{"id":787,"date":"2015-06-30T07:48:06","date_gmt":"2015-06-30T05:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ein-jahr-unter-herrschaft-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:08:18","modified_gmt":"2023-02-23T11:08:18","slug":"ein-jahr-unter-herrschaft-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ein-jahr-unter-herrschaft-html\/","title":{"rendered":"Ein Jahr unter IS-Herrschaft"},"content":{"rendered":"<p>Am 29. Juni 2014 verk\u00fcndeten Mitglieder der sunnitischen Milizen des Islamischen Staates (IS) den Beginn eines neuen Kalifats im Nordirak und Syrien. Als selbsternannter Herrscher und Kalif pr\u00e4sentierte sich der IS-F\u00fchrer&nbsp;Abu Bakr al-Baghdadi&nbsp;seinen Anh\u00e4ngern. Christen und andere Minderheiten hatten sp\u00e4testens bei dem Fall der Gro\u00dfstadt Mossul am 10. Juni 2014 zu sp\u00fcren bekommen, welche Alternativen ihnen in einem solchen Kalifat bevorst\u00fcnden: Bekehrung zum Islam, Flucht oder das Schwert \u2013 bestenfalls noch ein Leben als \u201eDhimmi&#8220; (geduldeter Schutzbefohlener) bei Zahlung einer horrenden Kopfsteuer, begleitet von best\u00e4ndiger Erniedrigung<\/p>\n<p><strong>Gr\u00e4ueltaten auf der einen, selbstlose Hilfe auf der anderen Seite<\/strong><\/p>\n<p>Fluchtartig verlie\u00dfen daraufhin Zehntausende von Christen Mossul, um ihr Leben zu retten. Viele wurden an den IS-Kontrollpunkten komplett ausgeraubt. Auch aus anderen D\u00f6rfern und St\u00e4dten flohen gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung. M\u00e4nner wurden vor den Augen ihrer Familie get\u00f6tet, Frauen vergewaltigt, wie Sklavinnen verkauft oder als \u201eBelohnung&#8220; an K\u00e4mpfer vergeben. Doch inmitten des Leids gibt es auch hoffnungsvolle Signale: \u201eWir h\u00e4tten nie mit einer solchen liebevollen Aufnahme gerechnet&#8220;, schildert eine aus dem von vielen Christen bewohnten Karakosch geflohene Frau ihre ersten Eindr\u00fccke aus dem Fl\u00fcchtlingslager. Viele Kirchen und Kl\u00f6ster leisten den Fl\u00fcchtlingen nicht nur Nothilfe, sondern sie nehmen sie auf wie G\u00e4ste.<\/p>\n<p><strong>Im Visier: \u201eDie Nation des Kreuzes&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Anf\u00e4ngliche Skepsis einiger Beobachter, wie ernst dieses \u201eKalifat&#8220; zu nehmen sei, wichen schon bald dem Schock angesichts medienwirksam inszenierter Hinrichtungen und milit\u00e4rischer Erfolge. Weltweit haben mittlerweile gesch\u00e4tzte 31 Gruppierungen al-Baghdadi ihre Gefolgschaft oder Unterst\u00fctzung versichert. Die im Internet publizierte Enthauptung von 21 gr\u00f6\u00dftenteils \u00e4gyptischen Christen an der libyschen Mittelmeerk\u00fcste im Februar 2015 wurde als \u201eBotschaft an die feindselige Kirche \u00c4gyptens und an die Nation des Kreuzes&#8220; deklariert. Ebenso die Hinrichtung von weiteren etwa 30 Christen, gr\u00f6\u00dftenteils aus \u00c4thiopien einige Wochen danach. Damit unterstrich die Gruppierung ihren Herrschaftsanspruch und ihr Ziel, s\u00e4mtliche Spuren des christlichen Glaubens aus ihrem Herrschaftsgebiet zu tilgen.<\/p>\n<p><strong>Nothilfeprogramm und Perspektiven f\u00fcr die Christen<\/strong><\/p>\n<p>Welche Zukunft haben Christen angesichts dieser massiven Bedrohung in ihren Stamml\u00e4ndern Syrien und Irak? J\u00fcngste Entwicklungen weisen auf eine Zuspitzung der Lage hin, die f\u00fcr die Christen verheerende Folgen haben k\u00f6nnte. Dazu geh\u00f6ren neben dem Vormarsch des IS auch drohende Einschnitte bei den UN-Versorgungsprogrammen. (Quelle: Open Doors)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. Juni 2014 verk\u00fcndeten Mitglieder der sunnitischen Milizen des Islamischen Staates (IS) den Beginn eines neuen Kalifats im Nordirak und Syrien. Als selbsternannter Herrscher und Kalif pr\u00e4sentierte sich der IS-F\u00fchrer&nbsp;Abu Bakr al-Baghdadi&nbsp;seinen Anh\u00e4ngern. Christen und andere Minderheiten hatten sp\u00e4testens bei dem Fall der Gro\u00dfstadt Mossul am 10. 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