{"id":771,"date":"2015-06-10T13:28:04","date_gmt":"2015-06-10T11:28:04","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ein-jahr-nach-der-eroberung-mossuls-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:08:36","modified_gmt":"2023-02-23T11:08:36","slug":"ein-jahr-nach-der-eroberung-mossuls-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ein-jahr-nach-der-eroberung-mossuls-html\/","title":{"rendered":"Ein Jahr nach der Eroberung Mossuls"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir haben alles verloren, aber nicht den Glauben\u201c. \u201eMeine Gl\u00e4ubigen haben alles verloren, weil sie ihren Glauben bewahrt haben. Wir wissen nicht, welche Zukunft uns erwartet, aber wir haben weiterhin Vertrauen in Gott.\u201c Das sagte Yoanna Petros Mouche, der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul\/Irak im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c.<\/p>\n<p>Mit Schrecken erinnert sich der Erzbischof an die Eroberung Mossuls durch den \u201eIslamischen Staat\u201c (IS) in der Nacht zum 10. Juni 2014. \u201eWir f\u00fchlen uns vom irakischen Heer verraten, das durch seinen schnellen R\u00fcckzug die Stadt in die H\u00e4nde des IS gab\u201c, so der Erzbischof. Er schlie\u00dft nicht aus, dass die Flucht des Milit\u00e4rs durch die Spannungen zwischen Mossul und der Hauptstadt Bagdad ausgel\u00f6st worden sein k\u00f6nnte. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt im Irak ist haupts\u00e4chlich sunnitisch gepr\u00e4gt, die Regierung in Bagdad dagegen schiitisch.<\/p>\n<p>Erzbischof Mouche berichtet, dass sich in den Tagen nach der Eroberung Mossuls die K\u00e4mpfer des IS zun\u00e4chst freundlich gegen\u00fcber den Christen gezeigt h\u00e4tten. \u201eOffensichtlich war es ihre Absicht, uns zum Bleiben zu ermuntern, um uns dann leichter besiegen zu k\u00f6nnen.\u201c Ende Juni 2014 stellte der IS die Christen von Mossul vor die Wahl, sich entweder zum Islam zu bekehren, die \u201eJizya\u201c \u2013 die islamische Steuer f\u00fcr Nicht-Muslime \u2013 zu zahlen oder die Stadt zu verlassen.<\/p>\n<p>In der Nacht vom 6. zum 7. August befand sich Erzbischof Mouche in Karakosch, als ihn die Nachricht erreichte, dass das kurdische Heer kurz davor sei, sich zur\u00fcckzuziehen und dem IS zu erlauben, in die D\u00f6rfer mit christlicher Mehrheit einzudringen. \u201eAus Furcht haben wir unsere H\u00e4user verlassen, ohne irgendetwas mitzunehmen, nicht einmal Kleidung. Wir waren davon \u00fcberzeugt, dass wir am n\u00e4chsten Tag wieder zur\u00fcckkehren k\u00f6nnten. Wir sind aber bis zum heutigen Tag noch immer nicht nach Hause zur\u00fcckgekehrt.\u201c In dieser Nacht ist Karakosch in die H\u00e4nde des IS gefallen, genauso wie zw\u00f6lf christliche D\u00f6rfer.<\/p>\n<p>Die anderen 50 000 Gl\u00e4ubigen der syrisch-katholischen Di\u00f6zese von Mossul \u2013 rund 12 000 Familien \u2013 leben jetzt als Fl\u00fcchtlinge. Der gr\u00f6\u00dfte Teil von ihnen befindet sich in Kurdistan. Rund 3000 Familien sind ins Ausland emigriert. \u201eIch versuche, die Di\u00f6zese zusammenzuhalten und mich mit allen meinen Gl\u00e4ubigen zu treffen, um ihnen zu helfen und ihnen das wenige an pastoraler Betreuung, das mir m\u00f6glich ist, zu geben. Leider ist das nicht einfach. Allein in Kurdistan leben die syrisch-katholischen Christen in 57 verschiedenen Gemeinden. Nicht mitgez\u00e4hlt sind jene, die in den Libanon, Jordanien, T\u00fcrkei oder nach Europa gezogen sind.\u201c In der Di\u00f6zese von Erzbischof Mouche leben ein Drittel aller syrisch-katholischen Gl\u00e4ubigen weltweit. \u201eIch wei\u00df nicht, ob meine Di\u00f6zese noch existiert. Aber ich habe die Hoffnung nicht verloren und stehe meinen Gl\u00e4ubigen bei, bis Gott die Herzen unserer Feinde bekehrt und wir nicht mehr fern unserer Heimat leben m\u00fcssen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir haben alles verloren, aber nicht den Glauben\u201c. \u201eMeine Gl\u00e4ubigen haben alles verloren, weil sie ihren Glauben bewahrt haben. Wir wissen nicht, welche Zukunft uns erwartet, aber wir haben weiterhin Vertrauen in Gott.\u201c Das sagte Yoanna Petros Mouche, der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul\/Irak im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c. 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