{"id":785,"date":"2015-06-24T11:44:24","date_gmt":"2015-06-24T09:44:24","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/blasphemiegesetz-ueberarbeiten-html\/"},"modified":"2023-02-23T10:46:55","modified_gmt":"2023-02-23T09:46:55","slug":"blasphemiegesetz-ueberarbeiten-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/blasphemiegesetz-ueberarbeiten-html\/","title":{"rendered":"Blasphemiegesetz \u00fcberarbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Pakistan will das umstrittene Blasphemiegesetz \u00fcberarbeiten, das die Beleidigung des Islam und des Propheten Mohammed unter schwere Strafen stellt \u2013 bis zur Todesstrafe. Das seit 1991 bestehende Gesetz ist international unter Kritik geraten, weil es oft ohne ausreichenden Verdacht gegen religi\u00f6se Minderheiten angewandt wird. Zudem wird es h\u00e4ufig von Muslimen zum Austragen privater Streitigkeiten missbraucht. Mehr als 650 Christen sind wegen eines oft unbegr\u00fcndeten Verdachts angeklagt worden. Derzeit sitzen ann\u00e4hernd 40 Verurteilte lebenslang in Haft oder erwarten ihre Hinrichtung. Gegenw\u00e4rtig spielt es f\u00fcr eine Verurteilung keine Rolle, ob der Beschuldigte den Islam mit Absicht oder versehentlich beleidigt haben soll. So wurde ein geistig behinderter junger Mann verurteilt, weil seine Zigarettenasche eine Schrift mit Koranversen angesengt hatte. Eine Gesetzes\u00e4nderung soll erreichen, dass vors\u00e4tzliches Handeln in einem Prozess bewiesen werden muss. Au\u00dferdem sollen falsche Verd\u00e4chtigungen h\u00e4rter bestraft werden. Doch dagegen regt sich bereits Widerstand in muslimischen Kreisen. So haben sich zehn Islamgelehrte und ein Jurist in einem Seminar \u201ef\u00fcr den Schutz der W\u00fcrde des Propheten\u201c gegen eine Aufweichung des Blasphemiegesetzes ausgesprochen. Der fr\u00fchere Richter Mian Nazir Akhtar erkl\u00e4rte, wer den Propheten Mohammed beleidige, habe \u00fcberhaupt keine Rechte, auch nicht das Recht auf Leben. Nicht einmal eine Gerichtsverhandlung sei n\u00f6tig.<\/p>\n<p><strong>EU-Parlament fordert Abschaffung des Blasphemiegesetzes<\/strong><\/p>\n<p>Unter anderem hat das Europaparlament in Stra\u00dfburg im vorigen November die Abschaffung des Blasphemiegesetzes gefordert. Im Jahr 2011 wurden in Pakistan der Katholik Shabaz Bhatti, Minister f\u00fcr Minderheiten, und der Gouverneur der Provinz Punjab Salmaan Taseer, ein Muslim, ermordet, weil sie sich f\u00fcr die Abschaffung des Gesetzes und die Freilassung der zum Tode verurteilten Katholikin Asia Bibi eingesetzt hatten. Die 50-j\u00e4hrige f\u00fcnffache Mutter soll gehenkt werden, weil sie den Islam beleidigt haben soll. Das Urteil wurde im Oktober vom Berufungsgericht in Lahore best\u00e4tigt. Jetzt kann nur noch das Verfassungsgericht die Vollstreckung verhindern. Anlass f\u00fcr das Verfahren war eine allt\u00e4gliche Begebenheit: Die Tagel\u00f6hnerin hatte auf Anweisung eines Landbesitzers Wasser f\u00fcr Feldarbeiterinnen gesch\u00f6pft. Doch diese weigerten sich zu trinken, weil das Gef\u00e4\u00df durch die Christin \u201eunrein\u201c geworden sei. Sie beschuldigten Bibi, den Islam beleidigt zu haben. Hunderte Muslime \u00fcberfielen sp\u00e4ter ihr Haus und schlugen auf sie, ihren Mann und ihre Kinder ein, bis die Polizei einschritt. 2009 wurde sie inhaftiert; ein Gericht in Nankana (Provinz Punjab) verh\u00e4ngte die Todesstrafe. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anh\u00e4nger anderer Religionen. (Quelle: idea, Bild: TUBS)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pakistan will das umstrittene Blasphemiegesetz \u00fcberarbeiten, das die Beleidigung des Islam und des Propheten Mohammed unter schwere Strafen stellt \u2013 bis zur Todesstrafe. Das seit 1991 bestehende Gesetz ist international unter Kritik geraten, weil es oft ohne ausreichenden Verdacht gegen religi\u00f6se Minderheiten angewandt wird. Zudem wird es h\u00e4ufig von Muslimen zum Austragen privater Streitigkeiten missbraucht. 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