{"id":829,"date":"2015-08-13T10:00:53","date_gmt":"2015-08-13T08:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ueber-100-christen-seit-1-woche-verschollen-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:42:22","modified_gmt":"2023-02-23T10:42:22","slug":"ueber-100-christen-seit-1-woche-verschollen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ueber-100-christen-seit-1-woche-verschollen-html\/","title":{"rendered":"\u00dcber 100 Christen seit 1 Woche verschollen"},"content":{"rendered":"<p>Die Christen Syriens sind in gr\u00f6\u00dfter Sorge \u00fcber das Schicksal ihrer am vergangenen Mittwoch in der Stadt Qaryatain entf\u00fchrten Glaubensgeschwister &#8211; mindestens 130, aber es k\u00f6nnten auch 250 sein. Am Wochenende sei es allerdings rund 30 Christen gelungen, aus der von den IS-Terroristen besetzten Stadt zu fliehen. Einige der Christen seien Schafz\u00fcchter und Hirten, die sich in der Gegend sehr gut auskennen, berichtete der Ordenmann P. Jihad Yousef am Mittwoch dem Hilfswerk &#8222;Kirche in Not&#8220;. Seit 5. August gibt es aber kein Lebenszeichen der restlichen Entf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Derzeit bem\u00fchten sich der syrisch-orthodoxe und der syrisch-katholische Bischof von Homs, \u00fcber Mittelsm\u00e4nner Kontakt zu den IS-Terroristen aufzunehmen. Es gebe aber keinerlei Anzeichen, dass die Terroristen wirklich verhandeln und die Geiseln freilassen wollen, so Yousef.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Der syrisch-katholische M\u00f6nch verwies darauf, dass die IS-Terroristen den Christen normalerweise drei Optionen vorlegen: Bezahlung der &#8222;Jizya&#8220;, der Sondersteuer f\u00fcr Christen, Konversion zum Islam oder Verlassen des Landes. Die letztgenannte Option sei offensichtlich nicht angeboten worden, &#8222;denn dann h\u00e4tten die Christen sofort von sich aus die Stadt verlassen&#8220;.<\/span><\/p>\n<p>P. Jihad Yousef sagte in dem Interview, dass es keinerlei Kontakt mehr zum St. Elias-Kloster seiner Gemeinschaft in der eroberten Stadt gebe. Vielleicht w\u00fcrden auch deren im Mai entf\u00fchrte Mitglieder P. Jacques Mourad und Diakon Boutros Hanna Dekermenian in eine L\u00f6sung f\u00fcr die Geiseln einbezogen. Der Grund f\u00fcr die Entf\u00fchrung von P. Jacques Mourad sei offensichtlich sein erfolgreicher Einsatz f\u00fcr Dialog und Koexistenz von Christen und Muslimen gewesen.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Der syrisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Ignatius Aphrem II., rief unterdessen zum Gebet f\u00fcr die Freilassung der Entf\u00fchrten auf. Seit dem Abend des 5. August gebe es keine Nachrichten mehr \u00fcber diese Menschen, man wisse nicht, ob sie leben oder ob sie ermordet wurden, so der \u00f6rtliche Erzbischof Silvanos Al-Nemeh.<\/span><\/p>\n<p>Die Entf\u00fchrten h\u00e4tten ihr ganzes Leben in Qaryatain verbracht, &#8222;wo sie ein stilles Leben auf der Basis von N\u00e4chstenliebe, Zusammenarbeit und Frieden f\u00fchrten&#8220;. Zun\u00e4chst hatte es gehei\u00dfen, die IS-Terroristen h\u00e4tten die Christen wegen angeblicher &#8222;Kooperation mit dem Assad-Regime&#8220; der Freiheit beraubt.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Nach Angaben des syrisch-orthodoxen Erzbischofs erfolgte die Eroberung von Qaryatain durch die IS-Terroristen am 5. August. Die Terroristen h\u00e4tten zun\u00e4chst alle Christen verhaftet, derer sie habhaft werden konnten. Dann seien 200 christliche Familien freigelassen worden, 100 christliche Familien w\u00fcrden weiterhin in der Befehlszentrale der Terroristen festgehalten. Die 200 freigelassenen Familien seien nach Homs gefl\u00fcchtet, wo sie im Erzbisch\u00f6flichen Palais aufgenommen wurden. Erzbischof Al-Nemeh: &#8222;Die Leute mussten aus ihren H\u00e4usern weg, ohne irgendetwas mitnehmen zu k\u00f6nnen, sie kamen nur mit dem, was sie auf dem Leib hatten. Wir bem\u00fchen uns, sie mit einem Dach \u00fcber dem Kopf, Kleidung, Nahrung und Medikamenten zu versorgen&#8220;.&nbsp;<\/span><span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Insgesamt seien aus Qaryatain und Sadad mehr als 1.500 christliche Familien gefl\u00fcchtet bzw. vertrieben worden, so der Erzbischof.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 13.0080003738403px; line-height: 1.538em;\">Scharfe Kritik von Ignatius Yousif III.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die IS-Terroristen h\u00e4tten Komplizen in Qaryatain gehabt, weshalb man mit ihrer Ankunft schon l\u00e4nger gerechnet hatte, erkl\u00e4rte der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Yousif III. Younan im Gespr\u00e4ch mit &#8222;Radio Vatikan&#8220;. Deshalb h\u00e4tten nach der Entf\u00fchrung von P. Jacques Mourad viele christliche Familien die Stadt verlassen, nur rund 120 Familien seien in der Stadt verblieben.<\/p>\n<p>Da alle Christen und Muslime Syriens zur selben Ethnie geh\u00f6ren, m\u00fcsse man bei den aktuellen Vorg\u00e4ngen nicht von einer ethnischen, sondern von einer &#8222;religi\u00f6sen S\u00e4uberung&#8220; sprechen, erkl\u00e4rte der Patriarch. Die sonst auf Menschenrechte bedachten Regierungen des Westens w\u00fcrden sich zynisch verhalten, zumal sie vor dieser Tatsache die Augen verschlie\u00dfen: &#8222;Ihnen ist die Religionsfreiheit dieser Gemeinschaften, die \u00fcber Hunderte von Jahren durch ihre Treue zum Evangelium dort durchgehalten haben, ziemlich egal&#8220;. (Quelle: Kathweb)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Christen Syriens sind in gr\u00f6\u00dfter Sorge \u00fcber das Schicksal ihrer am vergangenen Mittwoch in der Stadt Qaryatain entf\u00fchrten Glaubensgeschwister &#8211; mindestens 130, aber es k\u00f6nnten auch 250 sein. Am Wochenende sei es allerdings rund 30 Christen gelungen, aus der von den IS-Terroristen besetzten Stadt zu fliehen. 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