln<\/strong><\/p>\n<p>Der \u201eAu\u00dfenminister\u201c des Vatikans, Erzbischof Paul Gallagher, ermunterte die Staaten mit muslimischer Bev\u00f6lkerungsmehrheit, das Ph\u00e4nomen des Terrorismus ernsthaft anzugehen. Dazu geh\u00f6re etwa, die in Moscheen und Schulen vermittelten Lehren einer kritischen Pr\u00fcfung zu unterziehen. Auch m\u00fcsse der Exodus der Christen gestoppt werden. Gallagher: \u201eDas Gewissen der internationalen Gemeinschaft muss wachger\u00fcttelt werden, denn die grundlegenden Werte des Lebens, der Menschenw\u00fcrde und des zivilen Zusammenlebens stehen auf dem Spiel.\u201c Im Irak sind von den etwa 1,5 Millionen Christen, die vor der US-gef\u00fchrten Invasion im Jahr 2003 dort zuhause waren, weniger als 400.000 verblieben; davon leben sch\u00e4tzungsweise 200.000 als Fl\u00fcchtlinge in Erbil (Kurdistan). \u00c4hnlich ist die Lage in Syrien: Vor dem Ausbruch des B\u00fcrgerkriegs vor vier Jahren stellten die 1,8 Millionen Christen etwa ein Zehntel der Bev\u00f6lkerung.Inzwischen sind mindestens 500.000 geflohen. Die Gemeinschaft Sant\u2019Egidio entstand 1968 in Rom durch eine Initiative von Jugendlichen, die sich die christliche Urgemeinde aus der Apostelgeschichte und Franz von Assisi (1181\/82\u20131226) zum Vorbild nahmen. Heute z\u00e4hlt die Laienbewegung \u00fcber 50.000 Mitglieder in mehr als 70 L\u00e4ndern. (Quelle: idea, Foto: ZENIT News Agency)&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gipfeltreffen von Kirchenleitern aus dem Nahen und Mittleren Osten mit westlichen Politikern und Diplomaten hat die Einrichtung von sicheren Zufluchtsregionen f\u00fcr verfolgte Christen und andere Minderheiten im Irak und Syrien gefordert. Au\u00dferdem sollte eine internationale Polizeitruppe f\u00fcr ihren Schutz sorgen. 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