{"id":837,"date":"2015-08-26T07:44:37","date_gmt":"2015-08-26T05:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/was-wird-aus-uns-christen-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:17:07","modified_gmt":"2023-02-27T15:17:07","slug":"was-wird-aus-uns-christen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/was-wird-aus-uns-christen-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Was wird aus uns Christen?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><span>Ein libanesischer Erzbischof warnt: Durch die vielen syrischen Fl\u00fcchtlinge droht der Libanon das religi\u00f6se Gleichgewicht zu verlieren. Der libanesische Erzbischof Simon Atallah f\u00fcrchtet um die Zukunft der Christen des Libanon. Der Grund sei die Bedrohung des demografischen Gleichgewichts infolge der hohen Zahl syrischer Fl\u00fcchtlinge in dem Land. Das hat der fr\u00fchere maronitische Erzbischof von Baalbek-Deir Al Ahmar im Gespr\u00e4ch mit dem katholischen Hilfswerk &#8222;Kirche in Not&#8220; betont. &#8222;Wir haben zwei Millionen Syrer als Fl\u00fcchtlinge im Land. Viele werden wieder in ihre Heimat gehen, wenn der Krieg vor\u00fcber ist. Aber viele Fl\u00fcchtlinge werden im Land bleiben und in zehn Jahren die libanesische Staatsb\u00fcrgerschaft fordern. Was wird dann aus den Christen?&#8220;, so Erzbischof Atalla, der k\u00fcrzlich aus Altersgr\u00fcnden von der Leitung seiner Di\u00f6zese zur\u00fcckgetreten war. &#8222;Der Libanon wird von einer sehr delikaten religi\u00f6sen Zusammensetzung bestimmt. Diejenigen Syrer also, die im Land bleiben werden, sind meist Sunniten. Und schon ist das religi\u00f6se Gleichgewicht gest\u00f6rt. Das ist ein Problem f\u00fcr uns.&#8220; Erzbischof Attallah beeilte sich hinzuzuf\u00fcgen, dass seine \u00c4u\u00dferungen nicht als Mangel an Solidarit\u00e4t mit den Fl\u00fcchtlingen missverstanden werden d\u00fcrften. &#8222;Wir sind sehr solidarisch. wir wollen solidarisch handeln. Aber es liegen offensichtliche Probleme vor unseren Augen. Unsere Zukunft steht in Frage.&#8220;&nbsp;<br \/><\/span><br \/><span>Als Beispiel f\u00fcr die demografischen Ver\u00e4nderungen f\u00fchrte Erzbischof Attallah seine ehemalige Bischofsstadt Deir Al Ahmar in der Bekaa-Ebene nahe der syrischen Grenze an. &#8222;In der Gegend leben jetzt 9000 Syrer. In der Stadt selbst gibt es aber nur etwa 3-4000 Christen. Die Syrer bilden also eine gro\u00dfe Mehrheit.&#8220; Mit der Pr\u00e4senz der Fl\u00fcchtlinge seien zahlreiche Probleme verbunden, so Erzbischof Attallah. &#8222;Es gibt eine wirtschaftliche Konkurrenz. Viele Syrer haben Gesch\u00e4fte und Restaurants er\u00f6ffnet.&#8220; Zudem h\u00e4tten Syrer bereits vor der Krise einen Gro\u00dfteil der Arbeitskr\u00e4fte gestellt. Dies habe sich jetzt noch einmal versch\u00e4rft, so der Erzbischof. &#8222;Die Libanesen finden deshalb keine Arbeit mehr.&#8220;&nbsp;<\/span><span>Probleme erg\u00e4ben sich Erzbischof Attallah zufolge auch im Bereich der \u00f6ffentlichen Moral. So w\u00fcrden sich syrische Frauen f\u00fcr libanesische M\u00e4nner prostituieren. Umgekehrt, so der Erzbischof weiter, w\u00fcrden sich auch libanesische Frauen f\u00fcr syrische M\u00e4nner prostituieren.&nbsp;<br \/><\/span><br \/><span>Es komme zudem auch zu religi\u00f6sen Spannungen. Es gebe einzelne Muslime aus Syrien, vor allem Sunniten, die christliche Symbole in blasphemischer Absicht sch\u00e4ndeten. &#8222;Sie sch\u00e4nden Kreuze, Statuen der Jungfrau Maria und so weiter.&#8220; Auch anti-christliche Parolen w\u00fcrden auf W\u00e4nde geschmiert. &#8222;Das sorgt f\u00fcr Spannungen in der Region&#8220;, so der Erzbischof.&nbsp;<\/span><span>Hinzu komme der Import von Sicherheitsproblemen durch sunnitische Extremisten aus Syrien, die bei Glaubensangeh\u00f6rigen im Libanon Zuflucht f\u00e4nden. &#8222;Die libanesischen Schiiten sind f\u00fcr das syische Regime, die Sunniten sind auf der Seite von Daesch (arabisches Akronym f\u00fcr ISIS). In der Region, in der ich arbeite, gibt es einige sunnitische D\u00f6rfer wie zum Beispiel Arsal und andere. Die Sunniten bilden ein einladendes Umfeld f\u00fcr Daesch. Die Angeh\u00f6rigen von Daesch k\u00f6nnen deshalb in die Region eindringen und bei den Sunniten Zuflucht finden.&#8220;&nbsp;<br \/><\/span><br \/><span>Im Hintergrund der regionalen Spannungen stehen Erzbischof Attallah zufolge auch die Erfahrungen mit der syrischen Besatzung. &#8222;Wir haben sehr traurige Erfahrungen mit den Syrern gemacht. Sie haben das Land drei\u00dfig Jahre lang besetzt gehalten. Wir haben sehr unter ihnen gelitten.&#8220; Erzbischof Attallah bezog sich damit auf die bis 2005 dauernde Besatzung des Libanon durch syrische Truppen. &#8222;Es gab Libanesen, die entf\u00fchrt und nach Syrien gebracht worden sind. Von ihnen fehlt jede Spur. Es handelt sich um hunderte, ja tausende F\u00e4lle.&#8220; Der Libanon habe auch wirtschaftlich unter der Besatzung gelitten. So h\u00e4tten viele Firmen das Land verlassen und sich anderswo angesiedelt. &#8222;Und schlie\u00dflich haben sie unsere Demokratie get\u00f6tet. Der Libanon war bekannt daf\u00fcr. Wir Libanesen haben deshalb wirklich keine gute Erinnerung an die syrische Besatzung.&#8220; &nbsp;<\/span><span>Auf seine Amtszeit zur\u00fcckblickend sagte Erzbischof Attallah, dass seine Beziehungen zu den Muslimen der Region, besonders den Schiiten, gut gewesen seien. &#8222;Wir haben mit den Moslems, besonders den Schiiten, die in dieser Gegend in der Mehrheit sind, keine Schwierigkeiten gehabt. Im Gegenteil, ich konnte zwei Besuche unseres Patriarchen in Gegend vorbereiten. Er hat dabei sowohl christliche als auch muslimische D\u00f6rfer besucht. Er ist \u00fcberall gut aufgenommen worden.&#8220;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein libanesischer Erzbischof warnt: Durch die vielen syrischen Fl\u00fcchtlinge droht der Libanon das religi\u00f6se Gleichgewicht zu verlieren. Der libanesische Erzbischof Simon Atallah f\u00fcrchtet um die Zukunft der Christen des Libanon. 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