{"id":873,"date":"2015-10-16T07:37:50","date_gmt":"2015-10-16T05:37:50","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/mein-vater-ist-im-himmel-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:56:48","modified_gmt":"2023-02-23T10:56:48","slug":"mein-vater-ist-im-himmel-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/mein-vater-ist-im-himmel-html\/","title":{"rendered":"\u201cMein Vater ist im Himmel\u201d"},"content":{"rendered":"<p>L\u00e4ngst werden die \u00e4gyptischen Christen, die vom IS in Libyen ermordet wurden, als M\u00e4rtyrer verehrt \u2013 \u201cKirche in Not\u201d hat ihre Kinder besucht. Die Bilder der 21 Christen, die im Februar von Terroristen des \u201cIslamischen Staats\u201d enthauptet wurden, haben sich tief in das Ged\u00e4chtnis des christlichen \u00c4gypten eingebrannt. Niemand kann die Aufnahmen der an einem libyschen Strand in orangenen Overalls vor ihren schwarz vermummten M\u00f6rdern knienden M\u00e4nner vergessen. Das von den Dschihadisten verbreitete Video zeigt mit aller Grausamkeit jedes Detail ihrer brutalen Ermordung. L\u00e4ngst sind die M\u00e4nner, die sich in Libyen als Gastarbeiter aufhielten, von ihrer koptisch-orthodoxen Kirche als M\u00e4rtyrer anerkannt und hoch verehrt. In dieser Woche wurde damit begonnen, die Fundamente einer Kirche zu Ehren der M\u00e4rtyrer auszuheben. \u00c4gyptens Staatspr\u00e4sident Sisi \u2013 er selbst ein Moslem &#8211; hat ihren Bau angeordnet. Sie wird in der koptisch-orthodoxen Di\u00f6zese Samalut (Samalout) gebaut, aus der die meisten M\u00e4rtyrer stammen. Alle, bis auf Matthew, ein Mann aus Ghana, waren \u00c4gypter.<\/p>\n<p>Bischof Paphnutius ist Bischof von Samalut. \u201cWir sind sehr stolz auf unsere M\u00e4rtyrer\u201c, sagt er, als er Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation \u201cKirche in Not\u201d in seinem Bischofssitz etwa drei Autostunden s\u00fcdlich von Kairo empf\u00e4ngt. \u201cSie mussten zwar vor ihren M\u00f6rdern knien. Aber sie waren die St\u00e4rkeren. Ihre M\u00f6rder waren die Schw\u00e4cheren, trotz ihrer Waffen. Warum sonst w\u00fcrden sie ihre Gesichter vermummt haben? Doch nur, weil sie Angst hatten\u201d, ist er \u00fcberzeugt. \u201cUnsere S\u00f6hne hingegen waren sehr stark und haben den Namen unseres Herrn bis zum letzten Atemzug angerufen.\u201d<\/p>\n<p>Bischof Paphnutius deutet ihr Martyrium geistlich. \u201cDie Kirche wei\u00df seit jeher, dass das Blut der M\u00e4rtyrer der Samen der Christen ist. Das ist in diesem Fall nicht anders. Und es wird so bis ans Ende der Zeiten sein\u201d, meint er. \u201cVon Alexandria bis Assuan, in ganz \u00c4gypten wurde der Glaube der Christen st\u00e4rker. Auch Moslems von \u00fcberall haben uns gesagt, dass sie stolz sind. Unsere M\u00e4rtyrer h\u00e4tten gezeigt, dass wir \u00c4gypter sehr stark sind. Ihr Tod erf\u00fcllt uns alle, Christen und Moslems, mit Stolz.\u201d<\/p>\n<p>Der Bischof erinnert sich an die bange Zeit zwischen Entf\u00fchrung der Gastarbeiter und ihrer Ermordung. \u201cWir haben vierzig, f\u00fcnfzig Tage lang gebetet, dass sie den Glauben nicht verleugnen. Sie h\u00e4tten ja zum Islam konvertieren und dadurch ihr Leben retten k\u00f6nnen. Sie haben sich aber trotzdem f\u00fcr Jesus entschieden und den Tod in Kauf genommen.\u201d<\/p>\n<p>Bestattet werden konnten die M\u00e4nner nicht. \u201cISIS hat gesagt, dass sie die toten Leiber unserer M\u00e4rtyrer ins Meer geworfen haben.\u201d Damit, so der Bischof, h\u00e4tten die Dschihadisten r\u00e4chen wollen, dass der Leichnam des Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden von den Amerikanern 2011 ebenfalls ins Meer geworfen worden sei. Hass auf die M\u00f6rder empfindet Bischof Paphnutios dennoch nicht. \u201cWir halten es mit den M\u00f6rdern wie der Erzdiakon Stephanus. Er bat den Herrn um Vergebung f\u00fcr seine M\u00f6rder, die nicht gewusst h\u00e4tten, was sie taten.\u201d<\/p>\n<p>Doch die Folgen des Verbrechens sind bis heute sp\u00fcrbar. Die M\u00e4rtyrer haben schlie\u00dflich Witwen und Waisen zur\u00fcckgelassen. \u201cDank gro\u00dfz\u00fcgiger Spender k\u00f6nnen wir uns um die Hinterbliebenen k\u00fcmmern\u201d, erkl\u00e4rt Bischof Paphnutius.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter von \u201cKirche in Not\u201c konnten einige der verwaisten Kinder treffen. Das starke Glaubenszeugnis der V\u00e4ter geht auf ihre Kinder \u00fcber. Ruhig und gefasst berichten sie \u00fcber ihre V\u00e4ter. Die 14-j\u00e4hrige Ingy Tawadros ist eines der drei Kinder des ermordeten Tawadros Youssef Tawadros. Von ihm hei\u00dft es, dass er wegen seines leicht erkennbaren christlichen Namens in Libyen viele Schwierigkeiten gehabt habe. Er sei oft gebeten worden, seinen Namen zu \u00e4ndern. \u201eWer seinen Namen \u00e4ndert, \u00e4ndert am Ende auch seinen Glauben\u201c, erkl\u00e4rte er ablehnend. Neben Ingy sitzen ihre beiden Br\u00fcder. Der Kleine ist nicht \u00e4lter als sechs. \u201cIch bin stolz auf meinen Vater\u201d, sagt sie. \u201cNicht nur wegen mir, sondern weil er der ganzen Kirche Ehre gemacht hat. Er hat den Glauben nicht verleugnet. Das ist etwas Wunderbares. Wir beten f\u00fcr die T\u00e4ter, dass sie sich bekehren.\u201d Doch so sehr die Kinder den Verlust ihrer V\u00e4ter auch im Glauben tragen: Einige haben Tr\u00e4nen in den Augen, w\u00e4hrend sie berichten. \u201cMein Vater ist im Himmel\u201d, meint ein anderes M\u00e4dchen. \u201cIch bin aber trotzdem traurig. Denn das ist so weit weg.\u201d <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4ngst werden die \u00e4gyptischen Christen, die vom IS in Libyen ermordet wurden, als M\u00e4rtyrer verehrt \u2013 \u201cKirche in Not\u201d hat ihre Kinder besucht. 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