{"id":761,"date":"2015-05-22T07:03:57","date_gmt":"2015-05-22T05:03:57","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/eritrea-das-nordkorea-afrikas-html\/"},"modified":"2023-02-24T10:02:25","modified_gmt":"2023-02-24T09:02:25","slug":"eritrea-das-nordkorea-afrikas-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/eritrea-das-nordkorea-afrikas-html\/","title":{"rendered":"Eritrea &#8211; das Nordkorea Afrikas"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl sie nicht mehr in einer Zelle lebt, ist \u201eAlice\u201c immer noch nicht frei. Sie hat mehr als 6 Jahre in einem K\u00e4fig eingesperrt in einem eritreischen Gef\u00e4ngnis verbracht wegen ihres Glaubens an Christus unter einer der repressivsten Regierungen gegen Christen auf dem Erdball. Sie wurde schlie\u00dflich im Februar 2015 entlassen, aber ihre Stimme ist zum Schweigen gebracht worden, ihr Denken traumatisiert, und sie bleibt in ihrem eigenen Zuhause gefangen unter den stets gegenw\u00e4rtigen Augen der Regierung, die sie gefangen gesetzt hat.<\/p>\n<p>\u201eSie kann nichts tun. Leute k\u00f6nnen sie besuchen, und sie muss sagen: \u201eIch bin in Ordnung.\u201c Das ist alles,\u201c sagte \u201eJane\u201c, eine eritreische Freundin von Alice, die jetzt in den USA lebt. Sie sagte weiter: \u201eAls sie herauskam, sagte sie, alles sei wunderbar und gut, weil sie kontrolliert wurde. Sie kann nun nichts sagen.\u201c Dies ist Alices Geschichte: es ist eine von scheinbar zerst\u00f6rten Hoffnungen und Tr\u00e4umen, aber durch ihren treuen Dienst erf\u00fcllt, w\u00e4hrend sie eine der schwierigsten Arten der Verfolgung erdulden musste.<\/p>\n<p><strong>Das \u201eNordkorea\u201c von Afrika<\/strong><\/p>\n<p>Eritrea ist einer der herausforderndsten Orte in der Welt, wenn man Christ sein will. Das Land wurde 1993 unabh\u00e4ngig, es brach mit der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Bev\u00f6lkerung von \u00c4thiopien los, aber seine Regierung f\u00fcrchtet st\u00e4ndig, dass \u00c4thiopien danach strebt, das Land wieder zur\u00fcck zu erobern. Das Ergebnis ist, dass die Regierenden jeden unterdr\u00fccken, gefangen setzen und foltern, den sie als Bedrohung f\u00fcr den Staat ansehen, und das schlie\u00dft Christen ein, die nicht registrierte orthodoxe, lutherische oder katholische Kirchen besuchen. Die UN Kommission f\u00fcr internationale Religionsfreiheit (USCIRF) hat Eritrea als \u201e besonders besorgniserregendes Land\u201c (CPC) bezeichnet. USCIRF definiert diese L\u00e4nder als solche, \u201ewo besonders schwerwiegende Verletzungen der Religionsfreiheit geduldet oder gef\u00f6rdert werden\u201c, und wo Verst\u00f6\u00dfe \u201esystematisch, auswuchernd und immer weitergehend\u201c sind.<\/p>\n<p>\u201eEntlassene religi\u00f6se Gefangene haben USCIRF und anderen Menschenrechtsbeobachtern berichtet, dass sie in beengten Verh\u00e4ltnissen gefangen waren, zum Beispiel in metallenen, 20-Fu\u00df Schiffscontainern oder Baracken unter der Erde, und extremen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Evangelikale und Pfingstler, die aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen waren, berichteten dass man sie gezwungen hat, ihrem Glauben zu entsagen, damit sie freikommen w\u00fcrden. Personen, die wegen religi\u00f6ser Aktivit\u00e4ten festgehalten werden, sowohl in Langzeit- als in Kurzzeitstrafen, werden nicht formell angeklagt, bekommen keinen Anwalt als Beistand, bekommen keinen gerechten Prozess, noch erhalten sie Besuch der Familie. Die Gefangenen d\u00fcrfen nicht laut beten, singen oder predigen, und religi\u00f6se B\u00fccher sind verboten,\u201c hei\u00dft es im USCIRF-Jahresbericht von 2015 in Bezug auf Eritrea.<\/p>\n<p>Der Bericht sch\u00e4tzt, dass in Eritrea zur Zeit zwischen 1200 und 1300 Menschen im Gef\u00e4ngnis sitzen wegen ihres Glaubens, von denen die Mehrheit evangelikale Christen sind. Weil es Missbrauch gibt, wird Eritrea gemeinhin das \u201eNordkorea von Afrika\u201c genannt. Alice war eine dieser Gefangenen.<\/p>\n<p><strong>Unterdr\u00fcckter Dienst<\/strong><\/p>\n<p>Alice verlangte sehr danach, den Menschen ihrer Heimat das Evangelium zu bringen. Sie wurde in Eritrea geboren, wanderte aber als Kind in den fr\u00fchen 90er Jahren in die USA aus. Sie lebte dort fast 20 Jahre. Aber sie f\u00fchlte, dass Gott sie 2008 rief, in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. \u201eIhr Herz brannte daf\u00fcr, den Menschen zu dienen &#8230; sie waren so hungrig. Dann begann sie, Bibelstunden zu geben und \u00e4hnliche Dinge\u201c, sagte Jane.<\/p>\n<p>Als Alice versuchte, 2009 Eritrea zu verlassen, um ihren Pass erneuern zu lassen, verhaftete man sie auf dem Flughafen. Man nahm ihr alles weg, und sie wurde ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Es war, als w\u00e4re sie einfach verschwunden. Es wurde keine Anklage erhoben, es gab keine Richter, keine Verhandlung, nur eine unbestimmte Gef\u00e4ngnisstrafe, die am 24. Januar 2009 begann. Alices Familie wusste ein ganzes Jahr lang nicht, wo sie war. Sogar nachdem sie von ihrer Gefangennahme geh\u00f6rt hatten, wurde ihr eigentlicher Aufenthaltsort 5 Jahre lang geheim gehalten. Ihre Mutter versank in Tr\u00e4nen und fragte sich jeden Tag, ob ihre j\u00fcngste Tochter \u00fcberhaupt noch am Leben war.<\/p>\n<p>\u201eEs war die H\u00f6lle. Ihr brach das Herz, aber sie konnte kein Wort sagen, weil alles unter Beobachtung steht, und so mussten sie aufpassen, was sie sagten,\u201c berichtete Jane.<\/p>\n<p><strong>Erf\u00fcllter Dienst<\/strong><\/p>\n<p>Die eritreische Regierung versuchte Alices Predigen der Guten Nachricht zu ersticken, aber Gott hatte gr\u00f6\u00dfere Pl\u00e4ne, um ihren Dienst zum Bl\u00fchen zu bringen, w\u00e4hrend sie im Gef\u00e4ngnis war. Die Einzelheiten von Alices besonderen Leiden bleiben ein Geheimnis, aber der Herr kennt ihr Leiden und gebrauchte es zur Rettung von S\u00fcndern. \u201eViele andere Gefangene vor ihr erz\u00e4hlten uns als sie freikamen, dass manche Moslems sich zum Christentum bekehrten&#8230; Ihr Leben gibt Zeugnis, so sahen wir die Frucht von Leuten, die freikamen,\u201c sagte Jane. Jane sagte, dass moslemische Insassen in ihrer dunkelsten Stunde sich zu Christus bekehrten, als sie den brutalsten Missbrauch erlitten. Alices treues Predigen des Evangeliums gab ihnen Hoffnung.<\/p>\n<p>\u201eGott gab ihr inneren Beistand dazu, mit Mut zu sprechen, und er bekehrte dann Menschen. Wenn die Leute geschlagen wurden, gab es viele Verletzungen, aber keine Behandlung. Nichts! Man braucht also etwas, man ist in verzweifelten Umst\u00e4nden,\u201c sagte Jane. \u201eSie ist ein zweiter Paulus, oder Silas&#8230; Gott hatte einen Grund, sie f\u00fcr so viele Menschen zu gebrauchen.\u201c Wie Joseph, der in \u00c4gypten ungerecht im Gef\u00e4ngnis war, gebrauchte Gott Alice zum Guten. \u201eDu meintest es b\u00f6se mit mir, aber Gott meinte es gut, damit viele Menschen am Leben bleiben, so wie sie es heute sind.\u201c (1. Mose50:20)<\/p>\n<p><strong>Alice, aus dem Gef\u00e4ngnis frei<\/strong><\/p>\n<p>Alice wurde im Februar 2015 aus einem eritreischen Regierungsgef\u00e4ngnis freigelassen, und Jane war eine der ersten Freundinnen, der sie berichten wollte. \u201eIch war hier als sie gleich anrief. Gerade als sie freikam, sagte sie zu ihnen: \u201eK\u00f6nnt ihr ihr das sagen. Sie muss es wissen.\u201c Und dann, so viele Leute, als sie davon h\u00f6rten und mich anriefen und mir von Alices Situation erz\u00e4hlten. Ich habe mich so gefreut!\u201c sagte Jane. Aber Jane sagte auch dass sie immer noch Leiden in der Zukunft erdulden muss. Alice ist unter strenger \u00dcberwachung durch die Regierung, muss kontrollieren, was sie sagt, und sie hat keine Arbeitserlaubnis. Alice hofft in die USA zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen, aber sie hat keine sichtbaren M\u00f6glichkeiten aus Eritrea herauszukommen, solange sie unter Bewachung steht. (Quelle: International Christian Concern , Ein Bericht von Troy Augustine, Bild: TUBS)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl sie nicht mehr in einer Zelle lebt, ist \u201eAlice\u201c immer noch nicht frei. Sie hat mehr als 6 Jahre in einem K\u00e4fig eingesperrt in einem eritreischen Gef\u00e4ngnis verbracht wegen ihres Glaubens an Christus unter einer der repressivsten Regierungen gegen Christen auf dem Erdball. 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